Ten Kate Yamaha hoffte auf den Durchbruch, dann machte Öncü einen Fehler
Mit dem Sieg im ersten Supersport-Rennen in Magny-Cours meldete sich Can Öncü eindrucksvoll zurück. Der vierte Platz in Lauf 2 wurde von Ten Kate Yamaha zähneknirschend zur Kenntnis genommen.
Als bestmöglicher Nachfolger für Weltmeister Stefano Manzi wechselte Can Öncü für die Supersport-WM 2026 zu Ten Kate Yamaha. Der Türke war mit sechs Siegen und 16 Podestplätzen WM-Zweiter und zählte im erfolgreichsten Supersport-Team der Geschichte zu den Titelfavoriten.
Doch das erste Top-3-Finish erreichte der 23-Jährige erst beim dritten Saisonevent, beim Heimrennen des niederländischen Teams in Assen. Auf den ersten Sieg musste der Schützling von Supersport-Rekordweltmeister Kenan Sofuoglu bis zum neunten Event warten, als Öncü im ersten Rennen auf dem Circuit de Nevers Magny-Cours kampfstark Roberto Garcia (Yamaha) und Valentin Debise (ZX Moto) auf die Plätze verwies.
Can Öncü: Erster Saisonsieg von Startplatz 13!
Was seinen Sieg so bemerkenswert macht: Öncü ging nur aus der vierten Reihe von Startplatz 13 ins Rennen! «Nach der Superpole hatte ich auf einen Podiumsplatz gehofft, aber anscheinend läuft es für mich besser, wenn ich von weiter hinten in der Startaufstellung starten muss», schmunzelte Öncü. «Ich bin sehr glücklich und dankbar gegenüber dem Team, denn es hat großartige Arbeit geleistet. Während des Rennens habe ich versucht, ruhig zu bleiben, da ich in den vergangenen Rennen etwas zu aufgeregt war. In dieser langen Sommerpause hat mir Kenan beigebracht, wie ich auf dem Motorrad entspannter sein kann, und es scheint zu funktionieren. Ich habe jeden Tag trainiert und mich sehr ins Zeug gelegt. Es sieht so aus, als würde sich die harte Arbeit auszahlen, und ich bin sehr glücklich über diesen Sieg.»
Die Erleichterung über den Saisonsieg seines Piloten war auch bei Teammanager Kervin Bos riesig. «Can musste aufgrund technischer Probleme weiter hinten starten», erklärte der Niederländer. «Er hat seine Konzentration bewahrt und heute das geschafft, worauf wir die ganze Saison gehofft hatten. Er hat sich diesen wichtigen ersten Saisonsieg gesichert. Ich gehe davon aus, dass wir von hier aus weitere Fortschritte machen werden.»
Im zweiten Lauf machte Can Öncü einen einzigen, aber entscheidenden Fehler
Die Hoffnung war berechtigt. Im zweiten Lauf am Sonntag mischte Öncü wieder im Kampf um den Sieg mit. Den einzigen und entscheidenden Fehler machte er jedoch in Führung liegend in der letzten Runde, wodurch mit Garcia, WM-Leader Albert Arenas (Yamaha) und Debise gleich drei Piloten durchschlüpfen konnten. Der Türke wurde undankbarer Vierter.
«Rennen 2 ist für mich ausgezeichnet gelaufen, ich bin zufrieden mit der Leistung. Leider ist mir im letzten Sektor ein kleiner Fehler unterlaufen», gab der Yamaha-Pilot zu. «Ich bin dennoch sehr zufrieden mit unserer Arbeit und werde in den kommenden Rennen so weitermachen.»
Ten-Kate-Teammanager Kervin Bos flippte aus
In dem Moment, als Öncü in der Adelaide-Haarnadelkurve die Linie verpasste, kochten in der Box von Ten Kate Racing die Emotionen hoch. Selten sah man den sonst so beherrschten Kervin Bos derart aufgeregt und schimpfend.
«Can ist knapp außerhalb der Podiumsplätze gelandet, was angesichts des Rennverlaufs – sowohl vor als auch nach der roten Flagge – nicht unseren Erwartungen entsprach», machte Bos später deutlich – mittlerweile hatte sich der 39-Jährige wieder gefangen. «Er hätte sicherlich mehr als den vierten Platz verdient, und es ist enttäuschend, dass es so ausgegangen ist, aber wir können mit dem Speed, den er von Freitagmorgen bis zum Sonntagnachmittag gezeigt hat, sehr zufrieden sein.»
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