Langbahn-Team-WM: Lukas Fienhage kann seine Enttäuschung nicht verbergen
Zehnmal wurde Deutschland in 17 Team-Weltmeisterschaften auf der Langbahn zur Nummer 1, doch für dieses Jahr sind die Vorzeichen nicht perfekt. Wie Kapitän Lukas Fienhage die Ausgangslage beurteilt.
«Ich hätte mich gefreut, wenn Erik Riss und Martin Smolinski gefahren wären», gibt Lukas Fienhage seinen persönlichen und enttäuschten Gemütszustand preis. Riss und Smolinski waren im Aufgebot des deutschen Teammanagers Jörg Tebbe, der schon zu Jahresbeginn seinen Pool aufgestellt hatte. Neben Riss, Smolinski und Fienhage gehörten auch Daniel Spiller, Dominik Werkstätter und die Brüder Timo und Fabian Wachs zu den in Frage kommenden Fahrern, die Schwarz-Rot-Gold vertreten sollen.
«Für mich ist es keine Frage: Wenn ich für die Nationalmannschaft nominiert werde, fahre ich auch», sagt der 27-jährige Lukas Fienhage aus dem niedersächsischen Lohne. «Für mich ist das selbstverständlich, eine Auszeichnung und Ehre.» Seit 2017 war er durchgängig Teil des DMSB-Teams beim Longtrack of Nations, wie die Team-Weltmeisterschaft offiziell heißt. Mit Ausnahme der beiden Corona-Jahre 2020 und 2021, in denen der Wettbewerb nicht stattfand, und 2023, als Fienhage verletzungsbedingt ausfiel. «Aber auch damals war ich beim Rennen vor Ort und habe die Mannschaftskollegen mental unterstützt. Die Team-WM ist ein hochrangiges Prädikat.»
Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Finnland, die Niederlande und Norwegen heißen in diesem Jahr die Gegner. In den Vorläufen geht es im Drei-gegen-drei gegen alle diese Nationen. Die beiden punktbesten Mannschaften kämpfen dann im alles entscheidenden Finale am Ende um die WM-Krone. Beim bislang bereits 17-mal ausgetragenen Wettbewerb hatte Deutschland zehnmal die Nase vorn. Nur 2013 reichte es nicht aufs Podest. Für Lukas Fienhage, der im Januar Vater einer Tochter geworden ist, wird es die siebte Team-WM-Teilnahme. 2017, 2022 und 2024 wurde er Teamweltmeister, 2020 Einzelweltmeister. In Fankreisen noch heiß diskutiert war seine erste Nominierung des damaligen Teammanagers Josef Hukelmann mit gerade einmal 18 Jahren. Der Rookie wuchs über sich hinaus und freute sich damals über seinen bis dato größten Erfolg.
Deutschland in der Außenseiterrolle
An Gold denkt Fienhage in diesem Jahr nicht, in dem es gleich drei Nationalmannschaftsneulinge zu integrieren gilt. Welche Platzierung es wohl 2026 wird? «Das ist sehr schwer zu sagen», meint der Norddeutsche. «Ich hoffe, dass wir den einen oder anderen Favoriten ärgern können und jeder von uns vieren jene Bestleistung bringt, die ihm möglich ist.» Kapitän Fienhage steuert in jedem Fall viel Erfahrung bei und will seine Teamkameraden mitziehen. Mit seiner bisherigen Saison ist er zufrieden – auch wenn er nach eigenen Worten «viel Pech» hatte. «In Plattling hatte ich zwei Ausfälle, in Herxheim zwei Läufe gewonnen – bis der Regenabbruch kam. Altrip hätte ich gewonnen, wäre da nicht dieser Ausfall gewesen.» Platz 4 bei der Deutschen Meisterschaft hinter Riss, Smolinski und Spiller hakte Fienhage ab. «Mühldorf ist nicht meine Lieblingsbahn. Da habe ich oft Probleme und wir haben die DM auch mehr zum Testen genutzt.»
In der Langbahn-Einzel-WM liegt Fienhage nach Rang 7 in Scheeßel und Position 2 in Morizes derzeit auf Platz 4 in der Gesamtwertung – nur drei Zähler hinter den zweitplatzierten Dave Meijerink (NL) und Zach Wajtknecht (GB). Fienhage: «Ich hoffe, in Roden verletzungsfrei zu bleiben, da ich mir für das Finale in Marmande eine Woche später durchaus noch Chancen auf die Vizeweltmeisterschaft ausrechne.»
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