Pedro Acosta in Silverstone auf Augenhöhe mit Aprilia? «In der Boxengasse»
Pedro Acosta (KTM) fuhr beim MotoGP-Sprint in Silverstone vom neunten Startplatz vor auf Rang 6 und kämpfte Marc Marquez nieder. Doch die Konkurrenz aus Noale fährt in England in einer eigenen Liga.
«Es war viel schlimmer, als es alle erwartet hätten!» fasste auch Pedro Acosta die Ereignisse beim Sprintrennen am Samstag in Silverstone zusammen. «Es», damit meinte der KTM-Pilot den Verschleiß der Hinterreifen auf der britischen Strecke bei 41 Grad Streckentemperatur.
Dabei gehörte der Spanier zu den Piloten, die am meisten vom nachlassenden Grip der Pneus profitierten, denn dieser war ein Baustein, der dem Racer aus Murcia zum Zieleinlauf auf dem sechsten Rang verhalf. Zwar litt auch die KTM-Speerspitze, doch unter normalen Umständen hätte der Mann mit der Nummer 37 von Marc Marquez wohl mehr Gegenwehr erwarten müssen, als er seinen nächstjährigen Teamkollegen im vorletzten Umlauf hinter sich ließ.
Acosta profitierte also, hatte aber auch selbst zu kämpfen: «Marc hatte noch mehr zu leiden als ich. Es sah so aus, als hätten die Jungs, die weiter vorn gefahren sind, generell mehr Probleme mit dem Abbau gehabt als der Rest. Sie waren aber auch zu Beginn des Rennens viel schneller unterwegs.»
Der 22-Jährige musste sich sein Rennen anders einteilen als die Spitzengruppe: «Ich habe am Anfang des Rennens häufig noch wenig Haftung. In diesem Rennen habe ich aber trotzdem schon in der dritten Runde angefangen, Probleme zu bekommen - da war das Rennen noch lang. Dazu kam, dass es viel wärmer war als noch im letzten Jahr, das hat sicher nicht geholfen.»
Martin – so schnell wie viele im Qualifying
Dennoch ging es bis auf den sechsten Platz nach vorn für den Youngster aus Mazarron. Dieser war vom neunten Startplatz in den Sprint gegangen, als bestplatzierter Pilot auf einem Nicht-italienischen Fabrikat. Staunen konnte der Ex-Moto2-Weltmeister speziell über Aprilia, denn ähnlich schnell wie das Motorrad des aktuell WM-Führenden fühlte sich Pedro Acosta im Verlauf des Wochenendes nur in einer Situation: «In der Boxengasse.» Wie überlegen die RS-GP auf der englischen Strecke sind, beschrieb der nächstjährige Ducati-Pilot gleich mit: «Jorge Martin fuhr als schnellste Runde im Sprintrennen eine 1.57,4 Min. Das ist schneller, als es das halbe Feld im Qualifying hinbekommen hat.»
Alle drei Piloten bei der Sprint-Siegerehrung saßen auf einer Aprilia. Keine Überraschung, wie Acosta meinte: «Die haben hier schon gewonnen, als Aleix Espargaro noch auf dem Motorrad gesessen hat.» Nach dem Silverstone-Sprint hat Pedro Acosta weiter den siebten WM-Rang inne. Mit 152 Punkten fehlen sieben Punkte auf Raul Fernandez.
Pedro Acosta war erneut die klare Nummer 1 in Orange. Die drei anderen RC16 landeten immerhin alle im Ziel. Binder auf 11, Bastianini auf 15; Espargaro holte Rang 18.
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