Toprak Razgatlioglu rechnet fest damit: Auch 2028 noch in der MotoGP-WM
Die Formel 1 hat mit dem Istanbul Park Circuit in der Türkei einen fünfjährigen Vertrag abgeschlossen, die MotoGP kann sich die Rückkehr für 2028 vorstellen. Doch es gibt einige Hindernisse.
Die Formel 1 fuhr von 2005 bis 2011 jedes Jahr in Istanbul auf der 5,33 Kilometer langen Strecke. Während Corona war die Rennstrecke zweimal kurzfristig Austragungsort. 2020 holte Lewis Hamilton in der Türkei seinen historischen siebten WM-Titel, 2021 war die Formel 1 in der packenden Schlussphase der legendären Saison wieder zu Gast. Nun
Spätestens seit dem ersten Titelgewinn von Toprak Razgatlioglu 2021 gab es Bestrebungen, die Superbike-WM nach Istanbul zurückzubringen, wo sie nur einmal antrat – das war 2013. Mit dem Wechsel des Türken in die MotoGP haben sich auch die Ideen von Promoter Liberty geändert, die Königsklasse auf zwei Rädern fuhr bislang dreimal dort: Von der Eröffnung des Kurses 2005 bis 2007.
Das ist das größte Problem und bedeutet hohen Druck für mich.toprak über ein mögliches heimrennen
«Wir haben versucht, für 2027 zu pushen», sagte Toprak dazu auf dem Red Bull Ring in Spielberg. «Aber es gibt keine Chance, Istanbul für nächstes Jahr in den Kalender zu bringen. Jetzt reden wir über 2028 und arbeiten daran – es gibt eine Chance, die MotoGP zurückzubringen. Wenn uns das gelingt, dann muss ich dort ein starkes Ergebnis abliefern, das ist das größte Problem und bedeutet hohen Druck für mich. Dort braucht man ein gutes Paket, es gibt eine lange Gegengerade. Ich kenne die Strecke, sie ist schön und hat schnelle Kurven. Beim letzten Mal fuhr ich dort mit meinem Auto.»
Aus den Äußerungen Razgatlioglus geht klar hervor: Er rechnet fest damit, auch 2028 noch in der MotoGP zu sein. Sein aktueller Vertrag mit Yamaha läuft bis Ende 2027. Gelingt dem japanischen Hersteller mit den neuen technischen Regeln ab 2027 keine signifikante Verbesserung,
Kosten in der Türkei sind schwer kalkulierbar
Zurück zum Istanbul Park Circuit. Die Formel 1 und MotoGP haben mit dem US-Konzern Liberty den gleichen Eigentümer, Bande sind also bereits geknüpft. Wirtschaftlich ist die Umsetzung einer solche Großveranstaltung in der Türkei aber eine Herausforderung.
Am 1. Januar 2027 wird der Euro 25 Jahre alt. Betrachtet man sich die Entwicklung der türkischen Lira seither, hat sie gegenüber dem Euro langfristig ständig an Wert verloren. Ihren Höchststand hatte die Währung 2006, damals musste man 1,57 Lira für einen Euro bezahlen. Derzeit kostet ein Euro über 56 Lira. Wegen der starken Währungsschwankungen sind Kosten kaum kalkulierbar, denn die meisten internationalen Verträge schließt die Türkei in Euro oder US-Dollar ab.
Finanzexperten machen Erdogan für die Misere verantwortlich. Der türkische Präsident setzt auf eine schwache Lira und will so den Export stärken, weil das Ausland dann Waren günstig in der Türkei einkaufen kann. Doch das bringt mit sich, dass Importe teurer werden. Hinzu kommt die hohe Inflation, welche zu immer weiter steigenden Lebenshaltungskosten in der Türkei beiträgt. Erdogan setze die schwache heimische Währung mit Wirtschaftswachstum gleich, warnen Fachleute.
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