6h Watkins Glen: Mazda holt grandiosen ersten Sieg

Von Oliver Müller
IMSA

Das Mazda Team Joest feiert den ersten Doppelsieg in der amerikanischen IMSA-Serie. Bei den 6 Stunden von Watkins Glen komplettiert Acura das Podium. Starker Triumph für Porsche in der GTLM-Kategorie.

Das Ende der Durststrecke ist erreicht: Beim 6-Stunden-Rennen der amerikanischen IMSA-Serie in Watkins Glen konnte das Mazda Team Joest mit dem Piloten-Trio Harry Tincknell, Olivier Pla und Jonathan Bomarito den ersten und vor allem lang ersehnten Sieg feiern. «Wir waren schon das ganze Jahr über schnell und hatten in jedem Rennen die Pace zum Sieg. Aber heute war einfach unser Tag. Der Mazda RT24-P war fantastisch. Ich konnte die ganze Zeit puschen», zeigte sich Pla überwältigt vom Triumph. Durch den zweiten Platz des Schwesterfahrzeuges von Pole-Setter Oliver Jarvis, Timo Bernhard und Tristan Nunez konnte sogar ein Doppelsieg eingefahren werden.

Die beiden Mazda DPi hatten die diesjährige Ausgabe der 6 Stunden von Watkins Glen von Beginn an klar dominiert und weite Teile des Rennens eine Doppelführung inne. Erst in der letzten Rennstunde hatte das Acura Team Penske mit einem etwas kürzeren Nachtank-Stopp nochmals am Thron gewackelt. Jedoch konnten die Mazda den Wagen von Juan Pablo Montoya und Dane Cameron wieder überholen und den Doppelsieg sicherstellen. Einige Sorgen bereitete dem Mazda-Kommandostand zum Schluss noch ein loses Teil der Motor-Abdeckung am final siegreichen Fahrzeug, doch auch dieses stand dem großen Triumph nicht mehr im Wege.

Das aktuelle Mazda-Prototypen-Programm hatte eine lange Niederlagenserie angehäuft. Zunächst fuhr der japanischen Hersteller mit alten Lola LMP2 und unterlegenen Dieselmotoren der Konkurrenz gnadenlos hinterher. Als dann auf das 2L-R4-Turbo-Aggregat von AER umgestellt wurde gab es zwar erste Lichtblicke, aber dennoch weiterhin enttäuschende Ergebnisse. Auch bei der Umstellung auf das DPi-Modell ging nicht viel zusammen. All das führte zur Trennung vom langjährigen Einsatzteam Speedsource, sodass das deutsche Team Joest ab der Spielzeit 2018 die Betreuung der Fahrzuge übernahm. Auch hier musst in der ersten Saison viel Lehrgeld gezahlt werden. Seit 2019 waren die Mazda DPi dann aber voll konkurrenzfähig und der nun eingefahrene Triumph nur eine Frage der Zeit.

Der angesprochene Acura DPi von Montoya/Cameron komplettierte das Podium in Watkins Glen vor dem Cadillac DPi von Renger van der Zande und Jordan Taylor (Wayne Taylor Racing). Der zweite Acura von Ricky Taylor und Helio Castroneves schaffte es ebenfalls in die Top Fünf. In der LMP2-Klasse siegte der Oreca 07 von PR1 Mathiasen Motorsports.

Porsche konnte in der GTLM-Kategorie den vierten Sieg in Folge einfahren. Patrick Pilet und Nick Tandy lagen am Ende vor der Corvette von Jan Magnussen und Antonio García. «Wir hatten sicherlich nicht das schnellste Auto im Wettbewerb, aber die optimale Teamarbeit hat uns den Sieg gesichert. Die Boxenstopps waren perfekt, die Strategie einfach nur gut und wir Fahrer haben unseren Porsche 911 RSR absolut konstant und fehlerfrei über die Distanz gebracht», meinte Tandy am Ende. In der GTD-Klasse gewann der Acura NSX GT3 von Meyer Shank Racing mit Mario Farnbacher, Trent Hindman und Justin Marks. Hier das Ergebnis aus Watkins Glen.

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