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Bis kurz vor Ende des ersten Superbike-WM-Laufs in Barcelona sah Ducati-Pilot Nicolo Bulega wie der Sieger aus. In einem dramatischen Finale wurde er von Toprak Razgatlioglu (BMW) eingeholt und überholt.
Vom zweiten Platz aus hatte Nicolo Bulega einen holprigen Start und verlor einige Positionen. Innerhalb weniger Runden kämpfte er sich jedoch wieder nach vorne und übernahm die Führung von Sam Lowes (Ducati), nachdem dieser in der fünften Runde in Kurve 10 gestürzt war. Von da an baute der Italiener einen Vorsprung von zeitweise über vier Sekunden auf. Am Ende reichte dieser nicht aus, um den Sieg zu sichern. Diesen holte sich Razgatlioglu vor Bulega. Dritter wurde Alvaro Bautista (Ducati).
Schon im Vorfeld wurde viel über das Reifenmanagement diskutiert. Bulegas Taktik war, sich einen Vorsprung herauszufahren, der bis zum Schluss, wenn die Reifen nachlassen, halten sollte. Doch Razgatlioglu fuhr gegen Ende konstant schnellere Rundenzeiten. Zu Beginn der vorletzten Runde fehlten ihm noch zwei Sekunden auf den führenden Italiener. Nur etwa sechs Kilometer später überholte er diesen, da dessen Hinterreifen zerstört war.
"Die Front hielt durch, aber der Hinterreifen war am Ende. Ich bin nicht zufrieden, denn ich bin als Führender in die letzte Runde gegangen. In den ersten zwei, drei Runden musste ich pushen, denn ich war schneller als die Leute vor mir. Kurz darauf befand ich mich in der perfekten Situation. Von da an hatte ich die volle Kontrolle, bis fünf Runden vor Rennende", erklärte Bulega.
War er sich bewusst, dass Razgatlioglu im letzten Renndrittel aufschloss? "Ich wusste nicht, ob er es war. Ich sah auf dem Pitboard nur, dass jemand näherkam. Ich versuchte etwas zu unternehmen, doch nichts funktionierte.
"Es war mein erstes langes Rennen, bei dem ich mit den Reifen haushalten musste. In Phillip Island hatten wir einen Boxenstopp. Bis zur letzten Runde lief es für mich sehr gut, danach nicht mehr. Wäre das Rennen diese eine Runde kürzer gewesen, dann wäre meine Taktik aufgegangen."
Wird der Italiener im zweiten Lauf seine Strategie ändern? "Erst müssen wir schauen, wie die Asphalttemperatur ist. Bleibt sie so wie heute, wird es keine Probleme geben. Ist es kälter, kann es mit den gleichen Reifen anders ausgehen."
Am Sonntag steht auch das Sprintrennen an, in welchem der superweiche SCQ-Hinterreifen von Pirelli eingesetzt werden könnte. "Der Qualifyer-Reifen ist eine Möglichkeit. Alvaro, Iannone und Petrucci haben die Sprintdistanz mit dem Reifen simuliert. Ich werde es versuchen, wenn die Temperatur nicht zu hoch ist."
Trotzdem kann sich Bulega freuen, denn der Superbike-Rookie übernahm die WM-Führung. "Wir sollten die Meisterschaft jetzt beenden", sorgte er für einige Lacher, kam aber genauso schnell zurück in die Realität. "Es ist das zweite Rennwochenende und die Meisterschaft ist noch lang. Es fahren viele große Namen mit."
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