Corey und Danyon Turner: Die Devise lautet Zähne zusammenbeißen und durch
Für Danyon Turner heißt es am Wochenende in Rijeka auf die Zähne zu beißen, denn noch kämpft der australische Beifahrer mit einer Handverletzung, die er sich in der Vorsaison zugezogen hat.
Corey und Danyon Turner bereichern 2026 die Seitenwagen-Weltmeisterschaft. Das Brüderpaar von Down Under hat sich das Gespann von Sam und Luke Laidlow besorgt, um nach zwei Meistertiteln in ihrer Heimat im fernen Europa erste Erfahrungen in der höchsten Stufe des Dreiradsports zu sammeln.
Der Vorsaisontest in Val de Vienne hätte für sie nicht schlimmer verlaufen können. Bereits am ersten Tag hatten sie einen Unfall, bei dem sich der Beifahrer eine Verletzung am linken Handgelenk zuzog. Der Bruch wurde noch in Frankreich operiert. An die Teilnahme an der ersten WM-Veranstaltung in Le Mans war nicht zu denken.
Mit Luca Schmidt als Ersatz darf das Wochenende als gelungen bezeichnet werden. Das australisch-deutsche Duo heimste mit den Rängen 13 und 11 acht wertvolle Punkte ein. Der Wermutstropfen an der Sache war allerdings, dass Schmidt für die Rennen auf dem ehemaligen GP-Kurs in Grobnik/Rijeka nicht zur Verfügung stand.
Die Schmerzen müssen kurz ausgeblendet werden
Weil sie das Wort «aufgeben» nicht kennen, machten sie sich trotzdem nach Kroatien auf. «Zuerst haben wir gehofft, dass vielleicht Kevin Kölsch einspringen kann, aber er hat leider abgesagt. Wir können seine Entscheidung verstehen, er möchte so knapp vor der Tourist Trophy einfach kein Risiko eingehen.»
«Wir nützen die freien Trainingssessions, um zu sehen, ob die Hand von Danyon der Belastung bereits gewachsen ist. Im schlimmsten Fall können wir immer noch das Handtuch werfen», erzählte Corey, der in der Vergangenheit auch als Solo-Pilot in der spanischen Moto3- bzw. Moto2-Meisterschaft und auch beim 8-Stunden-Rennen in Suzuka Talent bewiesen hat.
«Solange wir auf der Rennstrecke unterwegs sind, sorgt das Adrenalin im Körper, dass die Schmerzen auszuhalten sind, aber danach sind sie schon brutal. Da möchte man am liebsten schreien», gestand Danyon im Gespräch mit SPEEDWEEK.com.
Nach Rijeka wartet die Arbeit in ihrer australischen Heimat
Für die Brüder geht es unmittelbar nach den Rennen zurück nach Australien. Erst unmittelbar vor den Rennen in Pau (Frankreich) geht es wieder zurück. «Während unser Vater in Europa bleibt und bis zum nächsten Einsatz das Leben genießt, müssen wir wieder Geld verdienen, um uns den Spaß auch leisten zu können.»
«Es ist ungemein schwierig, in Europa Sponsoren zu finden, weil wir für sie ein unbeschriebenes Blatt sind, und für australische Firmen sind wir zu weit weg. Sollte in Zukunft aber einen Live-Stream geben, wo man die Rennen der Seitenwagen-WM verfolgen kann, könnte sich die Situation für uns schlagartig verbessern.»
Im ersten freien Training am Freitagmittag überraschte das Duo mit der neuntschnellsten Zeit. Sie konnten dabei sogar einige erfahrene Teams darunter den niederländischen Seitenwagen-Weltmeister Bennie Streuer hinter sich lassen.
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