SBK-Debüt von Advocates Ducati: Probleme, Stürze und viele Erkenntnisse
Beim Europaauftakt in Portimão debütierte das neue Ducati-Team Advocates Racing im Rahmen der Superbike-WM. Für das australische Team und Thomas Bridewell gab es Hürden, aber auch die ersten Punkte.
Überraschend änderte Advocates Racing seine Pläne und schrieb sich mit Thomas Bridewell in die Superbike-WM 2026 anstatt in der britischen Serie ein. Für den 37-Jährigen ist es zwar die erste Saison als Stammfahrer in der Top-Kategorie der seriennahen Weltmeisterschaft, zwischen 2008 und 2025 bestritt er jedoch 23 Rennen als Wildcard- und Ersatzpilot.
Aus Zeitgründen erfolgte der WM-Einstieg des australischen Ducati-Teams verspätet in Portimão. Die anspruchsvolle Rennstrecke bezeichnete Bridewell
Thomas Bridewell: Beim Sturz zu sehr gepusht
Dennoch zieht der Engländer ein insgesamt positives Fazit, sprangen doch am Ende drei WM-Punkte für Platz 13 im zweiten Lauf heraus. «Ich würde sagen, wir sind definitiv gut aus den Startlöchern gekommen», sagte Bridewell. «Das Problem ist, dass man als Rennfahrer, wenn man gut aus den Startlöchern kommt, sofort loslegen will, während wir im Moment noch einen Schritt zurücktreten müssen. Aber ich fühle mich auf dem Motorrad wirklich gut, und wir haben bei verschiedenen technischen Aspekten stetige Fortschritte gemacht, wohl wissend, dass wir noch einen großen Schritt nach vorn machen können. Im zweiten freien Training wurde ich von dem Temperaturwechsel überrascht und habe vielleicht etwas zu sehr gepusht, was zu meinem Sturz führte. Ich weiß, dass wir noch einen langen Weg vor uns haben.»
Im fortgeschrittenen Rennfahreralter muss sich Bridewell einen neuen Fahrstil angewöhnen. «Ich sehe genau, was ich falsch mache, und das liegt einfach an meiner mangelnden Erfahrung in der Superbike-WM», weiß der Ducati-Pilot. «Das Positive daran ist, dass ich anhand der Daten klar erkennen kann, wo ich mich verbessern muss. Und ich weiß auch, wie das geht; ich brauche nur mehr Zeit auf der Strecke. Ein Aspekt ist, dass es in der WM viele starke Bremsmanöver mit aufgerichtetem Motorrad und mit Verwendung der Hinterradbremse gibt, was in der britischen Serie so nicht der Fall ist. Ich musste feststellen, dass ich die Vorderradbremse zu stark einsetze. Der Sturz im Rennen war auf dasselbe Bremsproblem zurückzuführen.»
Es gibt noch viel zu lernen.Thomas Bridewell
Auch die fehlende Erfahrung mit besonders weichen Gummimischungen stellte für Bridewell eine Herausforderung dar. «Das Superpole-Race war hart, aber ich wusste, dass es so kommen würde, da ich noch dabei bin, den weicheren Reifen richtig einzusetzen», gab der Haudegen zu. «Im Hauptrennen war der Plan, einen guten Start hinzulegen, so lange wie möglich an der Gruppe dranzubleiben und alle zwanzig Runden zu absolvieren – wir brauchten die Zeit auf der Strecke wirklich dringend, da wir überhaupt keine Testfahrten hatten und vor Beginn des Wochenendes nur etwa zehn Runden bei trockener Strecke auf dieser Strecke gefahren sind. Alles in allem kann ich also sagen, dass ich zufrieden bin und enorm viel darüber gelernt habe, was in Bezug auf den Fahrstil erforderlich ist, und wie man das Beste aus dem Motorrad und den Reifen herausholt. Natürlich gibt es noch viel zu lernen, aber man kann nicht erwarten, das alles an einem Wochenende zu schaffen.»
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