Oscar Piastri (McLaren): «Wir sahen aus wie Idioten»
McLaren lag im Formel-1-GP von Kanada bei der Reifenwahl komplett daneben. Statt wie Helden sahen sie aus wie Idioten, so Oscar Piastri. Später crashte der Australier Alex Albon aus dem Rennen.
Der Kanada-GP war für McLaren eine Verkettung ungünstiger Umstände. Weil es vor dem Rennen leicht geregnet hatte, starteten beide Papaya-Piloten auf Intermediate-Reifen für abtrocknende Bedingungen. Das stellte sich schnell als falsche Entscheidung heraus. Oscar Piastri kollidierte später noch mit Alex Albon, beschädigte sein eigenes Auto und kassierte eine Zeitstrafe. Sein Teamkollege Lando Norris musste abstellen. Ein Drama in zwei Akten je Fahrer.
Piastri sagte nach dem GP zur Reifenwahl: «Zwischen der Hymne und dem Einsteigen ins Auto wurde der Boden deutlich nasser. Angesichts der Schwierigkeiten, zur Startaufstellung zu gelangen, dachte ich, dass die Intermediates schneller wären, wenn man sie auf Temperatur bringen könnte. Das war unser ganzer Gedankengang. Und dann hörte der Regen auf. Das war ein bisschen schade. Wir dachten, wir würden das Sicherere und das Richtige tun.» Neben den McLaren waren auch Audi sowie Sainz und Bottas auf Inters gestartet.
McLaren: «Idioten» statt Helden
Bei Sky wurde Piastri noch deutlicher: «Zu unserem Pech hat es genau zu Beginn der Einführungsrunde aufgehört zu regnen. Es war einfach so eine Situation, in der wir wie Helden dagestanden hätten, wenn es noch ein bisschen mehr geregnet hätte, aber das war nicht der Fall, also sahen wir wie Idioten aus. So ist das eben manchmal.»
Dazu kam erschwerend: Wegen mehrerer Verzögerungen beim Start rund um das gestrandete Auto von Arvid Lindblad verschob sich der Start immer weiter nach hinten, zwei zusätzliche Formationsrunden wurden gefahren, es wurde bis zum eigentlichen Start immer trockener. Beide McLarens kamen in den ersten Rennrunden zum Stopp, was sie nach hinten im Feld beförderte.
Zunächst dachte Piastri aber, Punkte seien noch drin: «Ich dachte, es würde etwas knifflig werden, aber machbar. Der Grip war aber anders als alles, was ich bisher gefahren bin.»
Piastri zum Albon-Crash
Und so kam es zur Kollision mit Alex Albon, die Piastris Frontflügel beschädigte (nächster Boxenstopp) und Albons Rennen beendete. Piastri: «Ich habe mich einfach selbst ins Aus manövriert. Es tut mir natürlich sehr leid für Williams und Alex. Ich habe nicht versucht, ihn zu überholen. Meine Räder haben blockiert und das war’s. So ein Tag eben...» Für die Kollision mit Albon bekam Piastri eine 10-Sekunden-Strafe aufgebrummt. Mit Platz 11 landete Piastri knapp außerhalb der Punkte, lag aber zwei Runden hinter Sieger Kimi Antonelli.
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