Comeback von Sattler/Schmidt: «Sepp, der alte Hund, hat nichts verlernt»
Etwas mehr als drei Jahre nach ihrem fürchterlichen Abflug in Schleiz meldeten sich Josef Sattler und Beifahrer Luca Schmidt mit zwei Laufsiegen in der Internationalen Sidecar Trophy zurück.
Im Vorjahr erhielt Josef Sattler von Jürgen Röder aus dessen privatem Museum seine LCR BMW zurück, mit dem er 2018 mit Uwe Neubert die Seitenwagen-Klasse der Internationalen Deutschen Meisterschaft gewonnen hatte. Weil ein Motorrad nicht nur stehen, sondern auch bewegt werden soll, kam der Bayer auf die Idee eines Comebacks im Rahmen der Internationalen Sidecar-Trophy auf dem Red Bull Ring.
Als Beifahrer sprang der zweifache Vize-Weltmeister Luca Schmidt, mit dem er 2021 und 2022 die IDM Sidecar gewonnen hatte, ins Boot. «AHHHH… ich kann euch gar nicht sagen, wie sehr ich mich freue, diese Zeilen endlich schreiben zu dürfen! Jetzt ist es offiziell: Sepp und ich stehen am ersten August-Wochenende am Start!», konnte der junge Thüringer seine Begeisterung nicht verbergen.
«Als Sepp mich angerufen und gefragt hat, ob wir gemeinsam fahren wollen, war’s komplett vorbei. Ich glaube, mein Grinsen ging einmal rund ums Gesicht – und innerlich hab´ ich wahrscheinlich schon die erste Runde gedreht. Nach drei Jahren sitzen wir endlich wieder zusammen im Gespann. Ehrlich gesagt fühlt es sich an, als wäre nie Zeit vergangen. Und unser Plan? Ganz einfach: Helm auf, Visier runter und Vollgas!»
Weiterer Auftritt nicht ausgeschlossen
Sattler, der 2023 nach einem schweren Unfall in Schleiz seinen Helm an den Nagel hängen musste, weil er beim Abflug zwar glimpflich davonkam, der Seitenwagen allerdings komplett zerstört wurde, ließ sich nicht zweimal bitten. An seine Trainingszeit von 1:38,242 Minuten kam kein anderes Team auch nur annähernd heran. «Sepp, der alte Hund, hat nichts verlernt», war man selbst im eigenen Team ob seiner Leistung erfreut.
Auch in den beiden Rennen konnte niemand den beiden das Wasser reichen. Im ersten Lauf über sieben Runden überquerte sie bei schwierigen Verhältnissen - die vom nächtlichen Regen nasse Strecke trocknete während des Rennens ab - die Ziellinie mit knapp 17 Sekunden Vorsprung, im zweiten Lauf über zwölf Runden büßten die Zweitplatzierten etwas mehr als 20 Sekunden auf die Paarung ein.
Ob es bei diesem einmaligen Einsatz bleibt oder ob es im Laufe des Jahres noch einen weiteren Start geben wird, steht derzeit nicht abschließend fest. Die Chancen stehen allerdings gut, dass die Fans dem 61-jährigen Sattler und seinem 23-jährigen Beifahrer Schmidt am Saisonende (3. bis 4. Oktober) anlässlich des Sidecar Festivals in der Motorsport Arena Oschersleben nochmals zujubeln können.
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