Strafe für Kimi Antonelli: Mercedes-Star braucht in Monza grosse Aufholjagd
Die Strafe für Formel-1-WM-Leader Kimi Antonelli in Monza ist beschlossene Sache. Nun ist der italienische WM-Leader gefordert. Um aufs Siegerpodest zu gelangen, ist eine tolle Aufholjagd vonnöten.
Kimi Antonelli (20) muss diese Kröte schlucken: Ausgerechnet beim Heimrennen in Monza wird der Mercedes-Fahrer eine Strafversetzung hinnehmen müssen.
Noch ist nicht ganz klar, um wie viele Ränge. Baut Mercedes lediglich einen neuen Verbrenner ein, sind zehn Plätze zurück fällig. Erhält Kimi eine komplett neue Antriebseinheit, muss er von ganz hinten starten.
Die Denke bei Mercedes: Früher oder später kommt die Strafe ohnehin, also am besten auf einer Piste absitzen, wo Antonelli Ränge gutmachen kann. Die Frage wird dann sein: Wie viele? Schafft es der Sensations-Führende der WM 2026 vielleicht sogar noch aufs Siegerpodest?
Dazu müsste er eine grandiose Aufholjagd zeigen, und davon haben wir in der Formel 1 einige erlebt, die vielleicht grösste von allen auch in Monza.
Die Fans staunen immer wieder über Rennen, in welchen Fahrer von weit hinten nach vorne stürmen. Wir denken etwa an den Grossen Preis von São Paulo 2024, in welchem Max Verstappen die Weichen zu seinem vierten WM-Titel in Folge gestellt hat, mit einer unfassbaren Leistung – Sieg im Regenrennen von Startplatz 17 aus!
Von weiter hinten haben in der Formel 1 nur zwei Fahrer gewonnen: Der Brite John Watson in Long Beach (USA) 1983, da war der McLaren-Fahrer vom 22. Startplatz losgefahren. Und Rubens Barrichello beim Regen-GP von 2000 in Hockenheim, der Brasilianer im Ferrari.
Einen Sieg vom 17. Startplatz, das hatte es in der Formel 1 vor Max fast zwanzig Jahre lang nicht gegeben. Kimi Räikkönen siegte 2005 in Suzuka (Japan) im McLaren von P17. Und obiger Watson siegte ebenfalls vom 17. Startplatz aus, das war 1982 in Detroit, ebenfalls mit McLaren.
Ob Max Verstappens Siegesfahrt in São Paulo nun die beste Aufholjagd von allen gewesen ist, darüber diskutieren die Fans leidenschaftlich. Denn wir haben in der Königsklasse schon manche Fahrt erlebt, welche die GP-Anhänger in Verzückung versetzte.
Ein persönlicher Rekord war Interlagos 2024 für Verstappen übrigens nicht, denn in Sotschi 2021 wurde der Niederländer vom 20. Startplatz aus sogar Zweiter.
Lewis Hamilton musste 2021 als Letzter in den Sprint von Interlagos gehen, nachdem der Heckflügel seines Mercedes als nicht reglementkonform eingestuft worden war und er von der Qualifikation disqualifiziert wurde. Der Engländer zeigte dann eine meisterhafte Fahrt auf Platz 5.
Danach musste Hamilton erneut um fünf Ränge zurück, aufgrund eines Motorwechsels. Von Startplatz 10 fuhr der siebenfache Champion unwiderstehlich zum Sieg im Grand Prix von São Paulo.
Ferrari-Star Sebastian Vettel musste in Hockenheim 2019 als Letzter losfahren. Normalerweise sind da alle Chancen auf ein gutes Ergebnis dahin. Aber zum Glück ist die Formel 1 nicht normal: Vettel wurde im chaotischen Grossen Preis von Deutschland Zweiter!
In Abu Dhabi 2012 zeigte Vettel, damals noch für Red Bull Racing, eine verblüffende Fahrt von fast hinten bis fast nach vorne. Als Vorletzter (Pedro de la Rosa nahm aus der Boxengasse von Abu Dhabi noch hinter ihm Aufstellung) war der WM-Leader Vettel ins Rennen gegangen, als Drittplatzierter durfte er am Ende aufs Podest klettern!
Wir lassen bei den folgenden Zahlen das Indy 500 aussen vor. Das Spektakel in den USA zählte zwar in den 50er Jahren zur Formel-1-WM, aber ein veritabler Grosser Preis der USA war das nie, und GP-Renner verirrten sich nur selten in den Nudeltopf von Indiana.
Daher: Beim Grossen Preis von Grossbritannien 1954 ging der Argentinier Roberto Mieres mit seinem Maserati von Startplatz 32 ins Rennen und wurde Sechster – 26 Ränge gewonnen!
Im gleichen Rennen fuhr sein Landsmann Onofre Marimón von Startplatz 28 aufs Podest: Rang 3 – 25 Ränge gewonnen!
So etwas ist heute nicht mehr möglich: Das Formel-1-Feld 2026 besteht aus 22 Autos.
Sein vielleicht bestes Formel-1-Rennen hat der legendäre Jim Clark nicht gewonnen: 1967 preschte er in Monza von Pole-Position los und führte, dann kam er wegen platten Reifens zur Box. Das Wechseln der Räder kostete eine Runde. Der Schotte ging als 16. wieder auf die Bahn.
Clark brannte einen Rundenrekord nach dem anderen in den Asphalt, machte die eine Runde gut und ging als Leader in die letzte Runde. Dann ging ihm der Sprit aus, mit stotterndem Motor wurde er Dritter.
Die Tifosi feierten ihn, als hätte er in einem Ferrari gewonnen.
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