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Sieger Andrea Dovizioso: So hat ihn Ducati vertrieben
Andrea Dovizioso ist in der MotoGP-WM durch den Sieg in Spielberg bereits auf Platz 2 vorgerückt. Aber der Erfolg wird von den Kalamitäten bei Ducati überstrahlt.
MotoGP
Im Artikel erwähnt

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So eine richtige Jubelstimmung mochte bei Ducati Corse nach dem Sieg von Andrea Dovizioso in Spielberg nicht aufkommen. Dovis Manager Simone Battistella umarmte nur Davide Tardozzi, denn er hält den Teammanager für einen Supporter. Und natürlich hatte Sportdirektor Paolo Ciabatti schon im Juli die Parole ausgegeben, man müsse jetzt in der Saison 2020 Kapital aus der Verletzung von Marc Márquez schlagen und mit Dovi auf den Titelgewinn zusteuern.
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Nach dem Sieg sagte Ciabatti im ServusTV-Interview: "Wir haben gestern kommuniziert, dass wir 2021 nicht mit Dovi weitermachen. Aber wir können mit ihm in dieser Saison noch einige weitere Siege einheimsen und um den Titel fighten." Das war eine etwas ungenaue Darstellung der Situation. Denn Ducati hatte immer erklärt, man werde sich erst nach dem fünften Grand Prix (also Spielberg-2) wieder mit Dovi an einen Tisch setzen. Doch Dovizioso zeigte sich charakterstark und ließ sich nicht mehr an der Nase herumführen. Acht Jahre lang war er eigentlich immer der stärkste Ducati-Fahrer, und jeder Ducatisti wird zustimmen: Die Nummer 04 hat einen so unwürdigen Abgang nicht verdient.
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Ducati hat vielleicht den künftigen Weltmeister in die Arbeitslosigkeit geschickt.
Doch Andrea Dovizioso hütet sich vorläufig, Schmutzwäsche zu waschen. Aber irgendwann nach der Saison wird er wahrscheinlich aus seinem Herzen keine Mördergrube mehr machen. Er weiß, er hat alle Sympathien auf seiner Seite. Und ob sich der umstrittene Ducati-CEO Claudio Domenicali morgen noch traut in den Spiegel zu schauen, darf bezweifelt werden.
Dovi hat vor einen Woche in Brünn, wo er 2019 noch auf Platz 2 gelandet war, ein beispielloses Desaster erlebt. Er fuhr vom 18. Platz los und kam mit 14,4 Sekunden Rückstand als Elfter ins Ziel. "Ich habe mich nach Brünn entschieden, die Hinterradbremse anders zu bedienen, die bisherige Art der Bedienung hat nicht zu den neuen Hinterreifen von Michelin gepasst", erläuterte der GP-Routinier.
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Bei Ducati hatte sich Dovizioso nach den Jerez-Rennen einiges anhören müssen, nachdem er sie auf den Plätzen 3 und 6 beendet hatte. Paolo Ciabatti hatte die Fahrweise von Bagnaia in Jerez gelobt und sie als Exempel für den Vizeweltmeister dargestellt. Und Domenicali hatte schon im Juni durchblicken lassen, mit Lorenzo habe er einen Joker im Köcher, falls man sich mit Dovi nicht einigen könne. Genau dieser Domenicali hatte Jorge Lorenzo im Juni 2018 mit unbedachten Äußerungen zu Honda vertrieben.
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Seltsam: Auch andere Werke trennen sich von Topfahrern, aber meist geht es geräuschlos über die Bühne. Nur bei Ducati nicht. Andrea Dovizioso war nach dem Sachsenring 2019 bei einigen Ducati-Herrschaften in Ungnade gefallen, weil er angeprangert hatte, dass die GP19 auf einigen Strecken nicht konkurrenzfähig sei und sich an dieser Situation seit Jahren nichts ändere. Heute weiß man: Damit hat er sein Todesurteil bei den Roten gesprochen. "Ich habe schon im FP1 am Freitag hier wieder ganz anders bremsen können, und nachher hat wieder alles so funktioniert, wie wir es gewohnt waren", stellte der Sieger fest. Danach konnten wir unsere normale Arbeit durchziehen und uns gewissenhaft auf das Rennen vorbereiten. Darüber bin ich glücklich."
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Jack Miller nahm für das zweite Rennen nach dem Abbruch hinten und vorne den weichen Reifen, weil er keine andere Mischung mehr übrig hatte. Dovi: "Ich wusste nicht, dass er weiche Reifen drauf hatte. Ich denke, er hat eine wirklich schlechte Entscheidung getroffen. Denn der Vorderreifen funktioniert hier sehr gut. Er ließ nicht nach. Und mit dem Medium hätte man beide Rennen machen können. Doch Jack war am Beginn soooo schnell. Ich konnte nicht mithalten. Aber zum Glück ging ihm irgendwann der Atem aus. Er war nicht in der Lage, diesen Speed 20 Runden durchzuhalten. Ich konnte auf sanfte Art fahren und konnte konstant meine Zeiten abspulen." Alex Rins kam in Turn 6 neben Dovi, dann stürzte er. "Ich konnte ihn nicht sehen, aber ich habe erwartet, dass er im Rennen sehr stark sein würde. Ohne seinen Sturz wäre es sehr schwierig gewesen, das Rennen zu gewinnen. Er wird jetzt sehr zornig sein, deshalb wird er am kommenden Sonntag hier wieder sehr angriffslustig sein. Aber wir haben heute ein wichtiges Signal ausgesendet. Wir können wieder vorne mithalten", erklärte der aktuelle WM-Zweite. Kann Dovi diesen Sieg in sieben Tagen wiederholen? "Ich weiß nicht, ich weiß nicht. Ich muss mir die Daten und das Rennen anschauen und alles analysieren. Ich muss verstehen, was mit Pol passiert ist, denn er war im Training und bis zum Abbruch sehr schnell. Auch die beiden Suzuki werden bei der nächsten Runde hier in Österreich wieder sehr stark sein." Ergebnisse MotoGP Spielberg, 16. August
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1. Andrea Dovizioso, Ducati, 28 Runden 2. Joan Mir, Suzuki, +1,377 sec 3. Jack Miller, Ducati, +1,549 4. Brad Binder, KTM, +5,526 5. Valentino Rossi, Yamaha, +5,837 6. Takaaki Nakagami, Honda, +6,403 7. Danilo Petrucci, Ducati, +12,498 8. Fabio Quartararo, Yamaha, +12,534 9. Iker Lecuona, KTM, +14,117 10. Maverick Viñales, Yamaha, +15,276 11. Aleix Espargaró, Aprilia, +17,772 12. Michele Pirro, Ducati, +23,271 13. Bradley Smith, Aprilia, +24,868 14. Alex Márquez, Honda, +24,943 15. Cal Crutchlow, Honda, +27,435 16. Tito Rabat, Ducati, +28,502 17. Stefan Bradl, Honda, +28,609 WM-Stand nach 4 von 14 Rennen: 1. Quartararo, 67 Punkte. 2. Dovizioso 56. 3. Viñales 48. 4. Binder 41. 5. Rossi 38. 6. Nakagami 37. 7. Miller 36. 8. Morbidelli 31. 9. Mir 31. 10. Zarco 28. 11. Petrucci 20. 12. Rins 19. 13. Pol Espargaró 19. 14. Oliveira 18. 13. Alex Márquez 15. 16. Aleix Espargaró 11. 17. Bagnaia 9. 18. Smith 8. 19. Lecuona 7. 20. 17. Rabat 7. 21. Crutchlow 7. 22. Pirro 4. Konstrukteurs-WM nach 4 von 14 Rennen:
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1. Yamaha 81. 2. Ducati 67. 3. KTM 57. 4. Suzuki 44. 5. Honda 37. 6. Aprilia 16.
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