GP-Rennställe: Die 10 verrücktesten Team-Namen

Von Mathias Brunner
Formel 1
​So gut wie alle heutigen Formel-1-Teams bergen Bezeichnungen, die auf Menschen zurückgehen. Aber es gab in der Historie der Königsklasse auch immer wieder überaus verrückte Team-Namen.

Den meisten Formel-1-Fans ist klar: Wir haben Ferrari, benannt nach dem grossen Enzo Ferrari. Wir haben Haas, benannt nach dem US-amerikanischen Unternehmer Gene Haas, dazu Williams, nach Rennstallgründer Sir Frank Williams. Bruce McLaren goss das Fundament zu den heutigen Papaya-Rennern von Lando Norris und Carlos Sainz. Mercédès Jellinek, Tochter des Unternehmers Emil Jellinek, ist der Grund, warum die Silberpfeile heute Mercedes heissen.

Damit nicht genug: Renault geht natürlich auf die französischen Brüder Louis, Marcel und Fernand zurück. Sauber verdankt seinen Namen Gründer Peter Sauber, auch wenn der Rennstall inzwischen Alfa Romeo Racing heisst – Alfa steht seit 1910 als Abkürzung für «Società Anonima Lombarda Fabbrica Automobili» (also Aktiengesellschaft Lombardische Automobilfabrik), Romeo kam im Dezember 1915 hinzu, als die Rüstungsgesellschaft von Nicola Romeo das Sagen in der jungen Firma übernahm.

Red Bull ist natürlich ein Energy-Drink, aber das Team heisst offiziell «Aston Martin Red Bull Racing Honda», und Aston Martin geht zurück auf das Bergrennen Aston und den Autohändler Lionel Martin. Honda wurde von Soichiro Honda gegründet.

Racing Point (früher Force India) ist hingegen eine Erfindung ohne Bezug zu einem Menschen, und Alpha Tauri (bislang Toro Rosso) geht auf die Modelinie zurück. Ungewöhnlich sind solche Bezeichnungen nicht (ich erinnere an Benetton), wir haben aber zehn frühere Teams gefunden, die noch viel ungewöhnlichere Namen hatten.

Arrows (1978–2002)
Pfeilschnell sollten die Rennwagen zwar sein, aber mit Pfeilen hatte der Namen von Arrows nichts zu tun. Vielmehr splitterten sich Fachkräfte des Shadow-Rennstalls ab, um ihr eigenes Ding zu machen. Der Name des Teams setzt sich aus Anfangsbuchstaben der Gründer zusammen – Franco Ambrosio (A), Alan Rees (R), Jackie Oliver (O), Dave Wass (W) und Tony Southgate (S). Das fehlende R wurde der Ästhetik halber beigefügt.

Lyncar (1974/1975)
Die Ehefrauen der Firmengründer Martin Slater und Graham Coaker hiessen Lyn und Carol – und fertig war der Teamname! Das war hübsch, machte den Rennwagen aber auch nicht besser.

Maki (1974)
Ein Kürzel aus Firmengründer Masao Ono und dem Designer Kenji Mimura. Der Panzer namens F101A, auf unserem Foto mit Howden Ganley in Goodwood, war so schwer wie er aussah – angeblich schleppte der Wagen 150 Kilo Übergewicht mit.

Life (1990)
Der Name des italienischen Geschäftsmannes Ernesto Vito ist eine Abwandlung von Vita (Leben), ins Englische übersetzt – Life. Die Auftritte des Teams hatten eher den Hauch von schleichendem Tod.

Alta (1950–1952)

Eine Verschmelzung aus TA von Firmengründer Geoffrey Taylor, der noch einen passenden Anfang suchte. Er wählte AL von Aluminium-Motorblock.

March (1970–1993)
Ein Vorläufer von Arrows, denn auch bei March wurden die Anfangsbuchstaben von Namen kombiniert: M für Max Mosley, AR für Alan Rees (ein Wiederholungstäter!), C für Graham Coaker und H wie Robin Herd.

Token (1974)
Das TO stammte vom griechischen Schiffsmakler Tony Vlassopulos, das KEN von Ken Grob, einem Schiffsversicherer. Der Wagen hätte, gemessen an den Darbietungen, eigentlich Noken heissen müssen.

Zakspeed (1985–1989)
Wortverschmelzung aus Erich Zakowski und Geschwindigkeit. Das Engagement der Deutschen mit eigenem Turbomotor war bewundernswert, der spätere Motorpartner Yamaha versagte auf der ganzen Linie.

LDS (1962–1968)
Die Initialen des südafrikanischen Rennfahrers und Rennwagenbauers Louis Douglas Serrurier. Seine Chassis basierten auf Inspirationen von Cooper oder Brabham, um es höflich zu nennen, dazu verwendete er Alfa-Romeo-Motoren.

Kojima (1976/1977)
Matsuhisa Kojima war ein japanischer Motocrossfahrer, aber Sie werden nie erahnen, wie er ein Vermögen gemacht hat, um eine Rennwagenfirma zu gründen – als Importeur von Bananen!

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