Streit nach Strafen-Chaos in Monaco: Warnung von GP-Veteran Martin Brundle
Die Regelhüter haben mit der Aufhebung der Monaco-Strafen von Pierre Gasly für Unmut und Wirbel gesorgt. Martin Brundle warnt: «Es ist ein Durcheinander, für das es keine einfache Lösung gibt.»
Das ganze Monaco-Wochenende hindurch wurden ungewöhnlich viele Strafen für das Überschreiten des Tempolimits in der Boxengasse ausgesprochen, die im kleinen Fürstentum besonders eng ausfällt, weshalb sie die GP-Stars mit maximal 60 km/h durchfahren dürfen. Am Rennsonntag alleine wurden sechs Übertretungen gemeldet, die jeweils eine 5-sec-Strafe nach sich zogen.
Betroffen waren mehrere Fahrer, allen voran aber Pierre Gasly, der gleich zwei Mal eine 5-sec-Zeitstrafe aufgebrummt bekam. Diese sass der Franzose nicht ab, weshalb die Strafsekunden nach dem Fallen der Zielflagge zu seiner Rennzeit addiert wurden – was ihn zunächst vom dritten auf den siebten Platz zurückwarf.
Alpine-Entscheidung verärgert die Gegner
Alpine ging gegen die Strafen vor – und hatte wider Erwarten Erfolg. Die Regelhüter der FIA räumten einen Messfehler ein, und nahmen die Strafen zurück. Das sorgte wiederum für Unmut bei den Gegnern, und McLaren, Red Bull Racing und zu Beginn auch Mercedes forderten eine Überprüfung des neuen Rennergebnisses. Mercedes zog den entsprechenden Antrag zurück, wie die FIA am gestrigen Freitagabend verkündete.
In den Augen von GP-Veteran Martin Brundle hat sich die FIA mit der Entscheidung zu den Gasly-Strafen selbst das Leben schwer gemacht. Er schreibt in seiner Analyse auf «Skysports.com»: «Das ist eine sehr komplizierte und unbequeme Entscheidung. Andere Fahrer haben ihre Strafen absolviert und ihre Strategien entsprechend angepasst, George Russells Rennen wurde dadurch sogar zerstört, aber weil das keine Strafen waren, die nach dem Rennen auferlegt wurden, hat sich nichts für sie geändert.»
Präzedenzfall für künftige Strafen
Der frühere GP-Pilot warnt auch: «Damit wird zudem ein Präzedenzfall geschaffen, wonach kleinere Strafen während des Rennens nicht abgesessen werden, um das Recht zu wahren, diese nach dem Fallen der Zielflagge anzufechten. Das Ganze ist ein ziemliches Durcheinander, für das es keine einfache Lösung gibt.»
Und Brundle betont: «Wie sich herausstellte, war eine der Zeitmessschleifen in der Boxengasse von Monaco 77 cm kürzer als kalibriert, weshalb zahlreiche Geschwindigkeiten von 60,1 km/h gemessen wurden, obwohl das Limit bei 60 km/h lag. Daraus werden zweifellos Lehren gezogen werden, und die Geschichte wird vermutlich noch eine Weile für Gesprächsstoff sorgen.»
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