SBK-Einstieg von CF Moto: Gesucht – der Beste von 1,4 Milliarden Chinesen
Chinesische Hersteller werden in Zukunft auch im Motorrad-Rennsport eine immer wichtigere Rolle spielen. Der dritte und letzte Teil des großen Exklusiv-Interviews mit Teamchef Jorge «Aspar» Martinez.
Kove ist in der Sportbike-WM dabei, ZX Moto und QJ Motor mischen in der Supersport-WM mit. Und 2027 kommt CF Moto dazu und steigt als erste chinesische Marke
Jorge, es war eine Überraschung, als CF Moto als neuer Ausrüster für die Einheitsmotorräder in der Frauen-Weltmeisterschaft ab 2027 verlautbart wurde. Stimmt, und ich halte das für
Nächstes Jahr findet in Shanghai erstmals ein Superbike-WM-Event statt. War das eine Initiative von CF Moto? Der Motorradsport hat Grund zum Feiern, weil ein Land wie China für diesen Sport entdeckt wurde. Spät, aber immerhin. Als wir vor 20 Jahren dort waren, gab es den Motorradsport praktisch noch nicht und es fehlte an einer Motorradkultur. Glücklicherweise wächst die Welt des Motorradsports jetzt stark, sowohl kommerziell als auch auf der Straße. Das sind gute Nachrichten für unseren Sport. Es gibt viele chinesische Marken, die sich etablieren, und CF Moto ist die führende Marke in China und eine derjenigen, die international am stärksten wachsen. Ich freue mich, Teil dieser Entwicklung zu sein. Sie haben vor, chinesische Fahrer auszubilden sowie
Die Gründung der Schule in China ist auch auf deine Initiative zurückzuführen. Wer leitet sie? Damit sie Ergebnisse liefert, muss es ein Team aus Ausbildern geben, die gut vorbereitet sind. Sind das auch Leute aus deinem Umfeld? Wir waren bereits mehrmals dort. Ich bin mit meinen Fahrern hin, um Unterricht zu geben, darunter David Alonso, Maximo Quiles, Daniel Holgado und Marco Morelli. Enzo, der Sohn von Sergio Gadea, der unser Fahrer in der Europameisterschaft ist, war dort. Wir haben unsere Fahrer hingeschickt, um den Kindern zu helfen, und sie schicken uns im Gegenzug chinesische Fahrer in unsere Schule. Ich halte das alles für sehr positiv.
Wenn diese chinesischen Nachwuchstalente kommen, wird das Ganze dann von CF Moto finanziert oder hilft auch eine chinesische Regierungsbehörde mit? Das weiß ich nicht genau. Derzeit finanziert CF Moto einen Teil, einen anderen zahlen die Familien. Es ist eine Mischung. Die Idee wäre, in China eine Meisterschaft ins Leben zu rufen, die unserem Modell ein wenig nachempfunden ist, den Besten Stipendien zu gewähren und sie nach Spanien zu holen. Wenn wir unter den 1,4 Milliarden Einwohnern Chinas die Besten finden, würden wir uns sehr freuen. Wie ich bereits sagte, muss man es begrüßen, dass China für unsere Welt aufschaut. Hoffentlich geschieht das auch in Indien und der Rennsport wird dort gestärkt.
Jorge, in deiner Organisation deckst du alle Bereiche ab, und ich sehe fast immer dieselben Leute, die ich schon seit Jahren kenne. Wir sind enorm gewachsen – wir sind jetzt 131 Personen! Wir sind nicht mehr nur die gleichen Leute wie immer. Die Struktur ist gewachsen und wächst weiter. Wir haben eine Mechaniker- und Fahrerakademie. Ich baue mehr Leute ein. Allerdings kann ich dir sagen, dass ich mich gerade regelrecht vervielfache. Von Indonesien bin ich nach Valencia gekommen, von Valencia nach Jerez und von dort aus ging es weiter nach Australien.
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