Günther Steiner: «Bahrain-Test kommt nicht in Frage»

Von Vanessa Georgoulas
Formel 1
Günther Steiner

Günther Steiner

Haas-Teamchef Günther Steiner kann sich trotz des kalten Barcelona-Wetters nicht für die Idee erwärmen, die Vorsaison-Tests nach Bahrain oder Abu Dhabi zu verlegen – und das nicht nur aus finanziellen Gründen.

Eisige Temperaturen, Regen und sogar Schnee – die spanischen Wettergötter sind offensichtlich keine Formel-1-Fans. Just zum Start der Vorsaison-Testfahrten der Königsklasse auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya hat eine Kältefront ganz Europa fest im Griff. Das sorgt für lange Wartezeiten und viele Klagen im GP-Fahrerlager, denn bei diesen Bedingungen ist ans Testen nicht zu denken.

Natürlich wird angesichts des Wetterpechs einmal mehr darüber diskutiert, die wenigen Testtage, die vor dem Saisonstart in Melbourne eingelegt werden dürfen, künftig wieder auf einem der Wüstenkurse von Bahrain oder Abu Dhabi zu absolvieren. Doch für diese Idee lassen sich längst nicht alle Teamverantwortlichen begeistern.

Haas-Teamchef Günther Steiner erklärte etwa auf Nachfrage: «Die Kosten sind sicher ein Faktor, der bei einem solchen Wechsel beachtet werden muss. Aber auch logistisch würde uns das vor neue Herausforderungen stellen. Ihr habt ja keine Ahnung, wie viele neue Teile täglich angeliefert werden, die wir dann ans Auto schrauben. Das ist unfassbar.»

Und der Südtiroler betonte: «Von England oder Italien kann man die Teile im Auto anliefern. Man steckt alles in einen Van und fährt acht Stunden, dann ist alles hier. Wir haben Leute im Team, die in diesen Tagen die ganze Zeit hin und her fahren. Wenn wir nach Bahrain gehen, dann müssen wir uns auf etwas ganz Anderes vorbereiten. Klar, es ist für alle gleich. Doch einige Teams würden dann wohl jeden Abend einen Privatflug organisieren, um die neuen Teile anzuliefern.»

Steiner überraschte es auch nicht, dass die Teams es angesichts des schlechten Wetters nicht geschafft haben, die Testtage neu zu planen und die zweite Testwoche zu verlängern. «Einige haben es versucht, doch es gab immer einen, der dagegen war. Es ist schon schwierig, sich eine Einigung zwischen zwei von uns vorzustellen, wie sollen dann zehn Rennställe einen Konsens finden.»

«Denn um das umzusetzen, braucht es die Zustimmung von allen. Wenn wir das ändern wollen, müssen wir das sportliche Reglement anpassen, wir können nicht einfach sagen, wir ändern das. Ich denke, der Automobilweltverband FIA wäre dafür, allerdings müsste die Anfrage von unserer Seite kommen. Aber wenn wir uns nicht einigen können, macht es auch keinen Sinn, die FIA zu involvieren.»

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