Erste Testfahrten im August: RallyeOne-Projekt peilt die Rallye-WM an
Eine private Initiative mit dem belgischen RallyOne-Projekt wird immer konkreter. Ab 2027 will erstmals ein privater Tuner ein selbst entwickeltes Rally1-Auto in der Rallye-WM an den Start bringen.
Das Vorhaben wird durch das ab der nächsten Saison geltende neue Reglement für die Rally-Weltmeisterschaft ermöglicht. Die FIA erlaubt im nächsten Jahr neben etablierten Automobilherstellern, bisher einzige Bestätigung durch Toyota, auch Tunern eigene Autos herzustellen.
Diese Situation nützt nun das RallyOne-Projekt für sein ambitioniertes Vorhaben. RallyOne-Projekt will ein komplett neues Fahrzeug für die Rallye-WM entwickeln. Für das Vorhaben soll ein Automobilhersteller oder ein gemeinsamer strategischer Partner gefunden werden um dieses dann tatsächlich zur Realisierung zu bringen.
Seit über einem halben Jahr wird von einem Team mit 17 Mitgliedern an den Projekt gearbeitet, das auf einem weißen Blatt Papier begann.
Die Gesamtleitung liegt bei Lionel Hansen, der sich bereits mit dem erfolgreichen Porsche 911 Rallye-GT-Programm international ein sehr gutes Renommee im Rallyesport aufgebaut hat. Die sportliche Leitung obliegt Alain Penasse, der sich dabei auch um die Strategie und die Vorbereitung eines möglichen Einstiegs in die Rallye-Weltmeisterschaft kümmert. Jeremy Chevallereau koordiniert die technischen Abläufe mit Partnern, Zulieferern und Subunternehmern. Florent Biard leitet das Konstruktionsbüro. Die Fahrzeugentwicklung leistet Faster Racing.
Eine bedeutende Funktion hat auch Jean-Claude Vaucard inne. Der erfahrene Ingenieur begleitet das Projekt als technischer Berater und soll mit seiner Erfahrung die Entwicklung absichern. Benoit Blaise ist für Werkstatt und den Aufbau des ersten Chassis verantwortlich.
Die erste grundlegende Phase der Entwicklung ist mittlerweile abgeschlossen. Dabei wurden technische Studien und die grundsätzliche Fahrzeugkonstruktion evaluiert. Das erste Rohrrahmen-Chassis, welches für die Homologation 2027 vorgesehen ist, befindet sich aktuell in der abschließenden Herstellungsphase. Anschließend soll die technische Validierung durch die FIA erfolgen.
Parallel dazu läuft bereits die Herstellung der ersten Bauteile für das Entwicklungsfahrzeug. Die noch fehlenden Komponenten sollen in Kürze eintreffen. Der Aufbau des ersten Autos nach finaler FIA-Rally1- beziehungsweise WRC27-Spezifikation ist für den Juli beabsichtigt.
Die ersten Testfahrten sind für August geplant. Im Fokus steht zunächst die Zuverlässigkeit aller Komponenten auf den verschiedensten Fahrbahnbedingungen. Erst danach soll die Arbeit an Abstimmung und Performance intensiviert werden. Sechs Test sind für dieses Jahr geplant.
Wenn die geplanten Entwicklungsschritte auf Schotter und Asphalt erfolgreich abgeschlossen sind, ist beabsichtig die ersten beiden Einsatzfahrzeuge noch vor Jahresende fertig zu stellen. Das Zeitfenster ist eng abgesteckt. Die nächsten sechs Monate gelten innerhalb des Projekts als entscheidend, um das Auto rechtzeitig für den möglichen Wettbewerbseinsatz für den Beginn der kommenden Saison 2027 vorzubereiten.
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