Düstere Erkenntnis von Domi Aegerters Teamchef: Kawasaki nicht siegfähig
Kawasaki startete mit dem Ziel in die Supersport-WM 2026, nach 2016 endlich wieder den Titel zu gewinnen. Doch nach vier Rennen steht ein enttäuschender siebter Platz als bestes Ergebnis zu Buche.
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Nach zwei Podesträngen von Jeremy Alcoba zum Saisonende 2025 herrschte bei Kawasaki viel Zuversicht, dass in diesem Jahr der WM-Titel möglich ist. Das Werksengagement der Japaner wurde von einem auf zwei Fahrer verdoppelt und mit Dominique Aegerter ein zweifacher Champion verpflichtet.
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Nach den ersten vier Rennen zu Saisonbeginn auf Phillip Island und in Portimao ist bei den Grünen die Euphorie verflogen. Alcoba hat Rang 7 im zweiten Lauf in Portugal als bestes Ergebnis vorzuweisen, Aegerter wurde nach zwei technischen Ausfällen in Australien an der Algarve 11. und 18. Während Ducati-Pilot Jaume Masia die Weltmeisterschaft mit 71 Punkten anführt, liegen Alcoba und Aegerter mit 28 und 5 Punkten auf den Rängen 9 und 22. Kawasaki sieht kein Licht, aber den Tunnel «Wir haben viel zu tun», brachte es Kawasaki-Teamchef Manuel Puccetti im Vieraugengespräch mit SPEEDWEEK.com ohne Beschönigungen auf den Punkt. «Dass wir dieses Jahr zwei Fahrer haben, ist auf jeden Fall besser. Im Gegensatz zu den anderen (Ducati und Yamaha – der Autor) haben wir aber trotzdem nur zwei Maschinen auf dem Grid. Domi wird kommen, seine beste Rennrunde am Sonntag in Portimao war nur 0,3 sec langsamer als die schnellste. Nachdem wir im Winter sehr langsam waren, sehen wir inzwischen den Tunnel – nicht das Licht am Ende des Tunnels. Er versteht unser Motorrad immer besser, was ehrlicherweise nicht einfach ist. Aber sobald er es versteht, wird Domi die gleichen Rennen zeigen können wie Alcoba Ende letzte Saison.»
«Alle sind schneller geworden, ganz allgemein gesprochen ist es dieses Jahr sehr viel schwieriger gute Arbeit zu leisten», ergänzte der Italiener. «Es läuft schon viel besser als in Australien, wir arbeiten sehr hart daran, uns zu steigern. Glücklicherweise konnten wir sämtliche Probleme mit der Elektronik lösen, die wir bei beiden Fahrern in Australien hatten. Das war wichtig, dafür haben wir auf dem Prüfstand geschuftet. Zuerst mussten wir verstehen was los war, dann mussten wir auf der Rennstrecke bestätigen, was wir zuhause auf dem Prüfstand herausgefunden haben.»
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Mehr als Platz 7 im Moment für Kawasaki nicht möglich Alcoba qualifizierte sich in Portimao nur für den 19. Startplatz, seine schnellste Runde wurde ihm aberkannt, weil er sie unter gelber Flagge gefahren war. Mit der neuntschnellsten Rennrunde in Lauf 1 stand er im zweiten Rennen auf eben jenem Startplatz und wurde von dort Siebter.
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«Das ist, was momentan für uns drin liegt», so Puccetti. «Im zweiten Lauf hatte es fast 50 Grad Celsius Asphalttemperatur, bei solchen Bedingungen tun wir uns mit der Ninja ZX-6R immer schwer. Die nächsten Rennen sind in Assen, dort sollte es für uns einfacher sein. Portimao war nie leicht für uns, das zeigen die Ergebnisse in den vergangenen 15 Jahren. In der Supersport-WM haben wir nur einmal gewonnen, mit Kenan Sofuoglu. Jetzt kommen Strecken, die freundlicher zu uns sind.»
Wir müssen unsere Ziele neu formulieren.kawasaki-teamchef manuel puccetti
Der Teamchef unterstreicht, dass bei Kawasaki die Unterstützung den Druck deutlich überwiegt. «Wir reden bereits über die Sommertests. Kawasaki Japan bringt sich immer mehr ein und glaubt immer stärker an das Projekt. Im Moment liegen Siege für uns außer Reichweite, wir müssen unsere Ziele neu formulieren. Ich habe erwartet, dass wir konkurrenzfähiger sind, vor allem mit Domi, aber er strauchelt. Er wird ganz sicher immer wettbewerbsfähiger, braucht aber Zeit, um seinen Fahrstil wieder an die Supersport-Klasse anzupassen. Dafür benötigt er mehr Kilometer auf dem Bike. Darum frustriert es mich so, dass wir wegen des schlechten Wetters so gut wie keine Wintertests hatten. Ein großer Teil unserer jetzigen Situation resultiert aus diesem Umstand. Deshalb liegen wir weit hinten und versuchen langsam aufzuholen. Aber die anderen werden schneller und schneller.»
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