Sebastian Vettel (Ferrari): Seine Taktik für Kanada

Von Mathias Brunner
Formel 1
​Ferrari-Star Sebastian Vettel gewann die ersten beiden Saisonrennen von Australien und Bahrain, aber der dritte Sieg lässt auf sich warten. Sein 50. GP-Triumph ist beim Kanada-GP von Montreal wahrscheinlich.

Es ist immer angenehm, die Favoritenrolle von sich wegzuschieben. Weltmeister Lewis Hamilton stapelt in Kanada tief: «Es wird ohne verbesserten Motor nicht einfach, meinen vierten Montreal-Sieg in Folge einzufahren. Ich erwarte ein ganz starkes Ferrari.»

Tatsächlich spricht alles für Sebastian Vettel: Als einziger Ferrari-Fahrer kommt er in Genuss des verbesserten Motors – Kimi Räikkönen ist wegen seines Motorwechsels in Spanien aus dem normalen Betriebsrhythmus gefallen. In Barcelona wurde der Motor des Weltmeisters von 2007 tausend Kilometer vor Ende der vorgesehenen Laufleistung ausgebaut. Später stellte sich heraus: Es handelte sich um einen Hickser in der Elektrik – der Motor selber hat keine Schäden erlitten und kann weiter eingesetzt werden. Aufatmen in Maranello.

Die Ferrari-Kunden Sauber und Haas haben in Monaco frische Aggregate erhalten. Mercedes musste die Einführung von Version B des 2018er 1,6-Liter-V6-Motors verschieben, es sind Fragezeichen bezüglich der Haltbarkeit aufgetaucht.

Kurzum: Vieles deutet auf den 50. GP-Erfolg von Sebastian Vettel hin. Vettel selber meint: «Ich achte nicht so auf die Zahlen. Aber wir werden alles daran setzen zu gewinnen. Prognosen sind in diesem Jahr noch schwieriger als sonst, weil wir derzeit drei Rennställe vorne auf Augenhöhe haben. Was gut ist, weil wir da schön mitmischen. Aber lasst uns erst mal sehen, wie der Samstag laufen wird.»

Mercedes verzichtet also auf die schärfste Silberpfeil-Motorversion. Seb lässt das kühl: «Ich weiss nicht, wie gross dieser Schritt gewesen wäre. Das ist für mich aber auch irrelevant, weil wir das ohnehin nicht beeinflussen können.»

Lieber redet Vettel über die eigenwillige kanadische Rennstrecke: «Ich mag Montreal – viele Schikanen, die Mauern nahe an der Piste, kaum Raum für Fehler. Da ist es nicht einfach, alles auf die Reihe zu bekommen. Das macht den Reiz aus.»

«Wir müssen weiter mit Vollgas versuchen, den Abstand zu Lewis zu verkürzen. Wir ändern aber nichts: Wir nehmen ein Rennen ums andere, angefangen mit Kanada. Wir haben jetzt viele Läufe in wenigen Wochen, da sind viele Punkte drin.»

Typisch Montreal, dass immer auch eine schöne Prise Verrücktheit in der Luft liegt. Oder besser: durch die Luft fliegt und dann landet.

Noch Stunden nach dem Grossen Preis von Kanada 2016 konnte sich Sebastian Vettel nicht erholen, was er in der ersten Runde des Montreal-Rennens in Kurve 1 erblickt hatte: «Da sassen mitten im Scheitelpunkt diese beiden Möwen, und sie machten null Anstalten, ihren Platz preiszugeben. Ich fliege da im vollem Karacho heran, die hocken völlig relaxed dort.»

Lewis Hamilton damals schlagfertig: «Nun, Seb, du weisst ja, dass ich ein grosser Tierfreund bin. Also habe ich einige meiner Freunde bestellt und ihnen gesagt, wo sie sich hinhocken sollen.»

Vettel: «Vielleicht sollte jemand versuchen, dieses Pärchen einzufangen. Sie könnten alles widerlegen, was wir über diese Tiere wissen. Es war unglaublich.»

Seb zeigte ein Herz für Tiere und fuhr einen Bogen um die unerschütterlichen Vögel herum, das kostete Zeit.

Diesen Gefallen will er 2018 Lewis Hamilton nicht mehr machen.

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