Kritik von Bimota: Das Balance-System der Superbike-WM funktioniert nicht
Die Superbike-WM 2026 wird von Ducati dominiert, wie die Italiener selbst und kein Hersteller es zuvor konnte. Dabei sollte das Balance-System für Chancengleichheit sorgen.
Es ist der Grundgedanke der Superbike-WM: Weil die Hersteller bei der Entwicklung ihrer sportlichen Motorräder andere Konzepte und eine andere Herangehensweise haben, soll die Performance durch Eingriffe balanciert werden. Seit 2025 sieht das Reglement ein Fuel-Flow-Limit zur Einbremsung zu erfolgreicher Hersteller vor.
Doch bisher wurden alle 21 Rennen der diesjährigen Meisterschaft von Ducati-Aushängeschild Nicolò Bulega gewonnen und nur sieben Podestplätze wurden von Nicht-Ducati-Piloten eingefahren: BMW-Ass Miguel Oliveira wurde viermal Dritter, Bimota-Pilot Axel Bassani holte zwei zweite Plätze und sein Teamkollege Alex Lowes stand in einem Rennen als Dritter auf dem Podium.
Dass es nur um die Plätze hinter Ducati geht, ist ein zunehmendes Problem für die Superbike-WM und sorgt auch bei den konkurrierenden Teams für Frust.
«Es ist eine schwierige Situation. Man versetze sich in die Lage eines Fahrers, der ein Rennen beginnt und weiß, dass er nicht gewinnen kann. Oder in die eines Technikers, eines Mechanikers, von allen anderen: Wir kommen morgens in die Box und wissen schon, dass wir nicht gewinnen werden», erklärt Pere Riba, Crew-Chief von Alex Lowes, bei
Ducati wurde der Fuel-Flow in der Superbike-WM 2026 bereits auf das niedrigstmögliche Niveau reduziert. Motor und Elektronik der V4R arbeiten aber so perfekt, dass sich an der Dominanz nichts geändert hat.
«Man kann das aus zwei Blickwinkeln betrachten. Man könnte sagen: Chapeau – ihr habt fantastische Arbeit geleistet, ihr seid die Besten», sagte der ehemalige Rennfahrer. «Die andere Sichtweise: Die Superbike-Serie setzt auf das Konzept des Leistungsausgleichs. Ich meine Ausgleich im allgemeinen Sinne – sowohl technisch als auch nicht-technisch. Das entscheidende Konzept ist die Balance. Sie haben die Begrenzung des Kraftstoffdurchflusses eingeführt, aber das ist nutzlos – das sieht jeder. Die Situation ist also die, dass diese Art des Ausgleichs nicht funktioniert. Das Ergebnis ist gleich null. Wir können nur noch darum kämpfen, hinter den Ducatis ins Ziel zu kommen.»
Begrenzung der Drehzahl das bessere Balance-System?
Aktuell sehen wir in den Rahmenserien Supersport- und Sportbike-WM spannendere Rennen als in der Top-Kategorie, obwohl auch dort verschiedenste Motorräder gegeneinander antreten. Riba plädiert dafür, das Balance-System der Superbike-WM auf den Prüfstand zu stellen.
«Der Drehzahlbegrenzer war kein perfektes System, aber er sorgte für einen besseren Ausgleich als die Begrenzung des Kraftstoffdurchflusses», verwies der Spanier auf frühere Saisons. «Ich möchte mich nicht in technischen Details verlieren, aber ich sehe, dass dieses Jahr die SportBike-Klasse eingeführt wurde; ich sehe 400-ccm-Motorräder, die gegen 800-ccm-Maschinen antreten – unterschiedliche Motorenkonfigurationen, völlig verschiedene Konstruktionen und Fahrzeugcharaktere. Und doch sind die Rennen fantastisch. Das Gleiche gilt für die Supersport-Klasse – sie ist spektakulär. Aber nicht die Superbike-Klasse. Ich will niemanden beschuldigen; ich sage nur, dass die Superbike-Meisterschaft im Moment keine spannende Meisterschaft ist.»
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach


