David Datzer: Nach der Tourist Trophy ist vor der Tourist Trophy
Auch wenn die diesjährige Tourist Trophy für ihn nicht ohne Probleme abging, zieht David Datzer eine positive Bilanz. Der Deutsche aus dem bayrischen Vilsbiburg denkt bereits an die TT 2027.
Die Tourist Trophy und David Datzer verband in den vergangenen zwei Jahren keine Liebesgeschichte. 2024 kam es knüppeldick für den Deutschen. Nach Startverzicht, Sturz, Startverbot und Aufgabe musste er die Isle of Man ohne zählbares Ergebnis verlassen. Und im Vorjahr fand das wichtigste Straßenrennen der Saison ohne ihn statt, nachdem er sich knapp davor bei einem unverschuldeten Sturz schwer verletzt hatte.
Dementsprechend gespannt war Datzer vor der diesjährigen Veranstaltung. Als Teil des Roadhouse Macau Racing Teams von Brian McCormack musste er sich erstmals nicht um die Vorbereitung der Motorräder kümmern und konnte sich aufs Fahren konzentrieren. «Immer wenn ich meine Hilfe angeboten habe, wurde sie dankend abgelehnt», erzählte der Gesamtsieger der IRRC Superbike des Jahres 2024 gegenüber SPEEDWEEK.com.
Die Ausgangslage hätte für ihn also nicht besser sein können, nur das Quäntchen Glück wollte sich bei seinem TT-Comeback einfach nicht einstellen. In den Trainingssitzungen wurde er immer wieder von technischen Problemen eingebremst. Einmal war es die Schaltwelle an seiner Supersport-Triumph, die den Dienst verweigerte, ein anderes Mal eine Ritzelmutter an der Superstock-BMW, die sich trotz Sicherung verabschiedet hatte.
Weil es auf einem Straßenkurs, der über 60 Kilometer lang ist, an vielen Stellen keinen rettenden Schleichweg zurück ins Fahrerlager gibt, kann es wie im Fall von Datzer Stunden dauern, bis man endlich abgeholt wird. Nicht gerade optimal, für einen Fahrer, der jede Runde bitter benötigt, um langsam das Selbstvertrauen aufzubauen. Die Verschiebungen und Absagen taten ihr Übriges. Auf die Startreihenfolge hatte es negative Auswirkungen. Er musste von weit hinten losfahren.
Schlechte Startposition führt zu haarigen Momenten
«Das Überholen ist auf diesem Kurs nicht besonders leicht. Man weiß ja nie, was der Vordermann macht. Im Supersport-Rennen musste ich zum Beispiel an der tiefsten Stelle bei Bray Hill eine Notbremsung einleiten, weil ein Konkurrent plötzlich von links außen auf die Ideallinie gewechselt ist. An dieser Stelle willst du keinen Abflug riskieren», erinnert sich der zweifache Familienvater aus dem bayrischen Vilsbiburg an diesen haarigen Moment.
Angesichts der fehlenden Trainingsrunden und der schlechten Startpositionen war Datzer mit seinen Ergebnissen (Supersport 29. bzw. 30., Senior-TT 39.) zufrieden. «Hier zählt bekanntlich jeder Runde und hundertprozentig fit war ich ja auch noch nicht. Ich war zwei Mal täglich bei der Physio-Therapie, weil sich meine Rücken- und Nackenmuskulatur extrem verspannt hat. Seit dem Sturz im Vorjahr kann ich immer noch nicht so auf dem Motorrad sitzen, wie ich es gewohnt bin.»
«Die zwei Wochen mit Brian und seinem Team haben unheimlich Spaß gemacht. Wir haben bereits Pläne für die Zukunft geschmiedet. Ziemlich wahrscheinlich werden wir am Straßenrennen in Armoy teilnehmen. Ob ich auch in Macau dabei sein werde, wird sich noch entscheiden. Wenn wir uns finanziell wieder einigen können, dann würde ich die TT 2027 in seinem Team bestreiten. Bis dahin muss ich aber weiter fleißig an meiner körperlichen Fitness arbeiten.»
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