Tickets um 15.000 €: Für Pramac-Boss undenkbar – aber die Richtung stimmt
Ein Jahr nach der Übernahme durch Liberty Media äußerte sich Pramac-Boss Paolo Campinoti zur Entwicklung der MotoGP. Der Yamaha-Teamchef aus Italien fordert Mut, neue Märkte in Asien zu erschließen.
Seit dem 3. Juli 2025 gehört die MotoGP zu Liberty Media. Der US-Konzern übernahm damals 84 Prozent an Dorna Sports, bewertet mit rund 4,2 Milliarden Euro. Carmelo Ezpeleta und sein Management blieben mit 16 Prozent an Bord und führen das Geschäft – nun als MotoGP Sports Entertainment Group – weiter. Ein Jahr später zog mit Paolo Campinoti ein langgedienter Teamchef eine erste Bilanz – und die fällt zwiespältig aus.
«Ja, ich bin zufrieden, auch wenn gewisse Dinge meiner Meinung nach mit mehr Geschwindigkeit passieren müssten», antwortete der Pramac-Eigentümer im Podcast von Andrea Migno. Es gehe um zwei Faktoren: «Die Senkung der Kosten und eine Steigerung der Einnahmen.»
Echte Veränderung ist, wenn du die Einnahmen steigerst.paolo campinoti
Beim zweiten Punkt wurde Campinoti deutlich: «Um die Einnahmen zu steigern, muss man Dinge tun, die etwas – es ist hässlich, das zu sagen – sexyer sind», sagte er. Dabei gehe es darum,
Als Beispiel für eine Fehlkalkulation nannte er einen der jüngsten Neuzugänge im Kalender. Dort sei man vor einer kleinen Zuschauerkulisse gefahren – das rechne sich für die Teams nicht. Zur Premiere am Balaton Park Circuit im August 2025 wurden über drei Tage summiert 80.105 Zuschauer gemeldet – nur in Katar war weniger Publikum da. Es ist absehbar,
Campinoti hätte gerne mehr Austragungsorte in Asien
Auf die Frage nach neuen Austragungsorten nannte Campinoti einen Markt, in dem die MotoGP vor einigen Jahren schon einmal versucht hat Fuß zu fassen: «Ich würde auf jeden Fall in Indien fahren, weil das ein riesiger Markt ist.» Man müsse sich dort positionieren, wo der Markt sei. Die MotoGP gastierte 2023 einmal auf dem Buddh International Circuit, danach verschwand der Grand Prix wegen Schwierigkeiten etwa mit den Zollmodalitäten wieder aus dem Kalender. Campinoti erinnert sich anders, als es die damalige Berichterstattung nahelegt: «Es war alles ausverkauft, alles voll, alle Leute waren glücklich.» Ähnlich argumentiert er bei Malaysia und Indonesien. Ein weiterer Wunschmarkt von ihm sei China.
Spannend ist seine Einschätzung zur Formel 1, die er nicht als Konkurrenz, sondern als Chance sieht: «Die Formel 1 hat inzwischen eine andere Zielgruppe als wir, sie ist komplett nach oben gegangen – was uns einen großen Raum eröffnet hat, uns breiter zu positionieren.» Er verwies auf die Preise: Ein Paddock-Club-Ticket koste dort 15.000 Euro, und selbst dann gebe es einen Schwarzmarkt, weil keine Plätze verfügbar seien. Dorthin könne und solle die MotoGP nicht: «Es ist nicht richtig und nicht denkbar, dort anzukommen – aber uns ein Stück nach oben zu positionieren, schon.»
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