Mick Schumacher: Das ist sein Formel-3-Auto

Von Andreas Reiners
DTM
Mick Schumacher

Mick Schumacher

An diesem Wochenende startet Mick Schumacher mit der Formel 3 im Rahmenprogramm der DTM in Zandvoort. Wir stellen seinen Boliden näher vor.

Mick Schumacher absolviert in dieser Saison sein Rookie-Jahr in der Formel 3. Dabei gibt es einige Unterschiede zu seinem vorherigen F4-Auto und Besonderheiten. Immerhin 240 PS und 580 Kilogramm bringt der Bolide vom Prema-Powerteam auf die Strecke.

Insgesamt ist Schumachers Dienstauto deutlich schneller als sein Bolide aus den vergangenen beiden Jahren in der Formel 4. «Beim Topspeed gibt es keinen großen Unterschied. Das Formel-4-Auto ist sehr schnell. Aber der Kurvenspeed ist extrem hoch in der Formel 3. Das ist, wo wir die zehn bis zwölf Sekunden schneller fahren als in der Formel 4», sagte Schumacher.

Der 18-Jährige geht mit der Formel 3 an diesem Wochenende in Zandvoort in das siebte von zehn Events. In der Gesamtwertung belegt der Sohn von Rekordweltmeister Michael Schumacher Platz elf, in der für ihn in diesem Jahr wichtigeren Rookie-Wertung ist er Dritter.

«Manche setzen sich in ein Formel-3-Auto, können mit dem Auto spielen und alles herausholen, weil es einfach passt. Andere brauchen vielleicht ein Jahr, um sich mit dem Auto vertraut zu machen», sagte DTM-Pilot Timo Glock SPEEDWEEK.com.

Doch wie sieht der Bolide Schumachers im Detail aus? Das Chassis des F3-Autos ist vor der Saison deutlich aktualisiert worden. Dabei wurden Sicherheits- und Leistungs-Upgrades umgesetzt, die das Aussehen der Autos erkennbar verändern. Die Fahrzeugnase wurde beispielsweise gesenkt, um das Risiko zu verringern, dass ein Fahrzeug abhebt, wenn es auf den Hinterreifen eines Konkurrenten auffährt. Dazu kommt der positive Nebeneffekt, dass das Auto einen aggressiveren Look im Stile eines F1-Rennautos erhält.

Gleichzeitig wurde das Reglement mit Bezug auf Aerodynamik-Teile verändert, wodurch die Leistungsfähigkeit der Fahrzeuge verbessern wird. Die Leistungsupgrades umfassen neue Frontflügel-Endplatten und äußere Flügelklappen für eine bessere aerodynamische Leistung. Um die Fahrzeugbalance aufrecht zu halten, erhielt der Heckflügel angepasste Endplatten und Flügelprofile. Darüber hinaus sorgt ein größerer Diffusor für mehr Abtrieb und geringeren Luftwiderstand und verbessert somit die aerodynamische Effizienz des Autos.

«Wir haben am Heckflügel zwei Elemente. Es gibt extrem viel Downforce hinten, das heißt, der Anpressdruck ist höher und man kann mit viel Speed durch die Kurve fahren, ohne dass das Heck immer ausbricht», sagte Schumacher. Und: «Wenn auf einer Strecke ohne viel Downforce fährt und nur ein Element benutzt wird, kann man bis zu 275 km/h fahren. Der Flügel vorne ist etwas breiter, um etwas mehr Abtrieb zu bekommen.»

Daneben wurde bei den F3-Boliden die Front-Aufprallstruktur erneuert, wodurch im Fall eines Frontalunfalls rund 25 Prozent mehr Energie verzehrt wird. Im Einklang mit den F1-Sicherheitsbestimmungen wurden an den Seiten und im unteren Bereich der Front zusätzliche U-förmige Platten (sogenannte «Zylon panels») verbaut, die Fremdkörpern das Eindringen erschweren und die Stabilität des Fahrzeugs erhöhen.

Darüber hinaus wurde die Überlebenszelle des Monocoque mit zusätzlichen Polsterungen zum Schutz der Fahrerbeine ausgestattet. Außerdem wurden die Halteseile der Räder verstärkt und halten nun Kräften von 6 kj statt wie bisher 4 kj stand. So wird das Risiko, dass ein Rad im Falle eines Unfalls vom Fahrzeug getrennt wird, weiter reduziert. Das Sicherheitsupgrade für 2017 folgt den schon in der vergangenen Saison vorgenommenen Verbesserungen des Überrollbügels, bei denen eine zusätzliche Karbon-Aluminium-Struktur den Kopf des Fahrers im Falle eines Überschlags schützt.

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