Marc Marquez vor Comeback in Mugello: «Das Leben steht an erster Stelle»
MotoGP-Weltmeister Marc Marquez ist zurück. In Mugello sprach der Champion über seine Verfassung, aber auch über die Nachwirkungen des Schocker-Wochenendes von Catalunya – und seinen leidenden Bruder.
Erleichtert, aber auch nachdenklich – so ließen sich die Gesichtszüge von MotoGP-Champion und Ducati-Aushängeschild Marc Marquez im Austausch mit den Medien im Fahrerlager von Mugello beschreiben. Marquez, der vor einem Jahr mit einem Doppelsieg brillierte, meldete sich mit seinem Gesundheitsstatus zurück: «Die letzten Wochen alles andere als einfach. Sowohl die Fußverletzung als auch der Eingriff an der Schulter, das waren keine Kleinigkeiten.»
Marquez weiter: «Die Schulter-OP ist gut verlaufen, aber bei der ganzen Korrektur waren sowohl Gewebe als auch Muskeln beteiligt – und das braucht eine Zeit. Ich werde in Mugello sicher mit weniger Intensität beginnen und in Schritten arbeiten.»
Dann betonte der siebenfache Weltmeister der MotoGP: «Ich wäre aber nicht hier, wenn ich mir nicht sicher wäre, dass ich das Wochenende durchstehen kann. Wir haben uns das genau überlegt – es ist der richtige Zeitpunkt, zurückzukehren.»
In Mugello kam die Sprache unweigerlich auch auf den Catalunya-GP zu sprechen; Marc Marquez hatte den schockierenden Rennsonntag von der heimischen Couch aus verfolgt. «Ich war schockgefroren, als ich Alex sah. Wir wissen, das Risiko ist da, aber wenn es einem Piloten passiert, dem du so nah stehst, dann trifft es dich noch härter. Als ich Alex am Montag wiedersah, habe ich ihn sehr lange in den Arm genommen. Es war ein schwerer Tag für die ganze MotoGP-Familie. Auch Johann (Zarco) hatte gewaltiges Glück. Wir sind Rennfahrer, die im Wettbewerb stehen, aber wir dürfen nicht vergessen, dass wir auch Menschen sind und dass das Leben an erster Stelle steht.»
Der Ducati-Lenovo-Pilot war in der Woche nach dem Barcelona-GP als Krankentransporteur und Helfer aktiv: «Ich habe Alex am Montag nach dem Event vom Flugzeug abgeholt und ihn nach Hause gebracht. Nach ein paar Stunden rief er mich an, weil es nicht gut ging und die Schmerzen durchschlugen. Wir haben ihn dann noch einmal ins Krankenhaus gebracht. Er blieb da zwei Tage. Die ersten Tage waren hart.»
Marc Marquez holte noch weiter aus: «Das Risiko ist Teil des Sports und wir können es nicht eliminieren. Aber sicher ist auch: Mit 44 Starts bieten wir eine riesige Show – um die es auch geht –, aber zugleich helfen sie nicht, das Risiko zu reduzieren. Die Starts sind außergewöhnlich intensiv und häufig passieren größere Unfälle kurz nach dem Start oder in den frühen Phasen.»
Vor seinem Comeback sprach der Spanier einen weiteren Punkt an: «Das Fahren eines MotoGP-Bikes war nie herausfordernder als heute – und die Fahrer sind dazu voll bepackt mit weiteren Terminen und Events. Die Belastung ist enorm, das spielt auch eine große Rolle und ich werde für mich in Zukunft mehr Konzentration auf meinen Tagesablauf legen.»
Ernste Worte des Weltmeisters, der aus sportlicher Sicht aktuell keine Rolle spielt. Vor den Rennen 13 und 14 der 2026er-Kampagne rangiert «MM93» mit 57 Punkten auf Platz 9 der WM-Tabelle.
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