Schwarzer Sonntag für Oliveira & Petrucci: Die Reaktionen der BMW-Manager
Das zweite Hauptrennen der Superbike-WM in Ungarn fand ohne die verletzten BMW-Werksfahrer Miguel Oliveira und Danilo Petrucci statt. Positiv für den deutschen Hersteller: Die Rundenzeiten waren gut.
Großer Podiumsjubel am Samstag und Schockmomente am Sonntag: Am vierten Rennwochenende der Superbike-WM auf dem Balaton Park Circuit nahe des ungarischen Plattensees durchlebte das BMW-Werksteam die komplette Gefühlspalette. Am Samstag feierte Miguel Oliveira seinen vierten dritten Platz in dieser Saison, am Sonntag folgte die bittere Wende: Im Sprintrennen wurde der Portugiese ebenso unverschuldet verletzt wie sein ROKiT-Teamkollege Danilo Petrucci, sodass beide auf das zweite Hauptrennen verzichten mussten.
Oliveira war nach einer Kollision von Andrea Locatelli (Yamaha) mit Sam Lowes (Ducati) zu Boden gegangen, die Erstdiagnose lautet Gehirnerschütterung und eine noch unbestimmte Verletzung an der linken Schulter. Nach dem Neustart wurde Petrucci hart von Bahattin Sofuoglu (Yamaha) links an der Hüfte getroffen, für den restlichen Tag erhielt der Italiener von den Rennärzten Startverbot.
Damit fehlten im zweiten Hauptrennen beide BMW-Fahrer und Ducati hatte mit der übermächtigen Panigale V4R noch weniger Widersacher: Im Sprint belegte der Hersteller aus Bologna die ersten sechs Plätze, in Lauf 2 sprengte lediglich Garrett Gerloff (Kawasaki) als Fünfter das Ducati-Oktett an der Spitze.
BMW schneller als im Vorjahr
«Wir konnten sehen, dass wir uns in der Pace gesteigert haben und waren schneller als im vergangenen Jahr», analysierte BMW-Rennchef Sven Blusch. «Wenn alles planmäßig gelaufen wäre, wäre das Podium in allen drei Rennen möglich gewesen. Doch der Sonntag wurde zu einem schwarzen Tag für uns. Zunächst der schwere Sturz von Miguel – das war ein großer Schock, dazu kam die anfängliche Ungewissheit. Zum Glück kam eine erste, wenn auch vorsichtige Entwarnung. Aber wir müssen abwarten, was die weiteren Untersuchungen am Dienstag ergeben. Wir wünschen unseren beiden Fahrern gute und schnelle Besserung und werden sie bei ihrem Genesungsprozess maximal unterstützen!»
Chris Gonschor: «Schlagkräftige Mannschaft und Fahrerpaarung»
Christian Gonschor nahm das Wochenende aus technischer Sicht unter die Lupe. «Es hat uns sehr gefreut, mit Miguel ein starkes Qualifying zu haben und am Ende des Tages mit Platz 3 im Hauptrennen unsere Podiumsfähigkeit zu zeigen», sagte der gebürtige Bochumer. «Das Qualifying hätte sogar noch besser sein können: Ohne die gelben Flaggen wäre Miguel auf Platz 2 gefahren. Das zeigt eindeutig, dass wir eine schlagkräftige Mannschaft und Fahrerpaarung haben. Am Sonntag konnten wir die starke Performance leider aufgrund einer Verkettung unglücklicher Umstände nicht in das Superpole Race und das zweite Rennen übertragen. Mit dem Ausfall beider Fahrer ging ein hoffnungsvolles Wochenende zu Ende. Aber wir können mit viel Selbstbewusstsein nach Most reisen und hoffen, dort mit zwei gesunden Fahrern erneut ums Podium zu kämpfen, um die Meisterschaft interessant zu halten. Wenn alles zusammenkommt, sind wir nach dem Ducati-Werksteam die zweitstärkste Kraft. Wir kämpfen weiterhin um Podestplätze und in der Folge hoffentlich auch wieder um Siege. Wir schauen optimistisch in die Zukunft, auch wenn dieser Sonntag sehr schwer war.»
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