Weshalb die Moto3 der Zukunft eine Herausforderung für die Teams wird
2028 wird die Moto3 mit Yamaha-Einheitstechnik komplett auf den Kopf gestellt. Schon jetzt ist klar: Die Revolution wird das bestehende Netzwerk der WM-Mannschaften vor große Probleme stellen.
Seit dem Assen-GP ist offiziell, dass die Moto3-Weltmeisterschaft mit dem Beginn der Saison 2028 ein neues Format erhält. Erstmals in der WM-Geschichte kommt in einer GP-Klasse ein Einheitsrenner mit seriennahem Motor zum Einsatz. Die Abschaffung des freien Wettbewerbs unter den Herstellern ist nichts anderes als eine Revolution. Nach einem Prozess der Ausschreibung erhielt die Weltmarke Yamaha den Zuschlag für die Ausrüstung der Klasse mit einheitlichen Rennmotorrädern.
Damit sollen zwei Vorgaben der Ausschreibung erfüllt werden. Neben einer Anpassung der Größe der Motorräder, um die große Lücke zur Moto2 zu überbrücken, ist der zentrale Aspekt die Kostenreduzierung. Statt wie bisher über 100.000 Euro für eine GP-Moto3-Maschine von Honda oder KTM auszugeben, sollen für die Moto3-Yamaha der Zukunft maximal 50.000 Euro fällig werden.
Die neue Formel macht die Serie für Sponsoren weniger interessant
Was im ersten Moment nach einem fairen Ansatz klingt, hat aus finanzieller Sicht aber auch Nachteile. Zum einen werden die initialen Kosten bei einem Wechsel erstmal höher ausfallen, denn sämtliche Teile müssen frisch angeschafft werden und die Erlöse aus dem Abverkauf des Materials in die Junioren-WM werden im Abgesang der bestehenden Formel geringer ausfallen.
Der wesentliche Punkt ist allerdings ein anderer. Denn Stand heute bringt die Einführung der Moto3-Einheits-Yamaha auch einen massiven Einschnitt in die Technikfreiheit der Teams. Kommt es zu einem verbindlichen Einheitspaket mit identischer Spezifikation, besteht die Gefahr, dass Teams Sponsoren und Partner verlieren. Denn die Realität in GP-Kategorien unterhalb der Königsklasse ist die, dass nicht nur Geld- sondern auch Materialsponsoren einen wesentlichen Teil des Budgets abdecken. Viele Teams sind auf geringe laufende Kosten in Sachen Technik ausgerichtet.
Moto3-Teams wurden in Misano von Yamaha informiert
Werden in Zukunft alle Komponenten vereinheitlicht, wird das große Zubehör-Netzwerk eine Unterstützung auf den Prüfstand stellen. Es ist davon auszugehen, dass sich hier noch eine Welle an Debatten aufbauen wird, nachdem Yamaha im Rahmen des San-Marino-GP die Vorstellungen zur neuen Technik erstmals direkt an die versammelten Teams kommuniziert hat.
Noch steht bei den 13 Teams der Moto3-WM der Auftrag im Vordergrund, über 30 Weltmeisterschafts-Events nach geltendem Regelwerk zu bestreiten. Doch schon heute deutet sich an, dass sich in 15 Monaten nicht nur das Rennmotorrad, sondern auch die Strukturen der Teams – und die Mannschaften selbst – ändern werden.
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