Tommy Bridewell (Ducati) nach Rookie-Saison: Manchmal zu viel riskiert
Auch wenn Tommy Bridewell die Saison nur als 14. beendet hat, gehört der Ducati-Pilot zu den Gewinnern der Superbike-WM 2026. Für das nächste Jahr hat sich der Routinier viel vorgenommen.
Es war eine faustdicke Überraschung, als sich das neue Team Advocates nach Ablauf der offiziellen Einschreibefrist für einen Platz in der Superbike-WM 2026 bewarb. Denn eigentlich wollte das neue Team des Australiers Lecha Khouri die britische Meisterschaft bestreiten und hatte mit Tommy Bridewell den dafür passenden Piloten engagiert. Erst bei Übergabe der Ducati V4R im Rahmen des Portimão-Tests im Januar schwenkte Advocates Racing um.
Nach Alvaro Bautista war Bridewell mit 38 Jahren der zweitälteste Pilot in diesem Jahr – stand heute wird der Engländer 2027 der älteste Teilnehmer sein. Dennoch fuhr er 2026 seine erste volle Saison, dasselbe galt für sein Team. Wegen des spontanen WM‑Einstiegs verpasste Advocates den Saisonauftakt auf Phillip Island und war auch nicht bei jedem Meeting optimal aufgestellt.
«Für ein Team, das so kurzfristig zusammengestellt wurde, können wir meiner Meinung nach den Kopf hochhalten und sehr stolz auf das sein, was wir in dieser Saison erreicht haben. Ich glaube nicht, dass wir viel mehr hätten verlangen können, und im Großen und Ganzen bin ich sehr zufrieden», betonte Bridewell. «Ein riesiges Dankeschön an das gesamte Team für die unglaublich harte Arbeit und Unterstützung – und natürlich auch an unsere Sponsoren und technischen Partner.»
Wir hätten in der Gesamtwertung etwas weiter oben stehen können.Tommy Bridewell
Der Ducati-Pilot hat fünfte Plätze in Aragon und Donington (jeweils Lauf 1) als beste Ergebnisse vorzuweisen; in zwölf von 33 Rennen erreichte Bridewell die Top-10. Die Kehrseite der Medaille sind insgesamt acht Ausfälle. Mit den Erfahrungen aus der Debütsaison blickt der Routinier zuversichtlich auf 2027.
«Wir hätten in der Gesamtwertung etwas weiter oben stehen können, wenn ich früher gelernt hätte, mich in manchen Situationen etwas zurückzuhalten, anstatt zu viel zu riskieren, um ein bestimmtes Ergebnis zu erzielen. Wenn man aber bedenkt, dass wir das erste Rennwochenende verpasst haben, können wir meiner Meinung nach sehr zufrieden sein», analysierte Bridewell. «Wenn ich über den Winter weiter intensiv an meinem Fahrstil, meiner Technik und meinem Lernprozess arbeite, bin ich zuversichtlich, dass wir von Beginn weg um die ersten sechs Plätze mitkämpfen können.»
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