MotoGP, Zeittraining: Pedro Acosta 1. – rote Flagge nach Crash von Marquez
Im MotoGP-Zeittraining in Spielberg war KTM-Pilot Pedro Acosta eine Klasse für sich. Marc Marquez 4. Alex Marquez hatte einen heftigen Crash nach der Kurve 1, danach wurde die Session unterbrochen.
Auf das FP1 folgt am Freitag in der MotoGP-Klasse das Zeittraining. In der 60-minütigen Session geht es darum, den direkten Aufstieg ins Q2 am Samstag zu schaffen, was nur den schnellsten zehn Fahrern gelingt. Der Rest muss im Q1 ran, wo die zwei Schnellsten ins Q2 kommen.
Im FP1 auf dem Red Bull Ring gaben die KTM-Asse Pedro Acosta und Pol Espargaro den Ton an. Auf Platz 3 landete Jorge Martin (Aprilia). WM-Leader Marc Marquez (Ducati) fuhr die viertschnellste Zeit. Trackhouse-Aprilia-Pilot Ai Ogura landete in der ersten Session bei seinem Comeback mit 1,4 sec Rückstand auf dem 19. Rang. Nach dem ersten freien Training musste der Japaner erneut zu den Rennärzten zur Untersuchung – Ogura erhielt dort grünes Licht für den Rest des Wochenendes.
Die Rundenzeiten waren allerdings langsam am Freitagvormittag. Bei nur 13 Grad Luft- und 15 Grad Asphalttemperatur waren die Fahrer zurückhaltend unterwegs. Acosta lag mit seiner Bestzeit von 1:29,851 min über zwei Sekunden über dem Rundenrekord (1:27,748 min), den Martin 2024 aufgestellt hatte.
Zu Beginn des Zeittrainings um 15 Uhr betrug die Lufttemperatur in Spielberg immerhin 20 Grad Celsius. Der Asphalttemperatur betrug nur 19 Grad.
Nach fünf Minuten führte Pedro Acosta die Zeitenliste in 1:29,301 min an. Auf 2 und 3 lagen die Aprilia-Piloten Bezzecchi und Martin. Kurz danach fuhr Johann Zarc (LCR Honda) in 1:29,277 min eine neue Bestzeit.
Nach sieben Minuten setzte sich Yamaha-Pilot Fabio Quartararo in 1:29,266 in an die Spitze. Acosta konterte und fuhr eine 1:28,840 min. Marc Marquez war zu diesem Zeitpunkt Zwölfter, Pecco Bagnaia Neunter. Nach zehn Minuten fuhr Bezzecchi die zweitschnellste Zeit.
Ducati-Lenovo-Teammanager Davide Tardozzi lobte in einem während der Session stattfindenden Interview mit den Kollegen von motogp.com die Leistung von Acosta. «Es sieht danach aus, dass er hier fliegt. KTM hat einen guten Job gemacht.»
Die Top-5 nach 15 Minuten: Acosta, Bezzecchi, Quartararo, Zarco und Marc Marquez.
Bei Pol Espargaro löste beim Anbremsen auf Kurve 1 der Airbag aus. Danach musste er die Tech3-Box ansteuern.
In der Zwischenzeit erklärte Yamaha-Teammanager Massimo Meregalli, weshalb Quartararo auf Platz 3 lag: «Weil wir gerade den weichen Hinterreifen benutzen», schmunzelte der Italiener.
Nach 20 Minuten stürzte Zarco in Kurve 4. Als er aus dem Kiesbett lief, wurde er fast von Honda-Kollege Diogo Moreira überfahren, der mit seiner RC213V durch das Kiesbett fuhr.
Kurz danach musste auch VR46-Pilot Franco Morbidelli in Kurve 4 einen Umweg durchs Kiesbett nehmen – er blieb sitzen auf seiner Ducati und fuhr weiter. Dann musste Moreira an derselben Stelle das zweite Mal durchs Kiesbett. Der MotoGP-Rookie hatte seinen Bremspunkt in Kurve 4 noch nicht gefunden. Martin fuhr die zweitschnellste Zeit.
Die Reihenfolge zur Halbzeit der 30-minütigen Session: Acosta, Martin, Bezzecchi, Quartararo und Zarco.
Dann schraubte Acosta seine Bestzeit zunächst auf 1:28,783 min hinunter. Eine Runde später verbesserte er sich auf 1:28,507 min. Wenige Augenblicke später fuhr Luca Marini (Honda) die zweitschnellste Zeit. Acosta legte nach und fuhr eine 1:28,381 min.
Zarco musste in Kurve 4 mit dem Ersatzbike erneut ins Kiesbett – dieses Mal blieb er sitzen.
Marc Marquez und Diogo Moreira fuhren mehrere gemeinsame Runden, sie wechselten sich bei der Führungsarbeit ab. MM93 hatte 16 Runden alte Reifen auf seiner Desmosedici und fuhr konstant schnelle Zeiten – der Champion übte bereits für den Grand Prix am Sonntag.
Auch Routinier Jack Miller (Pramac Yamaha) musste in Kurve 4 durchs Kiesbett. Fermin Aldeguer (Gresini Ducati) fuhr die zweitschnellste Zeit. Moreira war neuer Dritter. Brad Binder preschte auf Rang 4 vor.
Alex Marquez stürzte nach dem Ausgang von Kurve 1 beim Richtungswechsel – ihm rutschte das Vorderrad weg. Er prallte hart auf den Asphalt auf, konnte aber gleich wieder aufstehen und über die Absperrung flüchten. Weil die Marshals die demolierte Ducati von AM73 nicht schnell genug abtransportieren konnten, wurde die rote Flagge geschwenkt und die Session abgebrochen. Alex war kurz danach wieder in seiner Box zurück – er war unverletzt. Kurz vor dem Abbruch musste auch Marco Bezzecchi in Kurve 4 durchs Kiesbett.
Nach einigen Minuten konnte die hellblaue Desmosedici endlich abtransportiert werden. Die Fahrer fuhren wieder auf die Strecke, um die letzten 12 Minuten zu absolvieren. Auch Alex Marquez machte sich mit seinem Ersatzbike wieder bereit. Er lag nur auf Platz 15 und musste alles geben, um es noch in die Top-10 zu schaffen.
Jorge Martin raste auf Platz 2 – er lag nun direkt vor Marc Marquez. Dann fuhr Ogura die drittschnellste Zeit und Alex Marquez preschte auf Rang 5 nach vorn.
Eine Runde später verbesserte sich Fabio Di Giannantonio auf Rang 5. Marini war neuer Siebter.
Dann verbesserte sich Ogura auf Position 2. Aprilia-Kollege Marco Bezzecchi war zu diesem Zeitpunkt nur 15.
Aldeguer war neuer Zweiter, Binder Siebter, Bezzecchi Neunter. Zarco musste in Kurve 4 erneut durchs Kiesbett.
An die Zeit von Acosta kam niemand mehr heran. Aldeguer und Ogura komplettierten die Top-3. Marc Marquez wurde Vierter.
Den direkten Einzug ins Q2 schafften: Acosta, Aldeguer, Ogura, Marc Marquez, Martin, Di Giannantonio, Binder, Alex Marquez, Bezzecchi und Quartararo.
Pecco Bagnaia beendete das MotoGP-Zeittraining auf Rang 18. Toprak Razgatlioglu wurde mit 1,6 sec Rückstand Letzter.
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