Nach dem Tod von Marc van der Straten: Wie geht es mit seinen Teams weiter?
In der Moto2-WM leistete sich der belgische Motorsportmäzen Marc van der Straten seit 2009 ein Team, in der Superbike-WM seit 2024. Mit seinem Tod am 5. Juli 2026 kommen Fragen über die Zukunft auf.
Marc van der Straten, mit vollem Namen und Titel Graf Marc-Oswald van der Straten-Ponthoz, ist tot. Für den Motorrad-Rennsport ein Schock, denn der Belgier gehörte zu seinen größten Mäzenen. Als er am Morgen des 5. Juli 2026 in seiner Wahlheimat Schweiz
Van der Straten wurde in den Medien stets als Milliardär bezeichnet, der Exzentriker mit dem großen Motorsportherzen wehrte sich gegen diese Kategorisierung auch nie. In Wahrheit war Marc einer von vielen in einer langen Reihe von Erben und bekam eine jährliche Ausschüttung in zweistelliger Millionenhöhe – am Hungertuch nagen musste er nicht.
Insider gehen davon aus, dass Marc van der Straten über die Jahrzehnte mehr als 100 Millionen Euro für den Rennsport auf zuerst vier und ab 2009 zwei Rädern ausgegeben hat. Bei den Sportwagen war er in verschiedenen Serien involviert, im Motorradrennsport wurde sein Name mit den Engagements im MotoGP-Paddock bekannt.
In der Moto2 drei WM-Titel gewonnen
Sein Moto2-Team gewann 2014, 2017 und 2019 mit Tito Rabat, Franco Morbidelli und Alex Marquez den WM-Titel. Von 2015 bis 2018 war die Truppe auch in der MotoGP vertreten, Jack Miller sorgte 2016 im Regen in Assen mit einer Honda für den einzigen Sieg in der höchsten Klasse.
Seit 2024 tritt Marc VDS auch in der Superbike-WM an und setzt dort eine Ducati Panigale V4R ein. Die Idee des rührigen Teamgründers: Weggefährten aus der Moto2-WM eine Karriereverlängerung bieten, falls der Sprung in die MotoGP nicht gelingt.
Die Mannschaft hat sich bei den Superbikes innerhalb drei Jahren in den Top-5 etabliert, der Engländer Sam Lowes liegt vor seinen Heimrennen in Donington Park am kommenden Wochenende auf dem fünften Gesamtrang. Die Weltmeisterschaft der beiden Vorjahre beendete Sam als 18. und 8., dem 35-Jährigen gelangen bislang elf Podestplätze.
Fortbestand der Teams ist unsicher
Wie es mit den Teams in der Moto2- und Superbike-WM nach dem Tod von van der Straten weitergeht, ist unklar. Die Saison 2026 dürfte gesichert sein, darüber hinaus herrscht große Unsicherheit. Von seinen drei Kindern hat bislang keines Interesse gezeigt, in die Fußstapfen des Vaters zu treten. In Anbetracht der großen Summen, die van der Straten jährlich für den Rennsport aufgewendet hat, kein Wunder: Insider sprechen von 7 bis 8 Millionen Euro für sämtliche Rennsportprojekte auf zwei und vier Rädern. Ob Marc VDS weitblickend eine Stiftung oder einen speziellen Fonds zur zukünftigen Finanzierung seiner Teams eingerichtet hat, ist derzeit nicht bekannt.
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