Pit Beirer: «Ein Husqvarna-Sieg wäre wunderschön»

Von Günther Wiesinger
Dakar Moto
Nach 18 KTM-Siegen in Serie führt jetzt bei Halbzeit der Rallye Dakar Honda vor Husqvarna. KTM-Motorsport-Direktor Pit Beirer könnte aber einen Husky-Erfolg gut verschmerzen.

Das Red Bull-KTM-Rally Factory Team hat die Dakar-Rallye seit 2001 nicht weniger als 18 Mal in Serie gewonnen. Aber die hauseigene Zweitmarke Husqvarna hätte den Österreichern die Suppe in den letzten Jahren bereits mehrmals fast versalzen. 2019 zählte der Chilene Pablo Quintanilla, ein ehemaliger Raid-Rallye-Weltmeister, zwei Tage vor Schluss noch zu den Favoriten auf den Gesamtsieg. Dann stürzte er.

Auch in diesem Jahr spielt das Husqvarna Rockstar Energy Team wieder eine starke Rolle. Nach dem ersten Tag lagen Quintanilla und Teamkollege Andrea Short auf den Plätzen 2 und 9. Inzwischen ist Quintanilla auf Platz 2 vorgerückt. Er hat sich zum gefährlichsten Widersacher von Spitzenreiter Ricky Brabec (Honda) gemausert.

Pit Beirer, Motorsport-Direktor der KTM-Gruppe mit den Marken KTM, Husqvarna und GasGas, sagt, er könnte mit einem Husqvarna-Triumph bei der Dakar-Rallye 2020 gut leben. Wäre ein Husqvarna-Sieg wesentlich weniger schmerzvoll als ein Erfolg von Honda oder Yamaha?

«Ein Husqvarna-Sieg wäre für uns überhaupt nicht schmerzvoll, sondern er wäre wunderschön. Nicht zuletzt haben wir mit GasGas jetzt erstmals eine dritte Marke am Start», hält Pit Beirer fest. «Hier steht die Gruppe und die Familie ganz klar über dem ganzen Projekt. Deshalb haben unsere Werksfahrer bei allen drei Fabrikaten das gleiche Material, die gleichen Chancen und die gleiche Unterstützung. Sollte die KTM-Serie von irgendjemand beendet werden, dann bitte von Husqvarna oder GasGas.»

Wie tadellos und vorbildlich KTM und Husqvarna zusammenarbeiten, wurde am Freitag auf der 6. Etappe offenkundig. Husqvarna-Werksfahrer Andrew Short, Marokko-Rallye-Sieger 2019 und auf Rang 12 der Gesamtwertung, eilte dem KTM-Star Toby Price bei einem Defekt zu Hilfe und opferte seine Chance auf einen Top-Ten-Platz. «Ich lag ohnedies schon mehr als 1 h Stunde zurück, deshalb habe ich meinem Freund Toby geholfen», meinte der US-Amerikaner.

Dakar Rallye – Gesamtwertung nach Etappe 6
1. Ricky Brabec (Honda) 23:43:47
2. Pablo Quintanilla (Husqvarna) 24:04:43 + 20:56 min

3. Toby Price (KTM) 24:09:26 +25:39 min
4. José Ignacio Cornejo (Honda) 24:09:28 +25:41 min
5. Joan Barreda (Honda) 24:16:45 +32:58 min
6. Matthias Walkner (KTM) 24:17:26 +33:39 min
ferner:
12. Andrew Short (Husqvarna) 25:20,26 + 1 h 36:39 min

Alle 18 Dakar-Sieger von KTM

2001: Fabrizio Meoni
2002: Fabrizio Meoni
2003: Richard Sainct
2004: Nani Roma
2005: Cyril Despres
2006: Marc Coma
2007: Cyril Despres
2008: abgesagt
2009: Marc Coma
2010: Cyril Despres
2011: Marc Coma
2012: Cyril Despres
2013: Cyril Despres
2014: Marc Coma
2015: Marc Coma
2016: Toby Price
2017: Sam Sunderland
2018: Matthias Walkner

2019: Toby Price

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