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MotoGPKolumne

Strafpunkte-System ist eine Scheinlösung

Das neue Strafensystem in der MotoGP-WM ist ein kleiner Schritt in die richtige Richtung, aber keine Problemlösung. Ein Fall wie Marc Márquez kann es weiterhin geben, wenn wie bisher milde gerichtet wird.

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Strafe oder nicht? Márquez (re.) gegen Espargaró
Strafe oder nicht? Márquez (re.) gegen Espargaró
Foto: Gold & Goose
Strafe oder nicht? Márquez (re.) gegen Espargaró
© Gold & Goose

Ab dem nächsten Jahr gilt in den drei GP-Klassen ein neues System für Fahrer, die sich auf der Strecke daneben benehmen. Die Rennleitung kann neu Strafpunkte aussprechen, die Anzahl hängt von der Schwere des Vergehens ab. Es sind einer bis zehn Punkte möglich, bei einem Wiederholungstäter werden die Punkte addiert. Bei vier Punkten ist ein Start aus der letzten Startreihe fällig, bei sieben Punkten erfolgt der Start aus der Boxengasse. Bei zehn Strafzählern gilt: Startverbot im folgenden Rennen.

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Dieses neue System soll für Klarheit und Fairness sorgen. Das wurde zumindest teilweise erreicht, die Idee mit den addierten Strafpunkten ist ein guter Ansatz. Denn so werden Wiederholungstäter, die nach einer ersten Verwarnung erneut gegen die Regeln oder den Sportgeist verstossen, automatisch härter bestraft.

Beim gleichen Vergehen unterschiedliche Strafen

Ansonsten ist die neue Regel ein Papiertiger, der eine unnötige Verkomplizierung mit sich bringt. Es wurde nicht definiert, welches Vergehen wieviele Strafpunkte nach sich zieht. Ohne Strafenkatalog wird es weiterhin so sein, dass die Rennleitung einmal eine Strafe ausspricht, ein anderes Mal beim gleichen Vergehen aber ein Auge zudrückt.

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Das Punktesystem wurde primär eingeführt, weil sich Marc Márquez 2012 einige Male auf der Rennstrecke hart an der Grenze zum Zumutbaren bewegte. Fans und Gegner waren erzürnt, dass der Spanier immer mit Verwarnungen davonkam, oder aber wie in Barcelona eine Strafe rückgängig gemacht wurde. Die einzige echte gelbe Karte gab es in Valencia, als Márquez längst als Weltmeister feststand.

Die Anwendung der Regeln ist entscheidend

Um sich nicht den Vorwurf gefallen zu lassen, nichts zu unternehmen, hob die Grand Prix Commission das Punktesystem aus der Taufe. Das war aber überflüssig, denn Pisten-Rowdys hätten auch mit dem bestehenden Regelwerk eingebremst werden können. Es hätte einfach angewendet werden müssen. Stattdessen wurden Bücklinge gemacht, nicht zuletzt vor den spanischen Fahrern und Sponsoren.

Deshalb bin ich sicher: Die Diskussionen gehen trotz des neuen Punktesystems weiter. Es werden die Fragen gestellt: War das jetzt ein Zwei-Punkte-Vergehen? Oder sind vier Punkte fällig? War es ein identisches Vergehen, wie im Rennen zuvor, als jemand mit drei Punkten bestraft wurde, oder gibt es mildernde Umstände, die vielleicht nur zwei Punkte bedeuten? Und natürlich werden wir weiterhin Teamchefs sehen, die gegen jede Bestrafung ihres Schützlings Protest einlegen. Oder Teamchefs und Fahrer, die Strafen gegen einen Gegner fordern.

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