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Nach dem Crash im Sprint von Misano fand Superbike-WM-Leader Nicolo Bulega deutliche Worte für Axel Bassani. Die beiden erlebten den Abflug und die folgenden Momente sehr unterschiedlich.
Polesetter Nicolo Bulega aus dem Team Aruba.it Ducati bog im Sprintrennen am Sonntagvormittag als Führender in die erste Kurve ein, wenig später lag er im Kiesbett, weil ihn Axel Bassani abgeräumt hatte.
Den besten Blick auf die Ereignisse hatte Misano-Dreifachsieger Toprak Razgatlioglu, der direkt hinter den beiden lag: "Bassani kam schneller auf die erste Kurve zu als ich. Ich sah, dass er länger am Gas blieb und später bremste. Mir war klar, dass er stürzen würde, also wartete ich ab und bog erst später ein."
"Bassani sagte zu mir, dass ihm das Vorderrad weggerutscht wäre, als er bremste", schilderte Bulega den tragischen Moment. "Ich sah danach in den TV-Aufnahmen, dass ihm das Vorderrad wegrutschte, nachdem er mich berührt hatte. Wenn er mich nicht berührt hätte, wäre das nicht passiert."
Was den WM-Führenden besonders ärgerte: Bassani entschuldigte sich nicht bei ihm. "Er machte lediglich eine Instagram-Story", kritisierte Bulega im Gespräch mit SPEEDWEEK.com. "Das ist nicht genug, auch aus Respekt meinem Team gegenüber, denn dieses musste mein Bike neu aufbauen. Alles war zerstört, auch das Chassis."
Die Szenen nach dem Sturz wurden live im TV übertragen – wie die beiden Italiener im Kiesbett miteinander redeten und gestikulierten.
"Meinem Gefühl nach bremste ich am normalen Punkt", erzählte Bassani. "Hart, da Bulega, ich und Toprak zusammen waren. Ich versuchte meine Position erfolgreich zu verteidigen, ich war ziemlich weit rechts. Ich konnte aber nicht gleich bremsen wie Bulega und er schlug mir die Türe zu. Ich unternahm alles, um nicht in ihn zu fahren. Es tut mir so leid. Ich weiß, dass ich ihn runtergeholt habe. Er kämpft um die Meisterschaft und ich nicht. Für mich war es ein Sturz, aber für ihn war das viel mehr. Deshalb tut es mir für ihn und sein Team und Ducati leid, sie haben deswegen viele Punkte verloren. Ich kann nicht mehr als sorry sagen. Wenn einer hinter einem anderen fährt und es gibt einen Sturz, dann ist das immer der Fehler des Hinteren, das ist die Realität. Es war mein Fehler, dafür bekam ich zwei Long-laps für das zweite Hauptrennen als Strafe."
Hat sich Bassani wirklich nicht persönlich bei Bulega entschuldigt, fragte SPEEDWEEK.com nach. "Ich sagte im Kies zwei-, drei- oder viermal sorry zu ihm", entgegnete der Lockenkopf aus dem Bimota-Werksteam. "Nach dem Rennen blieb ich in meinem Rückzugsraum, weil ich mich schlecht fühlte, für ihn und mich. Ich hatte nicht die Energie, um zu ihm zu gehen und Entschuldigung zu sagen, weil ich auch bereits an das zweite Rennen dachte. Sobald sich die Gelegenheit ergibt, werde ich mit ihm reden. Ich habe kein Problem mit ihm, er ist ein guter Fahrer, der unglaubliche Arbeit leistet. Er und Toprak sind auf einem komplett anderen Level als wir anderen."
Bitter für Bulega: Durch den Sturz ging er nicht nur im Sprint leer aus, sondern musste im zweiten Hauptrennen von Startplatz 10 losfahren. Von dort holte er Platz 2, womit sein Vorsprung in der Gesamtwertung auf Razgatlioglu aber um weitere fünf Punkte auf nur noch neun schmolz.
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