Defekt bei Mercedes: Hamilton zittert zum WM-Titel

Von Mathias Brunner
Formel 1
Der Mercedes von Valtteri Bottas blieb im dritten freien Training stehen

Der Mercedes von Valtteri Bottas blieb im dritten freien Training stehen

Der Grosse Preis von Mexiko als Zitterfahrt zum Titel für Lewis Hamilton: Valtteri Bottas ist im Training mit einem Defekt stehengeblieben, «den es bei uns lange nicht gab» (Teamchef Toto Wolff).

Auf dem Papier ist das alles so einfach: Lewis Hamilton muss beim Grossen Preis von Mexiko mindestens Siebter werden, dann ist der Engländer zum fünften Mal Formel-1-Weltmeister. Aber Teamchef Toto Wolff will nichts von der Hand am WM-Pokal hören und auch nichts von Sieger-Hemden, welche die clevere Marketing-Abteilung von Mercedes natürlich schon in Texas im Gepäck hatte.

Toto Wolff bleibt Zweckpessimist. Er ist lange genug in diesem Geschäft, um zu wissen, was alles schiefgehen kann. Seine Zuversicht wurde im dritten Training nicht gestärkt, als Valtteri Bottas wegen eines Hydraulikdefekts ausrollte. Die flinken Mercedes-Mechaniker wechselten rechtzeitig zur Quali den Motor aus. Eine Strafe gab das nicht, weil in den Wagen des Finnen ein bereits verwendeter Motor eingebaut wurde. Aber wird der Grosse Preis von Mexiko zu einer Zitterfahrt zum Titel für Lewis Hamilton?

Toto Wolff sagt: «Was bei Valtteri passiert ist, das war ein Defekt, wie wir ihn seit Jahren nicht gesehen haben. Aber es war ein Defekt, wie er nicht vorkommen sollte, wir haben das entsprechende Triebwerk zur Analyse nach England geschickt. Meine Techniker versichern mir: Was Bottas lahmlegte, sollte Hamilton keine schlaflose Nacht bereiten. Dennoch unterstreicht der Defekt, wie zerbrechlich die ganze Situation ist. Alle arbeiten am Limit, und da kann schnell mal etwas schiefgehen.»

«Es liegt in unseren Händen, dass Lewis hier den Titel sicherstellen könnte. Ich betone das Wort „könnte“. Denn noch ist nichts gewonnen, wir können uns keinen Schnitzer leisten. Das ist der Grund, warum wir ungern vom WM-Titel sprechen.»

«Unsere Jungs haben einen grandiosen Job gemacht, damit Valtteri rechtzeitig ins Abschlusstraining gehen konnte. Obschon es sich beim eingebauten Triebwerk um ein Aggregat älterer Spezifikation handelte, meinte Bottas, er habe keinen Unterschied feststellen können. Das ist ein schönes Kompliment an die Motorabteilung.»

Mercedes kann auch die Markenwertung hier in Mexiko gewinnen. Besitzt Mercedes nach drittletzten Saisonlauf einen Vorsprung von mindestens 86 Punkten auf Ferrari, dann steht der fünfte Sieg im Konstrukteurs-Pokal in Folge fest. Derzeit beträgt der Vorsprung der Silbernen 70 Punkte.

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