DTM-Homologation: Keine Extra-Wurst für Aston Martin

Von Andreas Reiners
DTM
Der Aston Martin Vantage DTM

Der Aston Martin Vantage DTM

Die DTM-Autos werden am 1. April «eingefroren». Das gilt auch für Aston Martin, auch wenn der Neuling noch nicht alle Testtage absolviert hat.

Nichts geht mehr, das gilt auch für Aston Martin: Am 1. April ist der Stichtag in der DTM, dann werden die Autos homologiert (Alle Infos zur Homologation). Auch bei Aston Martin wird der Ist-Zustand der Boliden eingefroren, eine technische Weiterentwicklung ist dann nicht mehr möglich.

Und das, obwohl R-Motorsport erst Anfang März mit Technik-Partner HWA nach nur 90 Tagen Entwicklungs- und Bauzeit ein Auto für die ersten Testfahrten auf die Strecke stellte. Rekordzeit - und durchaus beeindruckend. Ende März holte das ehrgeizige Projekt mit einem zweiten Test den Rückstand an Testtagen auf Audi und BMW auf.

Denn die Konkurrenz hat bereits drei private Testfahrten beziehungsweise neun Tage als Vorbereitung auf die neue Saison mit dem neuen Class-One-Reglement und den neuen Autos mit dem Vierzylinder-Turbo absolviert. Auch wenn Aston Martin noch drei Tage fehlen – homologiert wird trotzdem.

«Es gibt keine Extra-Wurst für Aston Martin. Jeder Hersteller wird gleich behandelt», stellte Gordian von Schöning, Direktor Sport und Technik bei der ITR, bei SPEEDWEEK.com klar.

Er betont aber auch: «Wir wollen natürlich niemanden benachteiligen und werden ihnen keine Steine den Weg legen. Wir versuchen, die Situation sportlich so fair wie möglich zu gestalten. Die Chancengleichheit soll gewährleistet werden. Als Neueinsteiger haben sie deshalb erweiterte Möglichkeiten.»

Bedeutet konkret: Aston Martin kann die verpassten drei Testtage nachholen. Im Idealfall soll das vor dem Saisonstart erfolgen, mit Zustimmung von Audi, BMW und dem DMSB kann das aber auch während der Saison passieren. Die Entscheidung steht aber noch aus.

Ist es denn ein Nachteil, wenn Aston Martin den Vantage DTM nach nur sechs statt neun Testtagen homologiert? Vor allem, weil der erste Test eher unglücklich verlief und deutlich weniger Kilometer abgespult wurden als bei der Konkurrenz?

Teils, teils. Es ist keine Frage, dass es nicht von Nachteil wäre, könnte Aston Martin noch Einfluss nehmen. Womit wir aber wieder bei dem schwierigen Weg der Gleichbehandlung wären. Durch den späten Einstieg und den sowieso schon komprimierten Zeitplan des ambitionierten Projekts um die britische Kultmarke, R-Motorsport und HWA muss die Vorbereitung auf eine neue DTM-Ära bei diesem «Sonderfall» ein Mittelweg sein, ein Kompromiss.

Klar ist aber auch: Aston Martin ist zwar Neuling, Technikpartner HWA weiß aber, wie man DTM-Autos baut. Auch welche, die konkurrenzfähig sind. Von Schöning, der früher selbst bei HWA tätig war: «Wenn man nur so wenig Zeit hat, muss man Dinge priorisieren. Dann kann es auch sein, dass man bestimmte Teile nicht so detailliert entwickeln oder ausarbeiten kann, wie man es sich mit mehr Zeit vorstellen würde.»

Das Prinzip der Einheitsbauteile sorgt grundsätzlich schon mal dafür, dass der Unterschied zwischen Audi, BMW und Audi nicht zu groß gerät. Eine große Rolle spielt 2019 vor allem der neue Motor. Rückstände können zudem über Setup-Arbeit aufgeholt werden.

Von Schöning stellt zudem klar, dass die nachzuholenden Testtage für Aston Martin wichtig sind, auch wenn das Auto bereits homologiert wurde: «Entwicklung bedeutet ja auch nicht unbedingt nur Entwicklung von Bauteilen. Es gilt auch, das Auto zu verstehen, wie es reagiert, wie es sich verhält. Vor allem im Hinblick auf den neuen Vierzylinder-Turbo. Änderungen an der Abstimmung des Fahrzeugs sind mindestens genauso wichtig. Deshalb kann ein Test nach wie vor sinnvoll sein, auch wenn das Auto bereits homologiert ist.»

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