Timo Glock: «Dann wäre einer in die Luft gegangen»

Von Andreas Reiners
DTM
Timo Glock

Timo Glock

Sebastian Vettel gegen Fernando Alonso: Der enge Zweikampf der beiden Formel-1-Weltmeister beim vergangenen Rennen in Silverstone begeisterte die Zuschauer.

Auch wenn es «nur» um Platz fünf ging, hatte das Rad-an-Rad-Duell vieles, was die Faszination der Motorsport-Königsklasse ausmacht. Auch der frühere Formel-1-Pilot Timo Glock war begeistert. «Das war schon ein Wahnsinns-Spektakel. Als Rennfahrer hast du natürlich ein Gefühl dafür, wie so ein Kampf enden wird. Es war ein tolles Duell, bei dem sich die beiden aber auch noch etwas Platz gelassen haben», sagte der heutige DTM-Pilot «sportschau.de».

So viel Platz, dass das Duell zwar eng war, aber ohne Folgen für beide Piloten blieb. Hätte solch ein Zweikampf im Tourenwagen anders ausgesehen? «Eindeutig ja. In der DTM hätten sich die Autos mit Sicherheit berührt. Die Hemmschwelle ist schon dadurch niedriger, dass bei uns die Räder nicht freistehen, sondern verdeckt sind. Die Gefahr, dass bei der Berührung der Gummis einer abhebt, ist in der Formel 1 wesentlich größer. Wären Vettel und Alonso so gefahren wären wie wir teilweise, wäre mit Sicherheit einer in die Luft gegangen», sagte Glock.

Der 31-Jährige fuhr sechs Jahre lang selbst in der Formel 1, kennt also aus insgesamt 91 Rennen den Umgang der Fahrer untereinander auf der Strecke. 2014 ist sein zweites Jahr im Tourenwagen. Und Glock lernt immer noch dazu.

«Ich gebe zu, dass ich mich in der DTM immer noch an den anderen Umgang untereinander gewöhnen muss. Man hat es ja in Ungarn gesehen, als mir Edoardo Mortara mehrfach ins Auto gefahren ist, was mich extrem aufgeregt hat», so Glock, der dem Audi-Piloten danach die Meinung gegeigt hatte.

Und seinerseits hatte Mortara angekündigt, beim nächsten Mal genauso zu kämpfen. «Da habe ich kein Problem mit. Wir sehen uns sicher noch das ein oder andere Mal auf der Strecke. Dann schaun wir mal, wie’s ausgeht», so Glock.

Dass die Konkurrenz sich durch harte Attacken gegen den ehemaligen Formel-1-Piloten gerne mal profiliert, ist kein Problem: «Aber die Jungs müssen dann auch damit leben, dass ich denen dann glasklar meine Meinung sage. Da darf man dann nicht gleich beleidigt sein.»

A propos beleidigt: Genauso wie Vettel und Alonso mit ihren Aktionen auf der Strecke begeisterten, verpetzten sie sich gegenseitig per Boxenfunk. Glocks Meinung: «... ob das sein muss, dass man den anderen da bei der Rennleitung verpetzt, wenn er regelwidrig fährt, muss jeder für sich entscheiden – habe ich aber bei Mortara auch gemacht. Bei mir lief ja sogar noch eine Onboard-Kamera mit. Das war für die Fans sicher großartig, so einen Fight und all die Emotionen live mitzuerleben.»

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