Moto2-Rookie Bezzecchi: «Talent allein reicht nicht»

Von Waldemar Da Rin
Moto2
Marco Bezzecchi

Marco Bezzecchi

KTM-Tech3-Pilot Marco Bezzecchi scheint in der Zeitenliste des Jerez-Tests noch weit hinten auf, trotzdem bleibt er ruhig. «Viele Leute wissen nicht, dass der Weg lang ist. Meine Zeit wird kommen», so der Moto2-Rookie.

Marco Bezzecchi geht 2019 in sein erstes Moto2-Jahr. Der Tech3-KTM-Pilot nutzt den Jerez-Test, um sich weiter an sein neues Arbeitsgerät anzupassen. Wie weit ist er damit? «Es dauert lange», lachte er – und wurde schnell wieder ernst, als er vom ersten IRTA-Testtag berichtete: «Am Mittwoch hatten wir etwas mehr Schwierigkeiten als in den letzten zwei Tagen, aber das gehört zur Arbeit dazu.» Bereits am Montag und Dienstag testete sein KTM-Team privat in Jerez.

Der Fokus sei klar: «Ich versuche, meinen Fahrstil zu verbessern: Das ist für das Moto2-Bike sehr wichtig, aber gleichzeitig auch sehr schwierig umzusetzen. Du musst das Motorrad sehr gut kennen, smooth und sensibel sein. Wir arbeiten daran», betonte der Klassen-Neuling. «Ich glaube, dass wir beim Set-up eine gute Basis haben, also konzentriere ich mich nicht so sehr darauf. Ich muss zuerst noch viel an meinem Fahrstil arbeiten. Wir arbeiten mehr an meiner Fahrweise und ein bisschen weniger am Motorrad», fasste er zusammen.

Einige andere Moto2-Rookies wie etwa Martin und Di Giannantonio scheinen in diesem Punkt etwas weiter zu sein. «Vielleicht passen sie sich schneller an, aber das Wichtige ist der Katar-GP, nicht der Jerez-Test. Bis Katar werde ich dabei sein», ist sich Bezzecchi sicher, auch wenn er den Mittwoch in Jerez nur als 27. beendete.

«Wir haben nicht bei Null angefangen, weil ich im November schon verstanden habe, woran ich im Winter arbeiten muss. Woran ich hart gearbeitet habe, erwies sich hier als positiv: Meine Position auf dem Motorrad, wie ich meinen Körper einsetze, da habe ich mich sehr verbessert, deshalb bin ich glücklich.» Auch körperlich fühle er sich gut: «Ich habe meine Vorbereitung verändert, weil ich für das Moto2-Bike mehr Kraft brauche – und ich fühle mich stark», erklärte der 20-Jährige.

«Was jetzt fehlt, ist noch ein bisschen mehr Vertrauen in das Motorrad, vor allem dann, wenn ich ans Gas gehe. Da habe ich die größten Schwierigkeiten. Ich schaffe es noch nicht, den Punkt zu finden, an dem ich den Spin am Hinterrad zum Kurven nutzen kann und wo ich das Motorrad aufrichten muss. Das fehlt mir noch, aber ich beobachte die anderen Fahrern viel und schau auch auf die Daten, damit ich schneller werde. Ich werde hart arbeiten und schneller werden.»

Die großartige Moto3-Saison 2018, in der Bezzecchi lange der ärgste Widersacher des späteren Weltmeisters Jorge Martin war, habe die Erwartungen natürlich nach oben geschraubt. «Viele Leute wissen nicht, dass der Weg lang ist. Ich bin ruhig, meine Zeit wird kommen», kommentierte der Moto2-Rookie.

Bezzecchi weiter: «Für den Kopf ist es natürlich schwierig, man probiert es und scheitert oft. Das ist normal, man muss weiter an sich und sein Team glauben und nie aufhören zu arbeiten. Nur über die Arbeit kommen die Ergebnisse, Talent allein reicht nicht. Du musst arbeiten. Ich glaube, das ist meine Stärke. Ich gebe nicht auf, arbeite an mir und versuche, mich zu verbessern. Das ist jetzt das Wichtigste, weil, ehrlich gesagt, das Bike ist gut. Ich muss mich nur weiter anpassen und lernen.»

Am Mittwoch gehörte allerdings auch ein Sturz zum Lernprozess: «Ich war gegen Ende auf einer schnellen Runde und bin dann leider gestürzt. Ich werde mir jetzt die Daten anschauen, um zu sehen, wie das passieren konnte, damit sich das nicht wiederholt. Am Donnerstag arbeiten wir weiter und wir werden sehen, wo wir am Ende des Tages stehen.»

Moto2-IRTA-Test, Jerez, 20. Februar, kombinierte Zeiten:

1. Luca Marini, Kalex, 1:41,146 min
2. Iker Lecuona, KTM, 1:41,227
3. Sam Lowes, Kalex, 1:41,286
4. Brad Binder, KTM, 1:41,368
5. Alex Márquez, Kalex, 1:41,370
6. Jorge Navarro, Speed up, 1:41,516
7. Marcel Schrötter, Kalex, 1:41,561
8. Lorenzo Baldassarri, Kalex, 1:41,571
9. Tom Lüthi, Kalex, 1:41,666
10. Remy Gardner, Kalex, 1:41,802
11. Jorge Martin, KTM, 1:41,867
12. Enea Bastianini, Kalex, 1:41,908
13. Xavi Vierge, Kalex, 1:41,925
14. Andrea Locatelli, Kalex, 1:42,011
15. Tetsuta Nagashima, Kalex, 1:42,021
16. Simone Corsi, Kalex, 1:42,128
17. Bo Bendsneyder, NTS, 1:42,191
18. Jake Dixon, KTM, 1:42,307
19. Joe Roberts, KTM, 1:42,310
20. Fabio Di Giannantonio, Speed up, 1:42,411
21. Dominique Aegerter, MV Agusta, 1:42,510
22. Nicolò Bulega, Kalex, 1:42,595
23. Augusto Fernandez, Kalex, 1:42,749
24. Lukas Tulovic, KTM, 1:42,815
25. Steven Odendaal, NTS, 1:42,894
26. Stefano Manzi, MV Agusta, 1:43,055
27. Marco Bezzecchi, KTM, 1:43,133
28. Philipp Öttl, KTM, 1:43,180
29. Somkiat Chantra, Kalex, 1:43,255
30. Khairul Idham Pawi, Kalex, 1:43,434
31. Xavier Cardelus, KTM, 1:43,585
32. Dimas Ekky Pratama, Kalex, 1:43,955

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