Mercedes-Star George Russell: «Es wird sicherlich einen Spitzenkampf geben»
George Russell drehte im Qualifying auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya eine starke Runde und sicherte sich damit die Pole. Der aktuelle WM-Dritte erwartet dennoch ein schwieriges Rennen.
George Russell machte im Qualifying zum GP in Barcelona alles richtig und sicherte sich die beste Ausgangslage für den siebten Grand Prix des Jahres. Der Mercedes-Star, der zuletzt viel Pech hatte, schaffte die 4,657 km lange Runde in 1:14,679 min und war damit nicht zu schlagen. Sein früherer Teamkollege Lewis Hamilton kam im Ferrari bis auf 64 Tausendstel an die Bestzeit heran, WM-Leader Kimi Antonelli musste sich mit Startplatz 3 begnügen.
Der Sternfahrer strahlte: «Es war bisher ein grossartiges Wochenende. Ich bin wieder der Alte, habe mit jeder Runde um die Top-Positionen gekämpft. Die letzten paar Rennen liefen aus verschiedenen Gründen nicht nach Wunsch für meine Seite. Ich kam aber mit neuem Schwung hierher und fühlte mich gut, und es ist grossartig, dass ich hier auf Pole bin.»
«Uns erwartet ein interessantes Rennen, Lewis hat grossartige Arbeit geleistet und sich Platz 2 erkämpft. Ich denke, das ist eine echte Überraschung. Wir dachten, wir Mercedes-Piloten kämpfen gegeneinander und gegen McLaren um die Pole, und dann kam Lewis und war die ganze Session schnell. Es wird sicherlich einen Kampf geben, Kimi hat auch einen super Job gemacht. Es wird nicht einfach für uns, aber ich bin bereit», fügte der Brite an, der die 10. Pole seiner GP-Karriere bejubeln durfte und zum ersten Mal auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya triumphiert hat.
So lief das Qualifying:
Die hohen Temperaturen in Spanien hatten den GP-Stars bereits in der letzten freien Trainingsstunde zu schaffen gemacht und auch zum Start des Qualifyings war es nicht viel kühler. Die Aussentemperatur lag mit 30,5 Grad Celsius etwas tiefer als in der Session vor der Mittagspause (da wurden noch 31,8 Grad gemessen), dafür war die Strecke mit 50,7 Grad knapp zweieinhalb Grad heisser als im dritten Training.
Die Strecke füllte sich schnell und nach acht Minuten setzte sich Max Verstappen mit 1:16,352 min an die Spitze. Lange währte die Freude des Red Bull Racing-Stars nicht, denn er wurde gleich durchgereicht. Erst stellte Leclerc Mit 1:15,964 min eine neue Bestzeit auf, dann setzte sich George Russell mit 1:15,717 min an die Spitze und kurz darauf unterbot Lewis Hamilton seinen früheren Teamkollegen um 92 Tausendstel.
Auch die McLaren-Piloten Oscar Piastri und Lando Norris waren schneller als der Niederländer, der sich nach dem ersten Q1-Versuch mit dem siebten Platz begnügen musste. Lance Stroll, der das Schlusslicht des Feldes darstellte, sorgte für die ersten gelben Flaggen der Session, indem er in der zehnten Kurve durchs Kiesbett bretterte.
Bittere Pille für Lokalmatador Fernando Alonso
Nicht nur der Kanadier aus dem Aston Martin Team musste sich verbessern, um den Sprung ins Q3 zu schaffen. Auch Sergio Pérez im Cadillac, Haas-Pilot Esteban Ocon, Pérez' Teamkollege Valtteri Bottas, Alex Albon im Williams und Lokalmatador Fernando Alonso im zweiten Aston-Martin-Renner, die auf den Positionen 17 bis 21 gelandet waren, mussten nachlegen.
Auf Q2-Kurs waren Hamilton, Russell, Leclerc, Antonelli, Piastri, Norris, Verstappen, Arvid Lindblad, Isack Hadjar, Gabriel Bortoleto, Liam Lawson, Nico Hülkenberg, Pierre Gasly, Franco Colapinto, Oliver Bearman und Carlos Sainz auf den Plätzen 1 bis 15. Und die Top-11 verzichtete auf eine weitere Ausfahrt.
Alle anderen waren kurz darauf wieder auf der Bahn und Hülkenberg erntete Lob von den Beobachtern, weil er sich auf Platz 5 verbesserte. Er schaffte es weiter, genauso wie Hamilton, Russell, Leclerc und Antonelli, die sich vor ihm einreihten, und Piastri, Norris, Verstappen, Lindblad, Hadjar, Bearman, Colapinto, Gasly, Bortoleto, Lawson und Sainz hinter ihm. Für Ocon, Albon, Pérez, Bottas, Stroll und Alonso war die Session hingegen gelaufen. Dass der beliebte zweifache Champion aus Asturien den letzten Platz belegte, war eine besondere Enttäuschung für das heimische Publikum.
Nico Hülkenberg schafft Q2-Einzug
Die Q2-Teilnehmer rückten erneut schnell aus und nach wenigen Minuten waren alle auf der Bahn. Hülkenberg durfte kurz die Spitzenposition bejubeln, dann wurde er erst von Verstappen verdrängt und schliesslich von den Regelhütern mit einer gestrichenen Rundenzeit gebüsst, weil er in der neunten Kurve neben der Bahn unterwegs gewesen war. Während der Deutsche die Box ansteuerte, setzten sich Russell, Leclerc, Antonelli und Hamilton vor Verstappen, der damit auf Platz 5 durchgereicht wurde, bevor er in der Box verschwand.
Schlechter lief es für McLaren, denn Norris kam nicht über den achten Platz hinaus, während Piastri sogar mit Platz 10 Vorlieb nehmen musste. Hinter ihm belegten nach dem ersten Q2-Versuch Bortoleto, Colapinto, Bearman, Gasly, Sainz und Hülkenberg die Positionen 11 bis 16, sie mussten sich verbessern, um im Q3 einen Top-10-Platz zu erringen.
Dabei blieb es aber nicht, Russell, Leclerc, Antonelli, Hamilton, Verstappen und Hadjar blieben in der Box, während der Rest noch einen weiteren Q2-Versuch unternahm. Norris rückte auf Platz 4 vor, Piastri war am Ende immerhin Siebtschnellster. Hülkenberg, der von den Regelhütern verwarnt wurde, weil er ohne Not zu langsam unterwegs gewesen war, verbesserte sich auf den zehnten Platz. Der Deutsche durfte sich freuen, weil kein weiterer Pilot vor ihm landete, womit er den Sprung ins Q3 schaffte. Lindblad, Bortoleto, Colapinto, Gasly, Bearman und Sainz belegten die Plätze 11 bis 16, womit sie aus dem Qualifying waren, während Russell mit 1:15,228 min die Q2-Bestzeit feiern durfte.
Abflug von Ferrari-Star Charles Leclerc
Im dritten Qualifying-Abschnitt dauerte es nicht lange, bis die roten Flaggen gezeigt wurden. Nach nur einer Minute wurde die Session unterbrochen. Der Grund: Leclerc setzte seinen Ferrari in der vierten Kurve ins Kiesbett und war damit aus dem Rennen für die Pole. Vor der Unterbrechung hatten erst zwei Fahrer eine gezeitete Runde gedreht: Piastri und Verstappen, wobei der Australier aus dem McLaren-Team mit 1:15,176 min knapp eineinhalb Zehntel schneller war als der vierfache Champion aus dem Red Bull Racing Team.
Das Medical Car wurde an den Unfallort geschickt, und das bedeutet, dass beim Einschlag in die Streckenbegrenzung mehr als 25 g gemessen wurden. Es dauerte zwölf Minuten, bis die Session wieder aufgenommen werden konnte. Auf der Uhr waren noch achteinhalb Minuten, als Russell, Antonelli, Hamilton und Hadjar auf die Bahn fuhren.
Russell wurde verwarnt, weil er auf seiner Aufwärmrunde unnötigerweise bummelte, bei seinem schnellen Versuch schaffte er es mit 1:15,145 min an die Spitze. Dahinter belegten Piastri, Verstappen, Antonelli, Hadjar, hamilton, Leclerc, Norris, Lawson und Hülkenberg die weiteren Positionen, wobei weder Crashpilot Leclerc noch Norris, Lawson oder Hülkenberg eine Rundenzeit aufgestellt hatten.
Der Erste, der den entscheidenden Versuch startete, war WM-Leader Antonelli, der Mercedes-Überflieger bekam schnell Gesellschaft von Champion Norris, und bald waren alle ausser Leclerc wieder unterwegs. Antonelli konnte sich verbessern, doch am Ende war Russell der Schnellste von allen. Er schaffte die 4,657 km in 1:14,679 min und blieb damit 64 Tausendstel schneller als Hamilton, der sich auf dem zweiten Platz vor Antonelli einreihte. Norris, Verstappen, Hadjar, Piastri, Lawson, Hülkenberg und Leclerc belegten die weiteren Top-10-Plätze.
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach




