Strafen: Vettel, Maldonado, Kvyat in grösster Gefahr

Von Mathias Brunner
Formel 1
Schon vor einem Jahr spielte die Technik Sebastian Vettel einen Streich: Getriebeschaden

Schon vor einem Jahr spielte die Technik Sebastian Vettel einen Streich: Getriebeschaden

Der neuste Bericht der FIA-Technikpolizei zeigt: Die drei Renault-Fahrer Sebastian Vettel, Pastor Maldonado und Daniil Kvyat müssen bald mit einer Strafversetzung rechnen.

Jetzt wird es richtig eng für Formel-1-Champion Sebastian Vettel: Die FIA hat die jüngste Liste der benutzten Antriebseinheits-Teile veröffentlicht. Und der Heppenheimer steht in Sachen Verbrennungsmotor, Turbolader, MGU-H sowie Kontroll-Elektronik bei jeweils vier benutzten Elementen! (Erklärungen zu den einzelnen Elementen lesen Sie weiter unten unter «Strafe für Motorschäden: Das müssen Sie wissen».)

Auch Pastor Maldonado muss sich langsam mit dem Gedanken einer Strafversetzung anfreunden: Bei ihm sind schon vier Motoren, Lader, MGU-K und MGU-H im Einsatz gewesen. Beim russischen Toro-Rosso-Fahrer Daniil Kvyaat wird es ebenfalls knapp – vier Motoren verbraucht, vier Turbolader, vier Generatoren für kinetische Energie.

In der folgenden Liste sehen Sie, wer derzeit Sorgen hat und wer noch ruhig schlafen kann. Es geht um die Anzahl benutzter Elemente in der Reihenfolge:

V6-Motor – Turbolader – MGU-K – MGU-H – Batterie – Elektronik

Sebastian Vettel (Renault): 4 – 4 – 3 – 4 – 2 – 2
Daniel Ricciardo (Renault): 3 – 3 – 3 – 3 – 2 – 2
Lewis Hamilton (Mercedes): 3 – 3 – 3 – 3 – 3 –3
Nico Rosberg (Mercedes): 3 – 3 – 3 – 3 – 3 – 3
Fernando Alonso (Ferrari): 3 – 3 – 3 – 3 – 3 – 3
Kimi Räikkönen (Ferrari): 3 – 3 – 3 – 4 – 3 – 3
Romain Grosjean (Renault): 3 – 3 – 3 – 2 – 2 – 3
Pastor Maldonado (Renault): 4 – 4 – 4 – 4 – 2 – 3
Jenson Button (Mercedes): 3 – 3 – 3 – 3 – 2 – 2
Kevin Magnussen (Mercedes): 3 – 3 – 3 – 3 – 2 – 2
Nico Hülkenberg (Mercedes): 3 – 3 – 3 – 3 – 2 – 2
Sergio Pérez (Mercedes): 3 – 3 – 3 – 3 – 2 – 2
Adrian Sutil (Ferrari): 3 – 3 – 3 – 3 – 3 – 3
Esteban Gutiérrez (Ferrari): 3 – 3 – 3 – 3 – 3 – 3
Jean-Eric Vergne (Renault): 3 – 3 – 3 – 2 – 2 – 3
Daniil Kvyat (Renault): 4 – 4 – 4 – 3 – 2 – 2
Felipe Massa (Mercedes): 3 – 3 – 3 – 3 – 2 – 3
Valtteri Bottas (Mercedes): 3 – 3 – 3 – 3 – 2 – 2
Jules Bianchi (Ferrari): 4 – 4 – 3 – 4 – 2 – 2
Max Chilton (Ferrari): 3 – 3 – 3 – 3 – 3 – 3
Kamui Kobayashi (Renault): 2 – 2 – 2 – 2 – 3 – 4
Marcus Ericsson (Reanult): 2 – 2 – 2 – 2 – 2 – 3

Strafe für Motorschäden: Das müssen Sie wissen

Generell darf ein Fahrer im Verlauf der ganzen Saison nur fünf Antriebseinheiten verwenden (bis Ende 2013 waren es acht Saugmotoren pro Saison, nächstes Jahr werden es nur noch vier sein). Jetzt wird es kompliziert – denn die Antriebs-Einheit wird in Sachen Reglement in sechs Elemente aufgeteilt:

– V6-Verbrennungsmotor





– Turbolader
– MGU-K (steht für «motor generator unit – kinetic»; also der Generator für die kinetische Energie, die beim Bremsen gesammelt wird)

– MGU-H (steht für «motor generator unit – heat»; also der Generator für jene Energie, die beim Turbolader gesammelt wird)
– Batterie-Paket

– Kontroll-Elektronik für jedes einzelne dieser Elemente

Sollte ein sechstes Element gebraucht werden (sagen wir: ein Turbolader muss ersetzt werden oder eine Steuereinheit der kinetischen Energierückgewinnung), so muss der betroffene Fahrer in der Startaufstellung um zehn Ränge zurück. Für jedes weitere sechste Element der verschiedenen Motorteile gibt es eine Fünf-Ränge-zurück-Strafe.

Braucht ein Fahrer beispielsweise einen siebten Lader, dann gibt es erneut eine Zehn-Ränge-zurück-Strafe. Für jedes weitere siebte Element wieder die fünf Ränge.


Wichtig dabei: Erhält beispielsweise Sauber-Pilot Adrian Sutil die Strafe «zehn Ränge zurück», er steht jedoch auf Startplatz 17 (von 22), dann muss er den Rest der Strafe beim folgenden GP absitzen (also dort um die restlichen fünf Ränge zurück). Das gilt insgesamt aber nur für maximal zwei GP-Wochenenden.

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