Alvaro Bautista fühlt sich betrogen: Deshalb bleibt am Ende eine Hass-Liebe
In seinen neun Jahren MotoGP saß Alvaro Bautista nie auf dem besten Motorrad. Ganz anders in der Superbike-WM, dort konnte der erfolgreichste Ducati-Fahrer aller Zeiten sein Potenzial voll entfalten.
Als 125er-Weltmeister 2006 hinterließ Alvaro Bautista auch in der nächsthöheren Klasse bis 250 ccm sofort einen bleibenden Eindruck, gewann in seinem ersten Jahr 2007 zwei Rennen, brauste siebenmal aufs Podium und wurde WM-Vierter. Im Jahr darauf wurde der Spanier mit vier GP-Siegen Vizeweltmeister und trat auch 2009 in der Viertelliter-WM an, in der er erneut auf Gesamtrang 4 landete.
Dann ging es in die MotoGP, in der Bautista von 2010 bis 2018 für die Werksmannschaften von Suzuki und Aprilia antrat, außerdem für Privatteams auf Honda und Ducati fuhr. Auf dem besten Motorrad saß er in diesen neun Jahren nie, eroberte aber immerhin drei Podestplätze und wurde 2012 WM-Fünfter und im Jahr darauf Sechster – jeweils auf Honda.
Bautista wollte nicht in die Superbike-WM
Weil er für 2019 kein MotoGP-Team fand, wechselte Alvaro in die Superbike-WM und das Werksteam von Ducati. Damals setzte der Hersteller aus Bologna erstmals eine Maschine mit Vierzylindermotor ein, die Panigale V4R. Und diese war wie maßgeschneidert für den nicht eben groß gewachsenen Bautista. Er gewann die ersten zehn Rennen gegen den vierfachen Weltmeister Jonathan Rea auf Kawasaki. Dann wollte Alvaro wiederholt zu viel und stürzte mehrmals in Führung liegend. Rea konnte den faszinierenden WM-Kampf drehen und am Ende des Jahres zum fünften Mal triumphieren.
Bautista erlag in der Folge einem Angebot von Honda mit kolportiertem Jahresgehalt von einer Million Euro, brachte in seinen zwei Jahren für den größten Motorradhersteller aber nur drei Podestplätze zustande – trotzdem mehr als jeder andere seither. 2022 kehrte Bautista reumütig zu Ducati zurück, in den nächsten vier Saisons gelangen die WM-Ränge 1, 1, 3 und 3, mit 63 Siegen und 126 Podestplätzen ist der Fahrer mit der Startnummer 19 der klassenübergreifend erfolgreichste WM-Pilot, den Ducati je hatte.
Wenn du in der MotoGP bist, denkst du, dass die Superbike-WM ein niedrigeres Level wäre.alvaro bautista
«In der Superbike-WM bekam ich die Chance, mein Potenzial zu entfalten», erzählte der Routinier beim Treffen mit SPEEDWEEK.com. «In der MotoGP fand ich keinen Platz mehr und in die Superbike-WM wollte ich anfänglich nicht. Gleichzeitig wollte ich aber weiterhin Rennen fahren, weil ich das Gefühl hatte, dass ich immer noch gewinnen kann. Dann wechselte ich und machte mit einer ganz anderen Meisterschaft Bekanntschaft, die ich liebe. Wenn du in der MotoGP bist, dann denkst du, dass die Superbike-WM ein niedrigeres Level wäre. Als ich aber ankam, fand ich heraus, dass dem nicht so ist. Die Rennen und die Motorräder, die Fahrer, Strecken und Reifen sind anders. Das Niveau ist nicht niedriger, es ist nur anders. Man kann das nicht vergleichen. Die MotoGP ist nicht besser, sie ist anders. Ich genoss es von Anfang an und bekam die Chance, viele Rennen und zwei Titel zu gewinnen.»
Bautista: «Schade, was das Reglement wegnimmt»
«Gleichzeitig empfinde ich aber einen gewissen Hass auf diese Meisterschaft», legte Bautista offen. «Nicht wegen der Menschen, den Fans oder dem Fahrerlager, sondern wegen der Regeln. Diese haben mir die Möglichkeit geraubt, um mehr Siege und Meisterschaften zu kämpfen. Ich empfinde eine Hass-Liebe. Es ist eine Schande, dass in so einer Meisterschaft, in der wir gute Kämpfe zeigen, und Rennen, die die Leute sehr genießen,
Ob Bautista Mitte Oktober in Jerez sein
Teams & Fahrer Superbike-WM 2027:
BMW: Miguel Oliveira (P), Brad Binder (ZA)
Bimota: Axel Bassani (I), Alex Lowes (GB)
Honda: Jake Dixon (GB), Somkiat Chantra (T)
Kawasaki: Garrett Gerloff (USA)
Pata Yamaha: Andrea Locatelli (I), Jack Miller (AUS)
GRT Yamaha: Remy Gardner (AUS), Stefano Manzi (I)
MotoXracing Yamaha: Mattia Rato (I), Twan Smits (NL)
Aruba.it Ducati: Iker Lecuona (E), Franco Morbidelli (I)
Barni Spark Ducati: Yari Montella (I), Xavier Vierge (E)
Marc VDS Ducati: Sam Lowes (GB)
Motocorsa Ducati: Alberto Surra (I)
Advocates Ducati: Tommy Bridewell (GB)
Go Eleven Ducati: Lorenzo Baldassarri (I), Albert Arenas (E)
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach
