Dakar, Etappe 9: Goczal holt sich Sieg, Ford in der Gesamtwertung vorne
Die Ford-Raptor-Piloten Roma und Sainz profitierten von Fehlern und Pech ihrer Konkurrenten in einer Etappe, was eine Vorentscheidung der Dakar 2026 bedeuten könnte.
Das bietet Stoff für stundenlange Diskussionen unter GP-Fans: Welcher Formel-1-Rennstall geht 2026 mit der stärksten Fahrerpaarung an den Start? Die Antwort ist ziemlich knifflig.
Weiterlesen
Werbung
Das polnische Duo Eryk Goczal/Szymon Gospodarczyk holte sich einen überraschenden Tagessieg für das Toyota-Kundensportteam Energylandia in der neunten Dakar-Etappe. Der Spanier Nani Roma fuhr auf den vierten Platz und übernahm damit die Gesamtführung.
Werbung
Werbung
Das Gesamtklassement wurde auf der 410 Kilometer langen Etappe von Wadi ad-Dawasir nach Bisha komplett neu sortiert. Der bisherige Spitzenreiter Nasser Al-Attiyah (Dacia) und weitere Topkonkurrenten verloren vor allem wegen Navigationsproblemen auf dem schwierigem Sandterrain viel Zeit. Zum Auftakt der Prüfung kontrollierte der amtierende Rallye-Raid-Weltmeister Lucas Moraes in seinem Dacia das Geschehen und fuhr bis zur 271 Kilometer-Wegmarke einen knappen Vorsprung von 1.30 Minuten auf Toyota-Pilot Guy Botterill heraus. Doch schon kurz darauf waren die Spitzenreiter vom Pech verfolgt, sodass der 21-jährige Goczal in die Führung gelangte.
Der polnische Privatfahrer, der weit hinten gestartet war, profitierte von der freien Strecke vor ihm und kam mit einem Vorsprung von sieben Minuten ins Ziel. Der Tagestriumph bedeutete zugleich seinen ersten Dakar-Etappensieg in der Ultimate-Klasse.
Das bietet Stoff für stundenlange Diskussionen unter GP-Fans: Welcher Formel-1-Rennstall geht 2026 mit der stärksten Fahrerpaarung an den Start? Die Antwort ist ziemlich knifflig.
Weiterlesen
Auch sein Onkel Michal Goczal blieb von Dramen verschont, die viele Konkurrenten ereilt hatten. Somit erzielte die Familie einen brillanten Doppelsieg.
Als bester Toyota-Werksfahrer gelangte der zweimalige Motorrad-Dakar-Sieger Toby Price auf Platz drei, wobei er aber mit einem großen Rückstand von elf Minuten im Ziel einlief. Der Belgier Guillaume de Mevius brachte seinen X-Raid Mini als Vierter ins Ziel. Dahinter klassierte sich Cristina Gutierrez als beste Dacia-Fahrerin auf Platz fünf, nachdem alle ihre Teamkollegen viel Zeit verloren hatten.
Werbung
Werbung
Auch Ford-Routinier Carlos Sainz Sr. verlor im Laufe des Tages über 15 Minuten, darunter zunächst 1:10 Minuten aufgrund einer Strafe wegen Speeding. Diese wurde indes später wieder aufgehoben. Der Spanier schlug aber trotzdem noch die meisten seiner direkten Konkurrenten und beendete die Etappe als Sechster vor seinem Teamkollegen Roma und Lionel Baud im X-raid-Mini. Während Energylandia als Kundenteam für die Riesenüberraschung gesorgt hatte, erlebte das Werksteam von Toyota einen weitgehend frustrierenden Tag: Seth Quintero, Botterill und Henk Lategan verloren alle über 20 Minuten und belegten die Plätze neun, zehn und elf. Lategan, Toyotas größte Hoffnungsträger auf den Gesamtsieg, wurde durch Probleme mit der Servolenkung eingebremst. Auch für Al-Attiyah war es ein ziemlich charakterbildender Tag. Der Dacia-Fahrer verfuhr sich nach Kilometer 280. Der Katari erreichte schließlich als Zwölfter das Ziel und verlor 26 Minuten auf den Etappensieger. Der größte Verlierer des Tages war jedoch das Ford-Duo mit Mattias Ekström und Mitch Guthrie. Ekström verlor auf der Fahrt zum Refuge Bivouac in Bisha über 30 Minuten, während Guthrie sogar über eine Stunde einbüßte. Damit sind wohl alle Gesamtsieghoffnungen beendet.
Die dramatischen Ereignisse der neunten Etappe haben die Gesamtwertung somit komplett auf den Kopf gestellt. Der zweimalige Dakar-Sieger Roma führt nun mit gerade 57 Sekunden Vorsprung vor seinem Teamkollegen Sainz. Roma musste heute drei Reifenschäden wegstecken und sieht die beiden kommenden Etappen als entscheidende Tage der Dakar an und meinte: «Wir dürfen jetzt nicht übermütig werden, aber müssen gleichzeitig auch ambitioniert unterwegs sein». Al-Attiyah ist in der Gesamtwertung vom ersten auf den dritten Platz zurückgefallen, liegt aber nur 1:10 Minuten hinter dem Führenden, während Lategan mit weiteren fünf Minuten Rückstand auf dem vierten Platz positioniert ist. Ekström, der vor dem heutigen Start an zweiter Stelle gelegen hatte, ist nun als Fünfter klassiert. Rallye-Legende Sebastien Loeb konnte seinen sechsten Platz halten, obwohl er eine halbe Stunde verloren hatte. Price liegt auf dem siebten Platz vor Moraes, dem frühen Führenden der neunten Etappe, dessen Probleme durch eine satte 15-minütige Zeitstrafe noch verschlimmert wurden. Matthieu Serradori im Zweirad-Century und Dacia-Fahrerin Gutierrez runden die vorläufige Top 10 ab.
Werbung
Werbung
In der Stock-Kategorie der seriennahen Autos gewann das Defender-Duo Rokas Baciuska und Sara Price. Baciuska führt auch das Zwischenklassement weiter an. Ergebnis neunte Etappe
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach
Die aktuellsten News rund um die Uhr, von Experten analysiert und kommentiert und exklusive Einblicke hinter die Kulissen. Hier schreiben Fans für Fans.