Toprak Razgatlioglu (20./Yamaha) rätselt: Was hat seinen Reifen zerstört?
Pramac-Yamaha-Pilot Toprak Razgatlioglu hatte im Sprintrennen der MotoGP in Silverstone kein Top-Ergebnis erwartet. Dass er abgeschlagen Letzter werden würde, allerdings auch nicht.
Das Meeting in Silverstone ist für Toprak Razgatlioglu eine besondere Herausforderung, denn die Superbike-WM gastierte in der Zeit des 29-Jährigen (zwischen 2018 und 2025) nur in Donington Park. Die fehlenden Streckenkenntnisse des dreifachen Superbike-Weltmeisters wurden als 23. und damit Letzter im FP1 deutlich.
Auch wenn sich der Pramac-Yamaha-Pilot in jeder Session steigerte: Mehr als Platz 22 war im Qualifying in 1:58,590 min nicht drin – 1,2 sec fehlten dem Türken für den Einzug ins Q2. Im Sprintrennen kreuzte Razgatlioglu dank der Ausfälle von Raul Fernandez (Aprilia), Cal Crutchlow (Honda) und Iker Lecuona (Ducati) auf Platz 20 die Ziellinie.
Stolze 34 sec büßte der Spätbremser aus Alanya auf Sieger Jorge Martin (Aprilia) ein. Ein so großer Rückstand ist jedoch nicht allein mit der fehlenden Streckenkenntnis zu erklären!
«Ich bin schon etwas überrascht – am Anfang lief es gar nicht mal schlecht. Allerdings hatte ich etwas Probleme beim Turning, weil wir für das Rennen ein anderes Set-up verwendet haben. Ich spürte sofort, dass ich es nicht mag», erzählte Toprak. «Dass der Reifen aber derart schnell abbaut, hatte ich nicht erwartet. Das war sehr seltsam. Am Vormittag hatten wir einen weichen Reifen ausprobiert und ich hatte ordentlich Spinning – aber das war nichts im Vergleich zu dem Gefühl im Rennen.»
Es wurde mit jeder Runde schlimmer.Toprak Razgatlioglu
Ein vergleichbares Problem hatte MotoGP-Star Marc Márquez (Ducati), der als Neunter unter die Räder kam. «Nach zwei Runden fing es an und das war für mich okay, weil ich damit gerechnet habe. Aber noch einmal vier Runden später war es vorbei», erklärte Razgatlioglu. «Ich konnte kaum mehr einlenken, verlor dabei mehrfach fast das Hinterrad und konnte das Bike kaum in Schräglage bringen. In meiner letzten Runde fuhr ich nur noch eine 2:04 min! Es wurde mit jeder Runde schlechter. Jeder hatte mit nachlassenden Reifen zu kämpfen, aber wie bei mir war das nicht normal. Ohne diese Probleme hätte vielleicht hinter Alex ins Ziel kommen können, aber das wäre sicher das Maximum gewesen. Ich habe noch nicht verstanden, wie das passieren konnte. Mit meinem Crew-Chief habe ich die Daten analysiert.»
Zur Info: Nach Runde 5 hatte Toprak mit Pol Espargaro (KTM), Augusto Fernández (Yamaha) und Cal Crutchlow (Honda) noch drei Piloten hinter sich.
Für das lange Sonntagsrennen hofft der Yamaha-Pilot auf eine zweite Chance. Dafür will er auch an seinem Fahrstil arbeiten. «Wir werden sehen, ob wir für Sonntag etwas finden. Unsere Abstimmung passt noch nicht», weiß Razgatlioglu. «Ich schaue mir auch die Daten von Jack und Fabio an. Sie sind in den Kurven schneller und ich versuche dasselbe zu tun, aber ich finde nicht das Set-up und komme erst gar nicht in den Rhythmus. Mein Fahrstil unterscheidet sich zwar, aber ich arbeite daran.»
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