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Mit Stephan Katt verlässt ein echter Racer die Bahnsportbühne

Beim Sandbahnrennen in Vechta gelang Stephan Katt zwar kein einziger Laufsieg, aber eine Überraschung ganz anderer Art. Der Neuwittenbeker gab seinen Rücktritt vom Bahnsport bekannt.

Sandbahn

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Damit hatte Stephan Katts immer noch große Fangemeinde nicht unbedingt gerechnet. Als er nach den Vorläufen das Mikrofon in die Hand nahm und seine Entscheidung vom aktiven Bahnsport zurückzutreten bekanntgab, steckte vielen von ihnen ein Kloß im Hals. «Ich bin jetzt seit 34 Jahren im Bahnsport unterwegs, habe viele Titel geholt und wurde immer von einer tollen Crew begleitet. Es war eine schöne Zeit, aber ich muss auch auf meinen Körper hören, ich verabschiede mich», schickte der Schleswig-Holsteiner drei Tage vor seinem 47. Geburtstag die Nachricht mit leicht brüchiger Stimme in das weite Rund des Reiterwaldstadions.

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Stephan Katts lange und erfolgreiche Karriere

Stephan Katt künftig nicht mehr in den Lineups auf Gras und Sand? Das müssen Bahnsportfreunde erst einmal verdauen. Der gebürtige Kieler kann auf eine lange und erfolgreiche Karriere stolz sein. Sieben Mal wurde er Langbahn-Teamweltmeister, dreimal Grasbahn-Europameister und viermal Deutscher Meister, zuletzt 2025 in Schwarme.

Nicht immer lief alles glatt. 2022 schien nach einem schrecklichen Sturz in Scheeßel, bei dem Katt unter anderem einen Trümmerbruch im rechten Fuß erlitt, irgendwie das Karriereende angesagt, doch er kämpfte sich mit dem ihm eigenen Optimismus und Disziplin wieder auf die Bahn zurück. 2024 noch mal ein Rückschlag. Bei einem Sturz in Berghaupten erlitt er wieder einen Bruch im rechten Fuß.

Doch nur eine Saison später wurde Katt im niedersächsischen Schwarme, wo er beim MSC Schwarme schon seit vielen Jahren Mitglied ist, wieder Deutscher Langbahnmeister. Und warum? Weil ihm der Sport soviel Spaß macht oder wie man jetzt sagen muss, Spaß gemacht hat.

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Das war sein Ding: Spaß am Rennen haben

Der Spaß am Racen auf Gras und Sand, das war immer seine Motivation für den Sport, weniger die Gier nach Titeln und Trophäen. Zu jeder Saisonvorschau sagte er dem Verfasser dieser Zeilen, er wolle bei den Rennen einfach nur Spaß und eine geile Zeit haben und dafür sein Bestes geben. Und er war ein Fahrer, der gefühlt bei fast jedem deutschen Langbahnrennen am Start war. Wo der ein oder andere mäkelte, die Bahn wäre zu schlecht, zu hart, zu weich oder sonstwas, Katt war das egal. Er war dabei.

So konnte man Katt dann auch vor Ort erleben: Unverstellt, offen, empathisch, meist gut gelaunt, aber auch diszipliniert, konzentriert und grundsätzlich mit Top-Material am Start. Und fair war der Mann mit der Startnummer 42 auf der Bahn immer. Unsportlichkeiten gab es bei ihm nicht. Er kannte seine Möglichkeiten und Grenzen und anerkannte auch immer die Stärken der Konkurrenz.

Schade, dass Stephan Katt aufhört mit dem aktiven Sport. Bei dem einen oder anderen Rennen wird er aber zukünftig sicherlich noch als Zuschauer zu sehen sein.

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