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Sportwagen

Kolumne

Harald Ertl und Hans Heyer in einem Team – wie soll das gut gehen?

Das kann gut oder in die Hose gehen: zwei Spitzenfahrer im gleichen Rennstall glücklich machen zu müssen. Wie das 1979 mit den DRM-Champions Harald Ertl und Hans Heyer lief.

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Harald Ertl, Hans Heyer und Erich Zakowski
Harald Ertl, Hans Heyer und Erich Zakowski
Foto: Archiv Uwe Mahla
Harald Ertl, Hans Heyer und Erich Zakowski
© Archiv Uwe Mahla

Die Nachricht schlug seinerzeit bei der Branche und bei den Fans ein wie eine Bombe. Gemeldet wurde im Februar 1979: Harald Ertl, der taufrische Deutsche Rennsport-Meister und sein zweifacher Vorgänger Hans Heyer (1975 und 1976) bestreiten die kommende DRM-Saison als Teamkollegen in technisch identischen Gruppe-5-Zakspeed Capri.

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Und beide wollten erklärtermaßen die Meisterschaft gewinnen. Die Aufregung war gewaltig: Wie sollte das gehen? Zwei fraglos ebenbürtige Tourenwagen-Giganten im selben Rennstall unter der Regie von Strategie-Genie Erich Zakowski. Zwei der Besten ihrer Zunft mit gleichem Spitzenmaterial im hausinternen direkten Duell, wer wollte das beherrschen?

Hier der niederrheinische Tüftler mit der schier bodenlosen Trickkiste mit Werkzeug für alle Fälle, die es im knallharten Profisport braucht – auf, manchmal aber auch neben der Strecke – Hans Heyer, betont individuelles Kennzeichen Tirolerhut.

Da der in Österreich gebürtige Wahl-Mannheimer Selfmademan mit einer motorsportlichen Geschichte, die sich zwischen bescheidensten Anfängen, grandiosen Abflügen und glänzenden Leistungen entwickelt hatte – Harald Ertl, Eigenbranding durchgestylter Zwirbelbart.

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Beide – auf sehr unterschiedliche Weise - Alphatiere reinster Prägung. Wie, bitte, sollte das funktionieren?

Ertl: «Ich werde für Hans nicht vom Gas gehen»

Um uns das erklären zu lassen, machten sich mein Kollege Arno Schmitt und ich uns nach Niederzissen in Zakowskis Büro auf. Um den wesentlichen Eindruck des mehrstündigen Interviews an den Anfang zu stellen, wählten wir als Schlagzeile das Ertl-Zitat „Ich werde für den Hans nicht vom Gas gehen“.

Heyer, danach befragt, dass er wegen der Überlegenheit des Turbo-Capri ursprünglich locker auf Meisterschaftskurs hätte gehen können, orakelte zunächst einmal: „Die Meisterschaft wird sicher sehr lustig werden.“

Bei beiden klang die Bemühung durch, die Schwierigkeiten der Konkurrenzsituation in ein- und demselben Team herunter zu spielen. Zum Beispiel so, Ertl: „Der Hans ist für mich der Favorit für die diesjährige Meisterschaft, das ist ganz klar. Er kennt das Auto, er kennt die Reifen.“

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Heyer, der ja schon eine Saison mit dem Capri Erfahrung hatte, konterte: „Das sehe ich etwas anders; der Harald profitiert von den zurückliegenden Tests genauso wie ich. Von der Technik her ist durchaus eine Gleichsetzung gegeben.“

Schließlich strich Ertl einen Aspekt in Bezug auf die jeweiligen Titelchancen als besonders positiv heraus: „Insofern sind wir ja besser dran, als wenn wir in rivalisierenden Rennställen führen. Da würden und dürften wir uns kaum Schützenhilfe geben. … Ja, ich glaube schon, dass unsere Chancen mit der Möglichkeit der Zusammenarbeit im Zakspeed-Team eher wachsen.“

Und Heyer setzte als Kontra- und Schlusspunkt: „Ich hoffe, dass ich Deutscher Meister werde!»

Und dann kam alles anders

Doch dann kam alles ganz anders: Während Ertl das Pech buchstäblich an den Fersen heftete und sich Ausfall an Ausfall reihte, ließ sich Heyer allein sechsmal als Sieger in der Zweiliter-Division feiern.

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Bei Ertl las sich die Bilanz so: Zwei Siegen, einem zweiten und einem dritten Platz standen sechs Ausfälle mit Ursachen wie defekte Lenkung, Motorschaden, geplatzter Ladeluftkühler, Überhitzung und unverschuldeter Unfall gegenüber. Gleichzeitig konnte sich Heyer lange Zeit gewisse Hoffnungen auf einen neuerlichen Titelgewinn machen, wenn nicht …

Ja, wenn nicht Klaus Ludwig eine geniale Saison erwischt hätte. In dem überragenden Kremer-Porsche K3 zeigte der junge Mann der Meute der gestandenen 935-Spezialisten Bob Wollek, John Fitzpatrick, Rolf Stommelen, Manfred Schurti und Axel Plankenhorn ein ums andere Mal die Heckpartie.

Mit einer Ausnahme – da machte ihm ein zu Überrundender einen Strich durch die ansonsten makellose Rechnung – ging er bei elf Rennen sage und schreibe zehn Mal als ungefährdeter Sieger vom Platz.

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