Yamaha-Pilot Alex Rins schrie in den Helm (9.): «Warum tut er das?»
Nach den letzten Rennergebnissen hatte niemand den bei Yamaha für 2027 aussortierten Alex Rins auf dem Schirm. Doch im MotoGP-Zeittraining in Mugello, biss er sich als einziger Yamaha-Pilot ins Q2.
Beim letzten MotoGP-Zeittraining auf seiner Heimstrecke in Catalunya war Alex Rins am hinteren Ende des Felds verhungert. Auf dem Motodromo von Mugello war der Katalane nun aus Yamaha-Sicht die positive Überraschung. Die bezog sich allerdings nur auf das Zeittraining, denn zu Beginn des Events ging es im FP1 auf abtrocknender Piste auch nur auf Position 20.
Als es im Zeittraining zur Sache ging, war Rins dann aber voll bei der Sache. Während Teamkollege Quartararo seine M1 durch den Kies schmiss und auch Pramac-Nachbar Jack Miller zu Boden ging, erledigte der Spanier einen tadellosen Job über 60 Minuten. Rins Plan ging auf. «Ich bin bei Grün als Erster auf die Strecke gegangen und wollte solo maximal angreifen. Doch schnell kamen Pecco und Bezzecchi vorbei. Ich habe die Herausforderung angenommen – und bin hinterhergefahren.»
Damit war Rins schon in der frühen Phase in den Top 5 etabliert und schaffte es auch mit den soften Reifen im Finale noch einmal nachzulegen. Rins betonte dabei: «Zu Beginn hinter den beiden habe ich auch versucht, auf den Geraden zu profitieren und in ihren Windschatten zu kommen. Aber dafür hat es nicht gereicht.»
Auf der langen Geraden fehlten den Yamaha-Piloten bis zu 12 km/h
Die Zahlen sprechen Bände. Die Yamaha-Piloten, die seit Monaten auf neue Entwicklungsteile warten, halten sich auch in Mugello in Sachen Topspeed am Ende des Felds auf. Rins verlor mit 350 km/h acht Stundenkilometer auf KTM-Pilot Bastianini, Quartararo sehr relevante 12 km/h.
Die entscheidende 1:45,149 min, die Alex Rins als einzigem Yamaha-Piloten einen Platz im Q2 bescherte, kam dann im Duell mit Rookie Diogo Moreira zustande Rins berichtete sichtlich amüsiert: «Mit Diogo ging es sehr interessant zu. Ich war in Front, habe alles gegeben, dann hat er mich auf der Geraden überholt. Ich habe in den Helm geschrien und mich gefragt, warum er das tut. Dann haben wir beide verrückt gekämpft, es waren 100 Prozent – und ganz am Schluss waren wir damit beide im Q2!»
Im Duell mit dem jungen Brasilianer war Rins 0,013 sec schneller. Auch der Abstand auf den Trainingsschnellsten am Freitag, Fabio Di Giannantonio, konnte sich mit 0,341 sec sehen lassen. Zieht man allerdings die Rennverläufe der Events 2026 heran, spricht wenig dafür, dass sich der 30-Jährige auch bei den Zielleinläufen noch in den Top 10 befindet. In den bisherigen 12 Rennen holte der erfahrene Spanier gerade einmal neun Punkte, WM-Rang 19.
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