Razgatlioglu erhielt Strafe – und verließ Mugello dennoch in bester Laune
Bei seinem Mugello-MotoGP-Debüt fand Pramac-Pilot Toprak Razgatlioglu im GP-Rennen sein Glück. Auch eine Strafe, die ihm einen WM-Punkt kostete, konnte die Laune des Superbike-Königs nicht trüben.
Pramac-Yamaha-Pilot Toprak Razgatlioglu hatte eine schlechte Ausgangslage vor dem Großen Preis. Der Superbike-Weltmeister ging nur von Platz 20 in den Lauf und war damit der Langsamste der MotoGP-Stammbesetzung. Toprak selbstkritisch: «Ich hatte mir für das Qualifying eine 1:45er-Runde als Ziel gesetzt, das hat nicht funktioniert – bei 1:46,1 min war ich am Ende.» Zum Vergleich: Marco Bezzecchi hatte die Aprilia RS-GP mit einer 1:43,921 min auf die Pole gestellt.
Nach einem nicht zufriedenstellenden Sprint – Platz 17 als dritte Yamaha-Kraft – wendete sich das Blatt im GP-Rennen. Mit jeder Runde fand «El Turco» mehr Vertrauen in seine einmalig in Editions-Weiß lackierte Pramac-M1. Toprak war in der Lage, zu attackieren, und im Finale war er der Beste der drei Yamaha-Fahrer (nach Sturz von Alex Rins).
Razaglioglu berichtete nahezu enthusiastisch: «Ich bin so zufrieden – denn wir haben heute wirklich einen entscheidenden Schritt gesetzt. Vor dem Warm-up hat meine Mannschaft eine deutliche Veränderung am Motorrad vorgenommen und das Ergebnis war, dass es sich komplett anders angefühlt hat. Ich habe die Motorbremse gespürt, konnte richtig verzögern – gleichzeitig aber auch mehr Speed mit durch die Kurven nehmen.» Toprak unterstrich: «Der Schlüssel ist die Motorbremse! Wenn ich das spüre und mit ihrer Hilfe die Bremse nutzen kann, dann ist das das Gefühl, das ich brauche.»
Der Rookie sprudelte weiter: «Nach dem Start, der auch viel besser war als im Sprint, hat es ein wenig gebraucht, aber dann fand ich einen Rhythmus, der richtig gut war. Ich habe zu Fabio (Quartararo) aufgeschlossen und auch das Tempo von Morbidelli konnte ich mitgehen.»
In Runde 13 schnappte sich «El Turco» Teamkollege Miller, fünf Umläufe später Quartararo fällig. Damit lag die Yamaha mit der Nummer 7 in den Punkten. In der letzten Runde überfuhr Toprak dann nach Analyse der Rennkommissare die Streckenbegrenzung – verboten! Es ging wieder einen Platz zurück – hinter Miller.
Razgatlioglu: «Dass ich jetzt nicht mehr bester Yamaha-Fahrer bin, ist mir genauso egal wie die Position. Mich freut nur, was wir hier in Mugello für einen Job gemacht haben. Wenn ich mir vorstelle, dass wir mit dieser Abstimmung direkt nach Balaton fahren, auf eine Piste, die ich sehr mag und die viel besser zu meinem Stil passt, dann habe ich richtig Freunde.»
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