Pierre Gasly (Red Bull): So stark wird Honda 2019

Von Rob La Salle
Formel 1
Pierre Gasly

Pierre Gasly

​Pierre Gasly bestreitet in Abu Dhabi seinen letzten Grand Prix für Toro Rosso. 2019 sitzt er in einem Red Bull Racing-Renner. Was der Franzose in der nächsten Saison dem neuen RBR-Motorpartner Honda zutraut.

Pierre Gasly wird 2019 in einem anderen Rennwagen sitzen als heute, aber er wird vertraute Gesichter sehen: Nach einem Jahr im Toro Rosso-Honda wechselt der 22jährige Franzose 2019 zu Red Bull Racing, wo 2019 erstmals mit Honda-Triebwerken gearbeitet wird. Der Sensations-Vierte des Bahrain-GP 2018 sagt: «Ich bin zuversichtlich, dass Honda einen weiteren markanten Schritt nach vorne machen wird.»

Anfang Dezember 2017 erhielt Toyoharu Tanabe die technische Leitung über das Formel-1-Projekt, ihm zur Seite gestellt wurde Yasuaki Asaki als Betriebsleiter der Formel-1-Abteilung. Tanabe konzentrierte sich auf die Test- und Renneinsätze, Asaki hat das Sagen in Sakura, was die Motorentwicklung betrifft. Tanabe arbeitet seit 33 Jahren für Honda, er war früher Honda-Techniker am McLaren-Renner von Gerhard Berger, dazu am Werkswagen von Jenson Button. Vor seiner neuen Aufgabe im GP-Sport hatte er als Leiter des IndyCar-Programms gearbeitet und durfte mit seinem Landsmann Takuma Sato 2017 den Sieg beim legendären Indy 500 feiern.

Der Japaner bestätigte, dass die Entwicklung des 1,6-Liter-Verbrennungsmotors in diesem Jahr beschleunigt worden ist. Dabei wurden Strafversetzungen bewusst in Kauf genommen, um die Entwicklung im Hinblick auf 2019 voranzutreiben, wenn Honda neben Toro Rosso auch Red Bull Racing ausrüstet. Die Rennstrecke ist immer noch das beste Testlabor. Das erfreute Gasly und Brendon Hartley nicht immer, ist aber der zielführendste Weg, um 2019 konkurrenzfähiger zu sein.

Gasly sieht Honda 2019 so: «Es besteht noch immer ein Rückstand auf Mercedes und Ferrari. Die Japaner sind am Aufholen. Die Japaner wissen, dass sie Boden gutmachen müssen, sie gehen damit sehr offen um. Ich weiss, Honda macht alles, um so gut als möglich auf 2019 vorbereitet zu sein. Sie werden zur kommenden Saison einen weiteren markaten Schritt vorwärts machen.»

Die Frage ist: Kann Honda schon im nächsten Jahr die Lücke zu Ferrari und Mercedes schliessen? Gasly bleibt vorsichtig: «Entwicklungen verlaufen nicht immer konstant. Manchmal sind es monatelang nur kleine Schritte, und dann gelingt bei der Arbeit auf den Prüfstanden ein Durchbruch, und auf einmal zeigt die Stoppuhr in der Simulation eine Verbesserung von vier Zehntelsekunden pro Runde. Ich glaube, Honda hat schon jetzt den grössten Teil des Rückstands aufgeholt. Ich erwarte nicht, dass sie zum Beginn der Saison 2019 auf Augenhöhe mit den anderen Motoren liegen, aber sie werden dieses Niveau erreichen. Honda investiert eine Menge und entwickelt sehr intensiv.»

In Brasilien hat Gaslys kommender Stallgefährte Max Verstappen vertieft: «Was wir über Honda sagen, das ist keine Lüge. Wir setzen hier nicht einfach etwas in die Welt, das nicht stimmt. Wir sehen ja die ganzen Zahlen. Aber natürlich wird alles auch davon abhängen, welche Fortschritte unsere Konkurrenz macht. Ich bin Realist. Ich schätze, dass wir in Sachen Leistung zur Beginn der Saison 2019 noch hinterherhinken werden. Aber wir werden auf alle Fälle besser dastehen als heute. Ob das reicht, um an der Spitze mitzumischen, wird sich zeigen.»

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