Speedway-EM Güstrow: Maciej Janowski mit sensationellem Start zum Sieg
Aus den Top-Sechs der Speedway-Europameisterschaft schaffte es in Güstrow lediglich Michael Jepsen Jensen erneut unter die ersten sechs. Am Ende überraschte der Pole Maciej Janowski gleich doppelt.
Beim zweiten Finalrennen zur Speedway-EM in Güstrow ging es schon in den Vorläufen mächtig eng zu und letztlich betrug der Unterschied zwischen dem direkten Finaleinzug und dem Verpassen des Last-Chance-Heats nur zwei Zähler. Direkt in den Endlauf kamen mit gerade mal elf Punkten Jan Kvech und Michael Jepsen Jensen, in Grünberg (Zielona Gora) reichte eine solche Ausbeute nur für den Last-Chance-Heat. Jepsen Jensen hatte im TV-Interview noch betont, dass die Bahn in Güstrow nicht zu seinen Favoriten zählt, doch der Däne fand abgesehen von einem Nuller im ersten Durchgang immer in die Punkte und verdiente sich so den direkten Finaleinzug.
Aus deutscher Sicht ruhten die Hoffnungen auf Kai Huckenbeck, der sich nach dem ersten Finale in Grünberg eine gute Ausgangslage erarbeitet hatte. Mit einem Sieg gelang dem Deutschen ein Auftakt nach Maß. In seinem zweiten Lauf kam der Werlter vom schwierigen blauen Startplatz schlecht los, schaffte es aber mit einer starken ersten Kurve zwei Punkte zu schreiben. Ab dem dritten Durchgang lief es für Huckenbeck, der im neunten Lauf in der ersten Kurve voll abgestrahlt wurde und zurückfiel, nicht mehr. Im vierten Durchgang fiel Huckenbeck in der ersten Kurve erneut zurück, schaffte es aber noch auf den dritten Rang vorzufahren. Mit zwei Punkten im letzten Lauf hinter Maciej Janowski betrieb der 33-Jährige Schadensbegrenzung und bleibt in der Gesamtwertung weiterhin in Reichweite der Medaillenränge, da die Spitzengruppe nach dem Rennen in Güstrow eng beisammen liegt.
Last-Chance-Heat: Aus für Vorjahressieger Madsen
Der Last-Chance-Heat beendete für Leon Madsen an seinem 38. Geburtstag den Rennabend, da er vom blauen Startplatz an den besser gestarteten Kacper Woryna und Maciej Janowski scheiterte.
Was Madsen im Last-Chance-Lauf nicht gelang, schaffte Janowski im Finale: Der Pole musste sich mit Startplatz blau begnügen, von dem in den vorangegangenen Läufen nur einmal gewonnen wurde, und machte das Beste daraus. Er schoss beim Start aus den Bändern und führte, bis der Endlauf nach einem Sturz von Kacper Woryna abgebrochen wurde. Woryna, der nach einem Aufsteiger in der Zielkurve die Bande touchierte und gestürzt war, wurde vom Re-Run ausgeschlossen und das Finale mit drei Fahrern erneut gestartet.
Janwoski wiederholte seinen sensationellen Start und schaffte es über die vier Runden alle Attacken des nie aufsteckenden Jan Kvech geschickt abzuwehren und zu seinem ersten Triumph in einem EM-Finalrennen zu fahren. «Das Setup war in Güstrow sehr wichtig, weil alle Fahrer hier auf einem sehr hohen Niveau unterwegs sind», unterstrich der Red-Bull-Pilot. «Im dritten Durchgang haben wir einen Fehler gemacht und daraus unsere Lehren gezogen.»
Haupt mit gutem Auftritt gegen die europäische Elite
Tyler Haupt konnte bei seinem EM-Debüt einige Ausrufezeichen setzen. Der erstaunliche 16-Jährige ließ in seinem ersten Lauf mit Patryk Dudek und Andzejs Lebedevs gleich zwei Grand-Prix-Fahrer hinter sich und holte einen weiteren Punkt gegen Nazar Parnitskyi, der als U21-Weltmeister ebenfalls im Grand Prix unterwegs ist. Mit vier Punkten verkaufte sich der Sohn von Roberto Haupt sehr ordentlich und schürte große Hoffnungen für die Zukunft.
Ergebnisse Speedway-EM Güstrow/D:
1. Maciej Janowski (PL), 13 Punkte
2. Jan Kvech (CZ), 13
3. Michael Jepsen Jensen (DK), 11
4. Kacper Woryna (PL), 10
5. Tom Brennan (GB), 10
6. Leon Madsen (DK), 10
7. Mikkel Michelsen (DK), 9
8. Adam Ellis (GB), 8
9. Patryk Dudek (PL), 8
10. Kai Huckenbeck (D), 8
11. Przemyslaw Pawlicki (PL), 8
12. Nazar Parnitskyi (UA), 5
13. Piotr Pawlicki (PL), 4
14. Tyler Haupt (D), 4
15. Andzejs Lebedevs (LV), 3
16. Mathias Pollestad (N), 2
Last-Chance-Heat: 1. Kacper Woryna, 2. Maciej Janowski, 3. Leon Madsen, 4. Tom Brennan
Finale: 1. Maciej Janowski, 2. Jan Kvech, 3. Michael Jepsen Jensen, 4. Kacper Woryna (S)
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