Zarco war bereit für Duell mit Acosta, doch die Technik der Honda streikte
Der erste Teil des Sprints-Samstags stand auch im Zeichen von LCR-Honda-Ass Johann Zarco. Doch im Sprint musste der schnelle Franzose die Reißleine ziehen. Aus der Ursache machte «JZ5» kein Geheimnis.
Für den weltgrößten Motorradhersteller, der auch die erfolgreichste Historie im Grand-Prix-Sport vorweisen kann, entwickelte sich der Australien-GP zur Rundum-Katastrophe. Zunächst stand fest, dass die Honda-HRC-Werksmannschaft noch einmal auf Joan Mir verzichten muss. Dann fiel am Freitag auf Pilot Nummer 2, Luca Marini, mit einer Virusinfektion aus. Am Samstag schließlich vereitelte dann die Technik eine Ehrenrettung durch den furios am Gas drehenden Johann Zarco.
Der Franzose fand sich am Samstagmorgen wenig überraschend auf dem jetzt nassen Untergrund problemlos zurecht. Platz 5 im FP2 ließ der Honda-Fahrer der Ceccinello-Mannschaft einen steilen Auftritt im Q2 folgen – Startreihe 1 für die LCR-Honda.
Und auch als der letzte Phillip-Island-Sprint der MotoGP an Fahrt aufgenommen hatte, mischte Johann weiter vorne mit. Gleich zu Beginn ging er motiviert auf Alex Marquez los, musste aber aufstecken und sich um Platz 5 mit KTM-Frontmann Acosta raufen. Doch das Duell war schnell vorbei – in Runde 4 ließ Zarco die RC213V ausrollen.
Zarco blieb die Erklärung nicht lange schuldig: «Das Problem war ein defekter Sensor im Bereich des Getriebes. Dadurch konnte die Elektronik nicht mehr zuordnen, in welchem Gang ich unterwegs war. Das Getriebe funktionierte zwar mechanisch, nicht aber die elektronische Steuerung. Das ist bei einer komplexen Elektronik, die sich auch um Traktion und Motorbremse kümmert, ein echtes Problem. Das Motorrad fühlte sich auch sonderbar an.»
Das war auch für den MotoGP-Routinier zu viel: «Wenn das alles nicht mehr zusammenspielt bei einem Bike mit dermaßen viel Kraft, dann wird es halt auch gefährlich.» Die Konsequenz – Zarco stellte den Prototyp ab und hatte Feierabend. Was der Vollblutracer aus Cannes durchaus bereute: «Ich habe im Qualifying viel riskiert, wollte unbedingt die erste Reihe – wollte dieses Gefühl vorne mitkämpfen.»
Auch deshalb entschied Zarco für den 13-Runden-Sprint exklusiv für den Medium-Vorderreifen – alle anderen Rennfahrer ließen auch vorne die weichste Mischung aufziehen. «Die Idee war, damit gleich zu Beginn viel Druck zu machen. Es war riskant, denn die Bedingungen änderten sich kurz vor dem Start wieder, es wurde wieder wärmer. Ich weiß nicht, wie es geendet hätte, aber ich glaube, ein Duell mit Acosta um Platz 5 wäre möglich gewesen.»
Langsamer, aber ohne Defekt unterwegs war Teamkollege Diogo Moreira. Auch der der Probleme der Konkurrenten durfte sich der Rookie am Ende über Punkte für Rang 8 freuen.
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