Deal mit Toprak: Hohes finanzielles Risiko für BMW
Mit der Verpflichtung von Ex-Champion Toprak Razgatlioglu für die Superbike-WM 2024 ist BMW der Coup des Jahres gelungen. Welche Auswirkungen das haben wird, lässt sich noch nicht abschätzen.
Seit Toprak Razgatlioglu mit BMW einen Vertrag für die Superbike-WM 2024 (und 2025) unterschrieben hat, wird gerätselt, wie es mit den anderen BMW-Fahrern weitergeht. Denn nach und nach sind die Vertragssituationen von Scott Redding, Michael van der Mark, Garrett Gerloff und Loris Baz bekanntgeworden.
Fest steht, dass Razgatlioglu nächstes Jahr im Team ROKiT BMW Motorrad Motorsport fährt, wie das Team von Shaun Muir (SMR) offiziell heißt. Mutmaßungen, der bayerische Hersteller könnte für den Türken ein eigenes Team auf die Beine stellen, entbehren jeder Grundlage.
Van der Mark hat ebenfalls einen BMW-Vertrag, laut dem er im Nummer-1-Team fährt.
Zieht Redding bis zum 15. Juli 2023 seine Option, hat BMW drei Fahrer für SMR. Es gibt aber nur zwei Motorräder, was auch für nächstes Jahr so bleiben wird.
Es gab Überlegungen, van der Mark oder Redding im zweiten BMW-Team Bonovo action von Jürgen Röder unterzubringen, sollte sich Redding für den Verbleib beim deutschen Hersteller entscheiden.
Doch diese Möglichkeit steht auf sehr wackligen Beinen. Denn van der Mark und Redding pochen darauf, bei SMR zu fahren. Zudem hat Gerloff für Bonovo einen Zwei-Jahres-Vertrag bis Ende 2024. Und Loris Baz besitzt, entgegen früherer Annahmen, eine Option für 2024.
"Ich kenne die Verträge nicht und hänge mich da auch nicht rein. Das ist Sache von BMW zu überlegen, was sie jetzt tun", sagte Röder im Vier-Augen-Gespräch mit SPEEDWEEK.com. Baz hat gegenüber seinem Teamchef bestätigt, dass er bleiben möchte, alles deutet daraufhin, dass er seine Option ziehen wird. "Loris fühlt sich bei uns wohl, das sieht man auch. In Misano haben wir ihn zum ersten Mal wieder nahe seiner Normalform gesehen,
Ziehen Redding und Baz ihre Option, hat BMW fünf Fahrer unter Vertrag, aber nur vier Motorräder. "Wir haben noch fünf Wochen, bis Scott die Option ziehen kann, bis dahin können wir gar nichts machen", weiß Röder. "Wenn Scott geht, dann haben sich alle Diskussionen erledigt."
Dass BMW in diese verzwickte Situation geriet, ist dem Wunsch geschuldet,
Redding hat sich mit öffentlicher Kritik am Motorrad keine Freunde bei BMW gemacht, er wird wegen seiner Direktheit zunehmend zur unerwünschten Person. Sein Manager prüft Möglichkeiten, den 12-fachen Laufsieger im Werksteam von Honda, Yamaha oder Kawasaki unterzubringen.
Sollte sich Redding für den Verbleib bei BMW entscheiden, womöglich aus Mangel an einer Alternative, könnte der deutsche Hersteller von seinem Kündigungsrecht Gebrauch machen und so das fünfte Rad am Wagen loswerden. Dann würde allerdings eine hohe Vertragsstrafe fällig.
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