Toprak sieht trotz Aragon-Sturz einen Aufwärtstrend: «Positives Wochenende»
Toprak Razgatlioglu schied im MotoGP-Grand-Prix in Aragon nach einem Sturz vorzeitig aus. Dennoch erkannte der Yamaha-Pilot einen Aufwärtstrend – und erklärte, was zum Ausfall führte.
Das Ergebnis täuscht ein wenig über die Fortschritte hinweg: Toprak Razgatlioglu beendete den Grand Prix im MotorLand Aragon nach einem Sturz in Kurve 12 vorzeitig. Zuvor hatte sich der Yamaha-Pilot jedoch in die Punkteränge vorgearbeitet und deutlich konkurrenzfähiger präsentiert als zuletzt in Silverstone und auf dem Sachsenring.
Entsprechend fiel Razgatlioglus Fazit trotz des Ausfalls überraschend positiv aus. «Für mich war es ein positives Wochenende», hielt der 29-Jährige fest. Dabei verlief der Start in den Grand Prix zunächst nicht nach Wunsch. Razgatlioglu verlor Positionen, kämpfte sich anschließend aber wieder nach vorne. «Der Start ins Sonntagsrennen verlief nicht besonders gut. Doch wir konnten einige Positionen gutmachen. Mein Gefühl zu Beginn war dabei nicht allzu gut. Doch ich fand meinen Rhythmus und kam besser zurecht.»
Der Rookie hadert mit dem abbauenden Vorderreifen
Im weiteren Rennverlauf bereitete ihm jedoch der Vorderreifen zunehmend Probleme. Das Gefühl für die Front verschlechterte sich so stark, dass Razgatlioglu sein zuvor gefahrenes Tempo nicht mehr halten konnte. «Der Vorderreifen baute ab. Es fiel mir nicht leicht, mein Renntempo zu halten», berichtete der Superbike-Weltmeister. «Ich kam beinahe in jeder Kurve von der Linie ab, weil das Motorrad nicht mehr einlenkte und das Vorderrad blockierte.»
Schließlich ging Razgatlioglu beim Anbremsen von Kurve 12 drei Runden vor Rennende zu Boden. «Ich wollte meine Rundenzeiten halten, doch das war unmöglich, weil das Motorrad nicht verzögerte. Später bin ich dann gestürzt.»
Razgatlioglu sah Platz 11 oder 12 in Reichweite
Besonders ärgerlich war der Ausfall, weil Razgatlioglu erstmals seit einiger Zeit wieder die Chance auf ein solides Grand-Prix-Ergebnis sah. «Wenn ich das Gefühl für die Front nicht verloren hätte, wäre ich vielleicht Elfter oder Zwölfter geworden. Bevor der Vorderreifen abbaute, lief das Rennen wirklich gut. Das hat mein Rennen zerstört.»
Dennoch wollte der Yamaha-Pilot das Wochenende nicht negativ bewerten. «Wir haben wieder etwas gelernt», betonte Razgatlioglu. Nach den schwierigen Auftritten in Silverstone und auf dem Sachsenring war Aragon damit zumindest ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Während Razgatlioglu dort deutlich zurücklag, konnte er im MotorLand im Rennen wieder um die Punkteränge kämpfen.
Eine große Baustelle bleibt allerdings das Qualifying. Bereits am Samstag hatte sich Razgatlioglu mit einem schwachen Startplatz eine schwierige Ausgangslage geschaffen. Im Q1 war lediglich Aprilia-Ersatzpilot Lorenzo Savadori langsamer als der MotoGP-Rookie.
Körperlich hinterließ der Sturz am Sonntag Spuren. Razgatlioglu sagte seine geplante Medienrunde nach dem Rennen ab, weil er über Rückenschmerzen klagte. Statt mit den Journalisten zu sprechen, wollte sich der Türke unmittelbar von seinem Physiotherapeuten behandeln lassen.
So blieb in Aragon ein zwiespältiges Fazit: Der Sturz verhinderte ein mögliches Punkteresultat, doch nach zwei schwierigen Wochenenden fand Razgatlioglu wieder mehr Vertrauen in seine Yamaha. Der nächste Schritt muss nun darin bestehen, diese Fortschritte bereits im Qualifying in eine bessere Ausgangsposition umzusetzen.
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